September 2015

Titelblatt

S. 10
Vergiftete Geschenke – Der Heilige Vater sollte schauen, mit wem er sich einläßt!

Bei seinem Bolivienbesuch im Juli 2015 traf Papst Franziskus mit dem marxistischen Präsidenten Evo Morales zusammen. Dieser überreichte seinem Gast ein merkwürdiges Geschenk: ein Kreuz, das mit Hammer und Sichel verbunden ist. Zugegebenermaßen hätte der Papst wohl dieses Danaergeschenk nicht so leicht zurückweisen können, ohne diplomatische Komplikationen auszulösen. Das Grundproblem liegt woanders. Die Stellvertreter Christi müssen sehr genau abwägen, was sie sagen und wen sie sich dadurch zum Verbündeten machen. Und dies gilt besonders dann, wenn sie selbst Positionen vertreten, die sich, einmal vorsichtig ausgedrückt, nicht so ohne weiteres aus der katholischen Tradition ergeben und die zumindest eine äußerliche Ähnlichkeit zu manchen unkatholischen Ansichten ihrer Gesprächspartner aufzuweisen scheinen.

S. 8
Vorstufen der Gewalt? - Wachsende Diskriminierung und Aggressivität gegen Christen in Europa

Das Christentum ist die am meisten verfolgte aller Religionen. Das Problem beginnt aber nicht bei Mord, Vertreibungen und Kirchenverbrennungen, sondern kulminiert dort. Intoleranz und Diskriminierung von Christen gehen der Gewalt voran. Und da steht es auch um (Europa) nicht gut. Müssen wir uns als Christen also darauf einstellen, daß wir künftig zwischen einer Verfolgung durch radikale Atheisten oder durch radikale Moslems zu wählen haben?

S. 14
Der Kampf um die Tradition – Zu Marc Stegherrs „Renaissance der katholischen Tradition“

Man kann dem Münchener Pastoraltheologen Andreas Wollbold, der das Vorwort zu diesem umfangreichen, überaus sorgfältig gearbeiteten Werk geschrieben hat, zustimmen, daß es dem Verfasser gelungen ist, die Entstehungsgeschichte der zahlreichen sogenannten „Gemeinschaften der Tradition“ nachzuzeichnen und in diesem Zusammenhang auch die Absichten, die Benedikt XVI. mit dem Motupropio „Summorum pontificum“ von 2007 verfolgt hat, sachgerecht darzustellen.
Man wird nach der Lektüre des großartigen Werkes voller Sorge in die Zukunft schauen, die aber auch hier natürlich die zweite göttliche Tugend der Hoffnung – spes contra spem – nicht verdunkeln darf.

S. 18
Ex occidente lux? – Mariens Wirken in Washington D.C

Wie kaum ein anderes Land sind die Vereinigten Staaten von Amerika durch die europäische Aufklärung geprägt. Ihre ganz auf Repräsentation angelegte Hauptstadt liest sich wie ein architektonischer Gegenkommentar zu päpstlichen Lehrschreiben bis ins 20. Jahrhundert. Zugleich zeigt sich in Washington jedoch eine überraschende Ambivalenz: Hier steht auch die größte katholische Kirche Nordamerikas, das Nationalheiligtum der Unbefleckten Empfängnis. Und wie nur wenige wissen, sind die USA als Ganzes bereits seit 1792 der Gottesmutter geweiht. Welche Antwort auf ‚die Moderne‘ gibt das amerikanische Patronat der Mary Immaculate, das Pius IX.1847 bekräftigt?

S. 4
Erzengel Michael

Erzengel Michael Die heilige Kunst stellt ihn dar mit den strengen Zügen eines Kriegers, der den Drachen niederwirft. Er hat er nicht aufgehört, die Menschen zu lieben, für die er eine fast brüderliche Liebe hegt; und je mehr der Teufel sich anstrengt, sie in die Hölle stürzen zu lassen, desto mehr bemüht sich der Erzengel, sie ins verlorene Paradies zurückzuführen.

