Juni 2013

Titelblatt

S. 22
Für den Menschen gemacht? – Göttliche Spuren im Kosmos

Es ist kaum zu bestreiten: Wir leben in einem ungeheuer großen Universum, über das wir immer mehr Einzelheiten erfahren. Was lernen wir daraus über unsere Stellung im Universum? Und welche Bedeutung haben diese Erkenntnisse für den christlichen Glauben an den gütigen Schöpfergott? Ob nicht das Universum ein erster Erweis der Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen ist, den er durch größere Liebeserweise übertrifft?

S. 12
Betrachten und das Betrachtete weitergeben – Ein Besuch bei den Schul-Dominikanerinnen von Rheinhausen

Immer häufiger werden Klöster geschlossen. Nicht nur die kontemplativen Häuser werden aufgegeben, sondern auch die pflegenden und lehrenden Gemeinschaften haben immer weniger Nachwuchs. Ordensfrauen in der Schule sind im deutschsprachigen Raum selten geworden. Darum ist es eine große Freude, wenn es zu klösterlichen Neugründungen kommt. In dem jetzt zu Ende gehenden Schuljahr konnte in Rheinhausen (bei Freiburg i.Br.) ein kleines Dominikanerinnen-Kloster gegründet werden, das eine Grundschule führt. Die vier Schwestern gehören zu einer schnell wachsenden Kongregation aus Frankreich, die erstmals in den deutschsprachigen Raum eine Gründung vornimmt. Die KU sprach mit der Oberin der neuen Gemeinschaft, der Ehrw. Mutter Maria Huber.

S. 32
Der „Fels des Atheismus“ – Das Leid in der Welt und die Existenz Gottes

Der Dichter Georg Büchner nennt das Leiden den „Fels des Atheismus“: „Das Übel und Leid in der Welt widerlegt die Existenz eines gütigen und allmächtigen Gottes“.
Gedanken zu dem häufigsten Einwand gegen den Glauben an Gott.

S. 3
Wir suchen 200 Leser bis zum Jahresende

In der heutigen Krisenzeit von Kirche und Glaube ist die Herausgabe eines treu katholischen Magazins nicht leicht und mit vielen Opfern verbunden, aber ungleich wichtiger als in gut katholischen Zeiten. Damit wir dauerhaft günstige Bezugspreise anbieten können, sind wir auf Ihre Mithilfe und Ihre Unterstützung angewiesen. Was Sie tun können, um uns wirksam zu helfen, haben wir auf dem Beileger in dieser Ausgabe ausgeführt. Mit Ihrer Unterstützung hoffen wir, bis zum Jahresende 200 neue KU-Leser zu finden. Darüber hinaus haben wir neben dem Normalabo jetzt auch das Silber- und Gold-Abo eingeführt, das wir Ihrer Aufmerksamkeit anempfehlen dürfen.

S. 4
Herz-Jesu-Verehrung und Gemeinwesen

»Man ist darauf ausgegangen ..., zwischen Kirche und Staat gleichsam eine Mauer aufzurichten. In der Verfassung und Verwaltung der Staatswesen achtet man nicht auf die Bedeutung des göttlichen und kirchlichen Rechtes, in der Absicht, vom menschlichen Verkehrsleben allen Einfluß der Religion fernzuhalten. Das läuft fast darauf hinaus, den Glauben an Christus auszutilgen und, wenn es möglich wäre, Gott selbst aus der Welt zu verbannen. Ist es ein Wunder, wenn bei solch frevelhafter Selbstüberhebung das Menschengeschlecht zum größten Teil einer Verwirrung der Verhältnisse anheimfällt und von den Stürmen hin und her geworfen wird, deren Schrecken und Gefahren niemand verschonen? … Zu jenem also müssen wir fliehen, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Man ist verirrt, also kehre man zum Wege zurück. Finsternis umnachtet die Geister, also muß das Licht der Wahrheit das Dunkel verscheuchen. Der Tod hat das Feld gewonnen, also gilt es, das Leben zu erobern.“

