Oktober 2014

Titelblatt

S. 22
Glauben wir wirklich alle an denselben Gott?

Wie kann man angesichts der schrecklichen Bilder von der brutalen Verfolgung der Christen in Syrien und im Irak auf die Idee kommen, zu behaupten, die Moslems würden denselben Gott anbeten wie die Christen? Und wenn der einzige und wahre, der einzig wahre Gott ein Gott der Liebe ist, wie können dann „gläubige Moslems“, wenn sie an diesen einzig wahren Gott glauben, Christen wegen ihres Glaubens verfolgen, enthaupten und kreuzigen? Das Zweite Vatikanische Konzil hat in Nostra Aetate den islamischen Allah als identisch mit dem dreieinigen Gott der Christen erklärt. „Solange das neue Glaubensdiktat vom gemeinsamen Gott gilt, kann sich die Konvergenz der beiden Glaubensformen fortsetzen, wobei es sich allerdings um eine Einbahnstraße handelt. Die Konvergenz vollzieht sich unter massiven Veränderungen der Kirche bei gleichbleibendem Islam. Es sind Kirchen, in denen Korane ausgelegt werden, und nicht Moscheen, in denen Bibeln liegen. Es sind Christen, die den Bau von Moscheen in Europa fördern, und nicht Muslime, die den Kirchenbau im Orient unterstützen. Es sind ‚Christen‘, die in europäischen Moscheen ‚beten‘, und Muslime, die in ihren Ländern Christen töten.“

S. 4
Der Rosenkranz

Bei weitem schlimmer und beklagenswerter ist die Tatsache, daß so viele durch Christi Blut erkaufte Seelen vom Strudel der unseligen Zeitverhältnisse fortgerissen werden, immer mehr dem Bösen verfallen und sich in ewiges Verderben stürzen. Aus diesem Grunde ist heute ebenso die Hilfe von oben notwendig wie in den Zeiten des heiligen Dominikus, als dieser große Heilige sich darum bemühte, die Schäden und Wunden der Zeit durch das Rosenkranzgebet zu heilen.

S. 4
Religionsbaum

Die Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur hat seit dem 3. Juli 2014 einen neuen Erzbischof: Msgr. Julian Leow Beng. Wie weit die Verunsicherung der katholischen Kleriker durch den interreligiösen Dialog geht, zeigt seine Wappenwahl. Dort sieht man im unteren Schild einen Baum mit den Symbolbildern der verschiedenen Religionen. Nach der offiziellen Auskunft soll diese heraldische Anomalie die Fähigkeit symbolisieren, „das Göttliche in jeder Person, der wir begegnen, zu entdecken.“ Pius XI. warnt vor der falschen Meinung, alle Religionen seien gleich gut und lobenswert,

S. 5
Papstreisen 2015

Papst Franziskus wird im kommenden Jahr Frankreich besuchen. Ziel der Reise werden die beiden in Straßburg ansässigen europäischen Institutionen – Europaparlament und Europarat – sein.

S. 5
Humanitäre Katastrophe

Den in den Libanon geflüchteten syrischen Flüchtlingen steht ein katastrophaler Winter bevor. Im ganzen Land gibt es rund 1.200 informelle Zeltlager. 50 Prozent aller Flüchtlinge sind Kinder. Die Hälfte aller Flüchtlinge hat keinen Zugang zu irgendeiner medizinischen Versorgung. Auch im Libanon droht ein gewaltsamer Ausbruch von Konflikten. Dschihadisten sickern in das Land ein. Gefangene libanesische Soldaten werden ebenso wie westliche Geiseln enthauptet. Der Westen nimmt das nicht zur Kenntnis.

S. 5
Turiner Grabtuch wird gezeigt

Das Turiner Grabtuch wird von Mitte April bis Mitte August 2015 Turiner Dom wieder öffentlich ausgestellt, vermutlich zum letzten Mal vor dem nächsten Heiligen Jahr im Jahre 2025.

S. 7
Das wahre Evangelium der Familie

Der australische Kardinal Pell hat sich an den Vorschlag des Papstes gehalten und in die „Diskussion“ um die Kommunionspendung an „Wiederverheiratete“ eingegriffen.
An der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom stellte er kurz vor Beginn der Bischofssynode ein Buch vor, das im italienischen Original den Titel trägt „Das Evangelium der Familie in der synodalen Debatte jenseits des Vorschlags von Kardinal Kasper“

S. 8
Erste und einzige hl. Messe im KZ Dachau

In fünf kommentierten Bänden liegen nun Tagebücher und Briefe des seligen Karl Leisner vor. Der 1915 in Rees am Niederrhein Geborene ist der einzige Priester, der in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager die hl. Weihe empfing. Wenige Monate nach der Befreiung des KZ Dachau im Jahr 1945 verstarb er.