S. 4
Buchempfehlung der Redaktion

Im fe-Medienverlag erscheint das vielleicht „meistdiskutierteste katholische Buch des Jahres 2015“. Kardinal Georg Sarah, geb. 1945 in Guinea, der Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongregation gibt im Interview mit Nicolas Diat Auskunft über seine Überzeugungen. Das Buch sollte gerade von traditionstreuen Christen mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen werden.

S. 5
Freiheit des Bekenntnisses – Bedrohliche Entwicklung

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat die Christen aufgefordert, für die Werte des Evangeliums in der Öffentlichkeit aufzustehen. Gläubige, die ihr Wort gegen Kindestötung im Mutterleib, „Homo-Ehe“ und Gender-Ideologie äußern, seien „zunehmender Aggression“ ausgesetzt. Er halte diese Entwicklung für „bedrohlich“.

S. 5
Ehe – Keine Teilnahme an falschen Zeremonien

In einem Hirtenbrief hat der Gesamtepiskopat der Philippinen die Familie verteidigt und die Katholiken dazu aufgerufen, nicht an Zeremonien teilzunehmen, die die Eheschließung von Mann und Frau simulieren.

S. 5
„Die Sehnsucht nach der Anschauung Gottes“

Walter Hoeres, der geschätzte KU-Autor, hat ein neues Buch über „Die Sehnsucht nach der Anschauung Gottes“ vorgelegt, das hier dem philosophisch und theologisch interessierten Leser empfohlen werden soll. (214 Seiten, 14,80, Mariawald 2015). Eine vertiefte Ansicht der grenzenlosen Offenheit und Empfangsbereitschaft des menschlichen Geistes läßt die klassische Lehre von der ›potentia oboedientialis‹ in neuem Lichte erscheinen.

S. 6
1000PLUS: Ausbau der Beratung

„Guter Hoffnung sein“ - nicht jede Schwangere kann das von sich sagen. Eine ungewollte Schwangerschaft wird oft sogar als regelrechte Katastrophe empfunden. In dieser Situation erscheint eine Abtreibung als die einzige Lösung. Wenn die Zeit drängt und es scheinbar nur noch diesen Ausweg gibt, dann ist eine „freie“ Entscheidung gar nicht mehr möglich. Hier gibt es keine Wahlfreiheit mehr, denn niemand bietet der Schwangeren eine echte Alternative zur Abtreibung. 1000plus will das ändern! Verzweifelten Schwangeren muß eine neue Perspektive aufgezeigt werden. Nur diese ermöglicht ihnen überhaupt erst eine freie Entscheidung! Die Beratungsarbeit von 1000plus beweist: Nach echter Beratung und konkreter Hilfe entscheidet sich die überwältigende Mehrheit der Frauen für ihr Kind!

S. 7
Osttürkei – Nach fünf Jahren wieder ein Bischof

Der Heilige Stuhl hat einen neuen Apostolischen Administrator für die östliche Türkei ernannt. Der neue Bischof Paolo Bizzeti, der dem Jesuitenorden angehört, ist Nachfolger des im Jahr 2010 ermordeten Msgr. Luigi Padovese (Bild). Dieser wurde damals von seinem Fahrer erstochen und geköpft.
Seite 7: Kardinal Müller: Wer treu zur Lehre steht, wird publizistisch bekämpft
Gerhard Kardinal Müller hat die deutschen Katholiken vor einem Schisma gewarnt. Angesichts der zunehmenden Trennung von Lehre und Praxis sei die Kirchengeschichte zu befragen. Damit spielte er auf die lutherische Reformation im 16. Jahrhundert an.
Der römische Kardinal kritisierte das „Klima des deutschen Führungsanspruchs für die ganze Weltkirche“. Man frage ihn in Rom häufiger, woher der deutsche Anspruch abgeleitet werde, trotz des dramatischen Niedergangs „Schrittmacher für die Weltkirche“ zu sein. Nur eine „nachhaltige Neuevangelisierung mit allem apostolischen Freimut und Eifer“ könne dem Schalwerden des Christentums in Deutschland entgegenwirken, so der Kurienkardinal.