S. 5
Genozid an den Armeniern – Türkei protestiert gegen Papst

Papst Franziskus hat an den Massenmord an Armeniern und anderen orientalischen Christen im Osmanischen Reich in den Jahren 1915-1919 erinnert. Am 4. Juni bezeichnete er, anläßlich einer Audienz für den armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros IXI. Tarmouni im Vatikan, die Greuel dieser Zeit als den „ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“. Die Türkei legte durch ihren Botschafter beim Heiligen Stuhl gegen die Äußerung des Papstes offiziell Protest ein. Der Nuntius in Ankara sei ins Außenministerium bestellt worden, welches diplomatisch als sehr scharfe Reaktion zu werten ist. Die armenische Regierung hingegen dankte öffentlich dem Papst und lud ihn zu einem Staatsbesuch ein.

S. 5
Gewalt gegen Christen

Schätzungen des vatikanischen Staatssekretariates zufolge werden weltweit jedes Jahr über 100.000 Christen aus religiösen Gründen gewaltsam getötet. Diese Zahl beruhe auf „glaubwürdigen Schätzungen“, erklärte Erzbischof Silvano Maria Tomasi, Ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in einem Jahresbericht. Besondere Sorge mache man sich um die Situation in einigen islamischen Ländern. Befremden äußerte Tomasi jedoch auch über Entwicklungen in westlichen Ländern: Selbst in manchen Staaten, in denen das Christentum historisch eine wichtige Rolle spiele, würden Christen im öffentlichen Leben oft an den Rand gedrängt und der geschichtliche und soziale Beitrag des Christentums ignoriert.

S. 6
Tägliche Predigt und Betrachtung

Der Papst predigt mittlerweile jeden Tag. Auf seinen Wunsch sollen diese Ansprachen aber nicht direkt per Fernsehen oder Radio übertragen werden. Auch der Text der freien und spontanen Rede wird nicht komplett veröffentlicht, sondern nur auszugweise und überarbeitet. „Auch wenn Franziskus das Italienische sehr gut beherrsche“, sei „es nicht seine Muttersprache“, gab Pater Lombardi SJ als Erklärung an.

S. 6
Wandlungsworte – Benedikts Vermächtnis und die deutschen Bischöfe

Anläßlich des „Eucharistischen Kongresses“ in Köln, mit dem die deutsche Bischofskonferenz an das II. Vatikanische Konzil erinnern wollte, hat sich Karl Kardinal Lehmann gegen eine Ausweitung der Feier der überlieferten Liturgie gewandt. Zu der von Benedikt XVI. schon im Jahr 2007 angeordneten Revision der Wandlungsworte in der Messe sagte Kardinal Lehmann, man müsse „das jetzt mal abwarten und kann das Ganze vielleicht auch etwas entspannen“. Die noch dieses Jahr erwartete „3. Auflage“ des „Neuen Meßbuches“ hat in den ersten Druckfahnen tatsächlich die korrekte Übersetzung „für viele“. Die deutschen Bischöfe haben allerdings mehrheitlich ihrem Klerus signalisiert, daß sie die Weiterbenutzung der Falschübersetzung dulden werden. Bisher führte ein solcher „Ungehorsam“ gegenüber der offensichtlichen Fälschung der Wandlungsworte „pro multis“ in „für alle“ zu einer sofortigen bischöflichen Sanktion.

S. 7
Vor 25 Jahren: Bischofsweihen durch Msgr. Marcel Lefebvre

Am 30. Juni 2013 jährt sich der 25. Jahrestag der Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre. Dieser denkwürdige Sommertag des Jahres 1988 brachte eine Reihe von Ereignissen in Gang, die wir heute mit einem beeindruckenden substantiellen und kontinuierlichem Wachstum des in der Nachkonzilszeit marginalisierten und malträtierten traditionstreuen Katholizismus verbinden können.