S. 9
Heimliche Euthanasie

Papst Franziskus hat die Vernachlässigung alter Menschen als „heimliche Euthanasie“ kritisiert. Oft vegetierten Betagte, von den Mitmenschen vergessen, vor sich hin, beklagte er vor mehreren zehntausend Senioren auf dem Petersplatz.

S. 9
Bischofssynode 2014 – ein Kommentar

Die Versammlung von über 200 Kardinälen, Bischöfen und Beratern wird im Herbst 2015 fortgesetzt. Mit Billigung des Papstes konnte Kardinal Kasper in einer einzigartigen Medienkampagne seine privaten Theorien weltweit als Alternative zur kirchlichen Lehre anbieten.
Wir kennen das Vorgehen schon vom II. Vatikanum oder von der (Nicht-)Rezeption der Enzyklika Humanae vitae durch den mitteleuropäischen Episkopat.
Zu Beginn wird proklamiert, es werde nichts an der traditionellen Lehre geändert, ja diese werde in ihrer Bedeutung noch unterstrichen. Auf der Ebene der Anwendung komme es dann zu einer Neuausrichtung. Die Einwände der Logik werden mit einer Hermeneutik der Reform oder Kontinuität (je nach Standpunkt) abgewiesen, und dem Kirchenvolk wird die Neuerung als „Vertiefung“ verkauft. Täuschen wir uns nicht! Was da geschieht, ist die Fortsetzung einer Revolution in Chorrock und Mitra, die vor fünfzig Jahren begonnen hat. Der Felsen Petri wird zu Sand zerrieben. Wir stehen in einer neuen Reformation.

S. 10
Marsch für das Leben in Berlin

Seit 10 Jahren treten Lebensschützer mit einem „Marsch für das Leben“ in Berlin an die Öffentlichkeit. In diesem Jahr erlebte dieser Friedensmarsch für die Ungeborenen eine Rekordbeteiligung. 5.000 Menschen kamen am 20. September 2014 vor dem Bundeskanzleramt zusammen, um anschließend am Reichstag, dem Sitz des deutschen Bundestages, vorbei zu ziehen. Der Veranstalter veröffentlichte nach dem Marsch für das Leben eine „Berliner Erklärung zum Schutz des ungeborenen Lebens“, die wir dokumentieren.

S. 12
Zwei Kardinäle, die Bischofssynode und das Konzil

In einem Interview, das Kardinal Walter Kasper dem vatikanischen Journalisten Andrea Tornielli am 18. September 2014 gewährte, fragte dieser den Kardinal, ob es möglich sei, daß einige Elemente des Sakraments der Ehe in einer rein bürgerlichen Ehe gefunden werden könnten. Der Kardinal meint, daß „die endgültige Zusage der gegenseitigen Liebe und Fürsorge, das christliche Leben und das öffentliche Engagement“, das bestimmte zivilrechtlich verheiratete Paare vereinigt, als Elemente einer sakramentalen Ehe berücksichtigt werden könnten. Diesen wiederverheirateten Geschiedenen könnte daher gestattet sein, die Kommunion zu empfangen.
Der logische Fehler, den der Kardinal hier begeht, besteht darin, daß er Elemente nennt, die weder zum Wesen der sakramentalen Ehe noch zum Wesen der bürgerlichen Ehe gehören, sondern die die praktische Lebensführung der Eheleute im Rahmen der Ehe betreffen.

S. 16
Vertane Chancen - Altwerden in einer säkularen Welt

Durch das Ende der Großfamilie und die totale Produktionsgesellschaft, welche die Mütter zur Mitarbeit animiert oder zwingt, werden die Alten oft aufs Abstellgleis verbannt. Sie bekommen den Trend zur Isolierung und Anonymisierung, der die Eiseskälte der modernen Gesellschaft ausmacht, noch weit mehr zu spüren als die kleinen Kinder, die jedenfalls am späten Nachmittag oder Abend in die Nestwärme der Familie zurückkehren. In der Tat ist die Einsamkeit, die so viele unserer alten Leute ertragen müssen, eine schwere Last, ja ein Grundübel unserer Zeit.. Aber auch sie ist eine Chance, die ebenfalls offenbar kaum ergriffen wird. Wie schon den Vorläufer, so zog es auch Christus in die Wüste, um hier endlich ohne jede Ablenkung wahrhaft allein mit dem Vater zu sein. Die Wüstenväter und zahllose Heilige taten es ihm gleich Die Einsamkeit bietet gerade den Alleinstehenden die immer wiederkehrende Gelegenheit, Gott und den Heiligen zu begegnen. Das ist der Grund, warum die Einsamkeit von unschätzbarem Wert ist, weil es in ihrer Stille gelingt, in Betrachtung und anhaltendem Gebet ein wenig dazu beizutragen, die Heillosigkeit unserer Epoche zu wenden.