S. 9
Die Sünde der Abtreibung und die Förderung der Tradition

Am 1. September veröffentlichte der Vatikan ein Papstschreiben zum Heiligen Jahr, das am 8. Dezember 2015 beginnen wird. Zwei besondere Punkte beinhaltet das Schreiben. Der erste bezieht sich auf das furchtbare Verbrechen der Abtreibung.
«Eine abschließende Überlegung gilt »den Gläubigen, die aus verschiedenen Gründen die von den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. betreuten Kirchen besuchen. Dieses Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit schließt niemanden aus. … Ich vertraue darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen. Bewegt von der Notwendigkeit, dem Wohl dieser Gläubigen zu entsprechen, bestimme ich in der Zwischenzeit in eigener Verfügung, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. empfangen, gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen.«

S. 34
Kartäuser und Mystiker – Das kurze Leben des Pater Anton Jans (1903–1932)

Als im Jahre 1934 erstmals das Buch „Anton Jans. Ein Mystikerleben der Gegenwart“ veröffentlicht wurde, kündigte der herausgebende Verlag an, es sei von einem „weißen Mönch, der nicht genannt sein“ wollte. Dieser ungenannte Kartäuser war Pater Gerhard Ramakers, der, auf Tagebuchaufzeichnungen und Briefe seines Mitbruders Pater Anton Jans zurückgreifend, ein beeindruckendes geistliches, ja mystisches Testament verfassen konnte.
Der Münchner Theologieprofessor Prälat Dr. Martin Grabmann schrieb dem im Verlag „Ars Sacra“ erschienenen Buches „Anton Jans. Ein Mystikerleben der Gegenwart“ ein Geleitwort, worin es heißt: „So möge dieses Büchlein, das für den Theologen, für den gebildeten Laien und auch für den einfachen Gläubigen gleich verständlich geschrieben ist, hinausgehen als Künder der Wirklichkeit einer Welt des Übernatürlichen, als Mahner zur Besinnung auf die übernatürlichen Lebenskräfte, die in der Kirche geborgen sind.

S. 38
Gedankensplitter zu einer neuen juristischen Untersuchung

Der katholische Jurist Dr. Hartmut Hahn hat eine wichtige Arbeit mit dem Titel Naturrecht und Grundgesetz veröffentlicht (CIVITAS-Heft 24/2015). Die grundgelehrten Ausführungen enthalten eine Fülle von juristischem Material und ausführliche Literaturangaben zum Thema und lohnen in jedem Fall eine sorgfältige Lektüre.

S. 40
Was ist Philosophie (Teil XI)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der Fähigkeit des Menschen, Kunst hervorzubringen.

S. 44
Drei Erscheinungen – Die Verehrung des Erzengels Michael

Als besonderer Beschützer der Kirche Christi ist auch im Neuen Bunde der heilige Erzengel Michael zu allen Zeiten von den Christgläubigen hoch geehrt worden. Ganz besonders nahm die Verehrung des heiligen Erzengels Michael im Abendlande zu, als sich unter Papst Gelasius I. eine wunderbare Erscheinung im Jahre 493 auf dem Monte Gorgano in Süditalien ereignete. Eine ähnliche Erscheinung des heiligen Erzengels geschah dem heiligen Bischof Aubert in Frankreich. Von dieser Erscheinung hat der Mont Saint-Michel in der Normandie seinen Namen hat. Sie war der Anfang des dortigen Klosters. nd eine dritte fand statt in Rom. Von ihr hat die Engelsburg ihren Namen.

S. 46
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 37) – Papst formulierte ein interreligiöses Gebet

In Konsequenz falscher Einheitskonzepte und im Anschluß an den „Geist von Assisi“, der vor allem von seinem Vorvorgänger stark gefördert worden war, verfaßte Papst Franziskus zum Schluß seiner Ansprache in Sarajevo am 6. Juni 2015 ein interreligiöses Gebet, das Christen, Juden und Muslime verbinden sollte. Ähnlich empfiehlt er, was einen dogmatisch viel höheren Wert hat und damit einen noch größeren Schaden für die Kirche mit sich bringt, auch am Ende seiner Umwelt­Enzyklika „Laudato si“. Was hätten die antiken Kirchenväter über die theoretischen Grundlagen solcher Gebete gesagt?