S. 8
Apostolischer Palast ohne Bewohner. Pontifex will nicht umziehen

Papst Franziskus will auch drei Monate nach seiner Wahl zum Papst nicht in die für ihn bereits vorbereiteten Räume im Apostolischen Palast umzuziehen. Er fühle sich weiter sehr wohl im „Gästehaus Santa Marta“ des Kirchenstaates, da er hier „nicht isoliert sei“.

S. 9
Herz-Jesu-Verehrung und die sühnende Christenheit

Der Monat Juni ist im Kirchenjahr besonders der Verehrung des Erlöserherzens geweiht. Pius XI. betonte in seinem hier teilweise veröffentlichten Rundschreiben „Miserentissimus Deus“ von 1928 den mit dieser Andacht verbundenen Gedanken der stellvertretenden Sühne.

S. 10
„Evangelischer Kirchentag: Die „Logik“ des Relativismus - Ein Kommentar“

Schon lange ist Pfingsten in der nachkonziliaren Verkündigung und Publizistik zu einem interreligiösen Fest geworden. Natürlich paßte auch der Hamburger Evangelische Kirchentag genau ins Bild, in dem uns die methodistische „Bischöfin“, der Hamburger Erzbischof Thissen, der lutherische „Bischof“ Ulrich und ein orthodoxer Erzpriester beim gemeinsamen Gottesdienst präsentiert wurden.
In der Pfingstausgabe der „Bistumspresse“ hat der Chefredakteur Ulrich Waschki ein wahres Kabinettstück dialektischer Logik vorgeführt, das uns zeigt, wie weit man heute schon mit der Kunst gediehen ist, den Relativismus mit dem Relativismus zu bekämpfen! „Im Miteinander“, so der Verfasser, „gleichen sich die Religionen eben nicht an. Wohl nähern sie sich an.“ Den Unterschied zwischen Annäherung und Angleichung bleibt er uns schuldig. Noch eigentümlicher ist – selbst für einen Dialektiker – die Feststellung, daß die „Unterschiede“ hier nicht zu „Streitpunkten“, sondern zur „Bereicherung“ würden. Wobei schon der Begriff des „Unterschiedes“ ein täuschender Euphemismus ist: so als ginge es bei der Frage der Gottheit Jesu Christi und der Heilsnotwendigkeit des Glaubens an ihn um einen Unterschied neben manchen anderen und damit um Marginalien.

S. 16
Die unselige Öffnung der Kirche für die Welt – Mißverständnisse von säkularem Gewicht: ihre Öffnung für die Welt von heute

Man kann die ungeheure Literatur, die inzwischen über das Konzil erschienen ist, in der einzigen Diagnose zusammenfassen, daß es an der Quadratur des Kreises gescheitert ist, sich mit der Welt von heute zu verständigen. Gewiß – und das wird uns immer wieder versichert – wollte man sich nicht einfach angleichen an die Welt. Aber man wollte die Botschaft doch so formulieren, daß sie von der Welt von heute verstanden wird und das wiederum setzt voraus, daß man sich verständnisvoll für sie öffnet. Doch die Hoffnung, daß dies gelingt, war schon immer eine Illusion. Denn die Maßstäbe der Welt mit ihrem Ehrgeiz, ihrem Streben nach irdischer Sicherheit, Reichtum und Genuß und die der Nachfolge Christi sind nun einmal einander radikal entgegengesetzt, so daß die frohe Botschaft den Heiden, ja den „Kindern dieser Welt“ schon immer eine Torheit gewesen ist. Dabei sehen wir noch ab von der eindringlichen Warnung Christi vor dem „Fürsten dieser Welt, der schon gerichtet“ sei: einer Warnung, die nunmehr von all denen, die heute ihre „Leidenschaft für die Welt“ entdeckt haben, geflissentlich übergangen wird.
Darüber hinaus gibt es die Welt ‚an sich‘ gar nicht oder allenfalls als Abstraktion in den Köpfen fortschrittsseliger Prälaten! Es gibt nur die Welt von heute mit ihrem gänzlichen Zusammenbruch der überkommenen christlich-abendländischen Moral. Und dieser Zusammenbruch hat sich schon abgezeichnet, als sich die passionierten Aggiornierer unbeeindruckt von dem Wetterleuchten der Apokalypse, das den „Untergang des Abendlandes“ schon vor Jahrzehnten einleitete, anschickten, ihre Welt von heute voller Freude und Hoffnung zu umarmen.