S. 22
Glauben wir wirklich alle an denselben Gott?

Wie kann man angesichts der schrecklichen Bilder von der brutalen Verfolgung der Christen in Syrien und im Irak auf die Idee kommen, zu behaupten, die Moslems würden denselben Gott anbeten wie die Christen? Und wenn der einzige und wahre, der einzig wahre Gott ein Gott der Liebe ist, wie können dann „gläubige Moslems“, wenn sie an diesen einzig wahren Gott glauben, Christen wegen ihres Glaubens verfolgen, enthaupten und kreuzigen? Das Zweite Vatikanische Konzil hat in Nostra Aetate den islamischen Allah als identisch mit dem dreieinigen Gott der Christen erklärt. „Solange das neue Glaubensdiktat vom gemeinsamen Gott gilt, kann sich die Konvergenz der beiden Glaubensformen fortsetzen, wobei es sich allerdings um eine Einbahnstraße handelt. Die Konvergenz vollzieht sich unter massiven Veränderungen der Kirche bei gleichbleibendem Islam. Es sind Kirchen, in denen Korane ausgelegt werden, und nicht Moscheen, in denen Bibeln liegen. Es sind Christen, die den Bau von Moscheen in Europa fördern, und nicht Muslime, die den Kirchenbau im Orient unterstützen. Es sind ‚Christen‘, die in europäischen Moscheen ‚beten‘, und Muslime, die in ihren Ländern Christen töten.“

S. 32
Die geistliche Kommunion - Das Geheimnis der Heiligen

Leider können zahlreiche Menschen aus Gründen ihres Berufes, ihrer Gesundheit oder wegen der weiten Entfernung von der Kirche nicht täglich die hl. Messe hören und also auch nicht kommunizieren. Andere sind in der glücklichen Lage, sich täglich durch das Brot der Engel stärken zu können. Unter diesen finden sich jedoch auch solche Seelen, denen die einmalige Kommunion am Tag nicht genügt; sie möchten Jesus im allerheiligsten Sakrament jede Stunde empfangen können. Gibt es ein Mittel, diesen Hunger zu stillen?

S. 36
Lost Paradise - Der „Jesuitenstaat“ in Südamerika (1609–1768)

Der Ruf der Jesuiten als erfolgreichster Missionsorden war schon in aller Welt verbreitet, als 1585 sich der Bischof Victoria von Tucuman in Paraguay, ein Dominikaner, an die Gesellschaft Jesu um Hilfe in der Missions- und Seelsorgearbeit im riesigen Raum der La-Plata-Länder wandte. So begann die Jesuitenmission im Paraguaygebiet. Die Jesuiten, die zunächst als Wandermissionare von Indianersiedlung zu Indianersiedlung und von Stamm zu Stamm zogen, merkten schnell, wie ihr Wirken ohne Früchte blieb und was hauptsächlich die Ursache dafür war:. Der Ordensgeneral in Rom Claudio Aquaviva, der auch die Ordensprovinz Paraguay gegründet hatte, fand schließlich den Ansatz zur Lösung des Missionsproblems. Erst wenn die zu bekehrenden Indios als Menschen angesehen und behandelt würden, könnten sie auch zu christlichen Menschen erzogen werden. Als Grundstein für alles weitere müßte darum die Absonderung der Indianer von den Siedlern, die sie als Menschen mißachteten und als Ausbeutungsobjekte mißbrauchten, vollzogen werden.

S. 46
Was ist Philosophie?

Was ist Philosophie? Die KU beginnt hier mit einer Folge von Artikeln, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt.

S. 50
Einer der Sieben - Der hl. Erzengel Raphael

Sein Fest wurde 1921 von Papst Benedikt XV. zusammen mit dem Fest der Heiligen Familie für die ganze Kirche als verbindlich erklärt. Gilt doch das

S. 52
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht - Altes und neues Judentum

Wir hatten gesehen, daß man deutlich zwischen dem alttestamentlichen Judentum, das für die Offenbarung des Neuen Bundes offen war, und seiner heutigen, vom rabbinischen Talmud geprägten Ausrichtung differenzieren muß. Diese wichtige Unterscheidung offenkundig nicht vorgenommen zu haben ist der große Mangel sowohl einzelner Texte im II. Vatikanum als auch im nachkonziliaren Katechismus der Katholischen Kirche. Es darf begründet vermutet werden, daß hier keine Nachlässigkeit vorlag, sondern Absicht: Man wollte auf diese Weise im interreligiösen Dialog eine Gemeinschaft herstellen bzw. konstatieren, die bei wissenschaftlich redlicher Betrachtungsweise einfach nicht existiert.