S. 20
Jetzt wird das Arm-Sein Mode – Eine augenzwinkernde Polemik eines ungenannten Priesters aus der Erzdiözese Köln

Was mich selbst betrifft, so scheine ich nicht genug demütig zu sein. In meinem ganzen Leben habe ich meine Hotelrechnungen selber bezahlt. Ins Fernsehen bin ich deswegen nie gekommen. Wahrscheinlich fehlt es in meinem Leben am zugehörigen Thron im Hintergrund.

S. 44
Eines der letzten Tabus – Für eigene Fehler Abbitte leisten

Viele Menschen tun sich schwer damit, die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Etwas überspitzt gesagt: Alle fordern Entschuldigungen ein, aber keiner mag sich entschuldigen. - Ist es nicht inzwischen eine verbreitete Volkskrankheit, selbst offensichtliche Fehler nicht einzugestehen, peinliche Verrenkungen anzustellen, um die Schuld anderen zuzuschieben? Für eigene Fehle Abbitte zu leisten, ist in unserer Gesellschaft weitgehend ein Tabu, nicht nur auf politischer Ebene.

S. 48
Die Martyerbrüder Johannes und Paulus

»Kein Angriff auf die Kirche glich an Gehässigkeit dem des abtrünnigen Cäsar, den sie an ihrer Brust genährt hatte. Nero und Diokletian hatten im Freimut ihres glühenden Hasses dem Mensch gewordenen Gott den Krieg auf’s Messer erklärt.
… Mit der ränkevollen Gewandtheit eines Verräters, mit der erheuchelten Geringschätzung eines falschen Philosophen gedachte Julian das Christentum in den Netzen einer klug fortschreitenden Unterdrückung ohne besonderes Blutvergießen zu ersticken. … Nie hatte der Kirche eine größere Gefahr gedroht. Sie, die man ihre königliche Freiheit angesichts der Henker bewahren sah, sie wollte Julian zunächst zur Magd herabwürdigen, bis sie in Ohnmacht und Niedrigkeit verschwand. Die damaligen Bischöfe ... zwangen ihn schließlich, die Maske einer erheuchelten Mäßigung abzuwerfen. Julian war nur noch ein ganz gewöhnlicher Verfolger, das Blut floß, die Kirche war gerettet. So erklärt sich auch die Dankbarkeit der Kirche, welche seitdem nie aufgehört hat, diesen den glorreichen Martyrern Johannes und Paulus zu zeigen.«

S. 50
Neuevangelisierung – Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht: Missionsgeist und die Suche nach der wahren Religion

Der Islam ist, wie wir feststellen mußten, nach christlichem Glauben heilsfeindlich, und dies in einer besonders ausgeprägten Weise. Leider hat der „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK), der doch vor allem in halbkonservativen Kreisen als zuverlässig katholisch gilt, in Nr. 841 kritiklos und ohne Korrekturen die von uns beanstandete Aussage aus Lumen gentium 16 übernommen: „Die Heilsabsicht umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die sich zum Festhalten am Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einzigen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“
Demgegenüber betont Msgr. Gerhard-Ludwig Müller im Jahr 2005: „Wir beten nicht zum gleichen Gott. Im Koran hat Gott keinen Sohn, die Trinität wird als Götzenanbetung verworfen. Wir sagen: es gibt keinen anderen Gott als den, der in Jesus Christus, seinem Sohn, zu uns gesprochen hat und sich durch den Heiligen Geist mitgeteilt hat. Das ist nicht derselbe Gott, zu dem die Muslime beten.“