Oktober 2015

Titelblatt

S. 12
Treue und Verklärung - Zum sakramentalen Charakter der Ehe

Wenn heutzutage die Rede ist von der angeblichen Notwendigkeit, „neue pastorale Wege zu gehen“, verbirgt sich dahinter oft der Versuch, das gesamte Gefüge der katholischen Sakramente aufzulösen.
Sieben an der Zahl, bilden die von Christus gestifteten Sakramente ein unteilbares Ganzes, und zwar dergestalt, daß die Kirche ihrem übernatürlichen Wesen nach einen universellen sakramentalen Leib darstellt, als dessen Haupt der Herr selbst Seine Glieder permanent mit dem Gnadenstrom heiligmachenden Lebens erfüllt. Wie bei einem natürlichen Leib, für den der Ausfall lebenswichtiger Organe bedrohliche Auswirkungen zeitigt, fügt die Zerstörung eines einzigen heilsrelevanten Gnadenmittels dem gesamten übernatürlichen Organismus – also der Kirche als Braut und corpus mysticum Christi – schweren Schaden zu.

S. 6
Europa - Spaltungen in der Kirche Europa zum Thema Migranten

Am 6. September hat Papst Franziskus anläßlich des sonntäglichen Angelus schon die 120.000 katholischen Gemeinden in Europa aufgerufen, daß jede „eine Flüchtlingsfamilie“ aufnehmen solle, und er hat hinzugefügt, daß er selbst damit anfange und die zwei Pfarreien des Vatikans zur Verfügung stelle. Seit dem 17. September ist das zur Hälfte getan, da eine erste Flüchtlingsfamilie in ein Appartement nahe dem Petersdom eingezogen ist. Es handelt sich um Christen aus Damaskus, der griechisch-melkitisch-katholischen Kirche angehörig. Laut reinformation.tv vom 19. September „widerspricht dieses Vorgehen dem Aufruf der orientalischen Patriarchen, die ihre Herden dazu aufgerufen haben, daß jeder für sich die Heimaterde nicht verlassen möge“.
Noch weitaus direkter hat Mgr. Laszlo Kiss-Rigo, Bischof von Szeged-Csanád (Ungarn), bekräftigt, daß die muslimischen Flüchtlinge in Ungarn eine Gefahr für die „universellen christlichen Werte“ Europas seien und daß sie obendrein „arrogant“ und „zynisch“ seien. Er hat festgestellt, daß Papst Franziskus „überhaupt keine Ahnung von der Situation“ in seinem Lande habe.

S. 24
Die Zukunft der Kirche – Überlebensstrategien eines Kardinals

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München Reinhard Kardinal Marx hat ein Buch geschrieben, das trotz seines kleinen Formates und Umfanges ungemein aufschlußreich ist für das Ausmaß, in dem er sich selbst und zweifellos auch viele der Mitbrüder, die ihn gewählt haben, bereits von der traditionellen Sicht der Kirche und vor allem ihrer Stellung in der heutigen Welt entfernt haben.
Tatsächlich ist es verheerend, daß man heute immer wieder den Versuch macht, die Aufklärung, diese gigantische Los-von-Gott-Bewegung, die sich in der Französischen Revolution und im Klostersturm der Säkularisation fortsetzte, zu taufen und für die Kirche zu vereinnahmen. Wir wollen uns hier nicht wiederholen und nur einen einzigen Wesenszug der Aufklärung hervorheben, die Gott entthront und
aus dem Mittelpunkt des Alls verbannt hat.

S. 34
Die Zukunft des – Menschen Ist der Mensch wissenschaftlich simulierbar?

Angesichts der rasanten Fortschritte der Hirnforschung und genmanipulativen Möglichkeiten sowie der Computertechnik, Robotik und künstlichen Intelligenz ist es kaum verwunderlich, daß die Frage nach der Zukunft des Menschen längst schon die „User“ des Internets bewegt, die in den verschiedenen Chatboxen kontrovers darüber diskutieren, ob der homo sapiens ein Auslaufmodell sei und wer ihn beerben werde. Lange Zeit ist es der Roboter, dem göttliche Eigenschaften zugeschrieben werden, einschließlich der Unsterblichkeit.

S. 4
Die Ehe – von Gott eingesetzt

Von Anfang an lag es im Plan der göttlichen Weltordnung, daß das, was im Gesetz Gottes und der Natur begründet ist, uns desto mehr Nutzen und Heil bringt, je mehr es unverletzt und unverändert
in seinem ursprünglichen Sinn bewahrt wird; denn Gott, der Schöpfer aller Dinge, weiß sehr wohl, was dem Bestand und der Erhaltung der Dinge frommt, er hat durch seinen weisen Willen alle
Dinge so geordnet, daß jedes sein Ziel in angemessener Weise erreicht. Wenn aber Unbesonnenheit oder Bosheit der Menschen diese in höchster Weisheit bestimmte Ordnung der Dinge ändern und
verkehren will, dann erweisen sich auch die als nützlichst ausgedachten Einrichtungen als schädlich oder als nutzlos, sei es, daß sie durch die Veränderung ihren wohltätigen Einfluß verloren haben oder daß Gott selbst in dieser Weise den Hochmut und die Verwegenheit der Sterblichen straft. … (Leo XIII.)

S. 5
Zwischenruf - Vernunft, Wissenschaft, Glaube und Philosophie

Heute sind es nicht die Nachkommen der Aufklärung und die „Wissenschaften“, welche die Vernunft verteidigen, sondern der christliche Glaube und die von ihm inspirierte Philosophie.

S. 8
Welche Strategie hat der Papst?

Die Reise von Papst Jorge Bergoglio nach Kuba und in die Vereinigten Staaten war „triumphal“. Seine Reden haben einen sehr weitgefaßten Konsens hervorgerufen, besonders diejenige vor der UNO, in welcher der Pontifex „ein Haus, eine Arbeit und eine Erde für alle“ verlangte. Dies und das Streben nach Beifall – vor allem der Medien – durch Franziskus bewirken bei Alessandro Gnocchi einen gewichtigen und leidenschaftlichen Wechsel der Perspektive.

S. 30
Das Gebet und Opfer anderer - Eine geistliche Besinnung

Wir alle verdanken uns und unsere Berufung dem Gebet und Opfer anderer. Im Fall des bekannten ‚Sozialbischofs‘ Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811–1877), einer führenden Gestalt im deutschen Episkopat des 19. Jahrhunderts und eines herausragenden Begründers der katholischen Soziallehre, war es eine einfache Ordensschwester, die letzte und ärmste Laienschwester ihres Klosters.

S. 40
Die Rosenkranzkönigin von Pompei und ihr Advokat Bartolo Longo

Als Bartolo Longo 1864 im Alter von 23 Jahren an der Universität von Neapel seinen Doktortitel der Rechtswissenschaften erwirbt, ahnt noch niemand, daß aus ihm einmal ein Seliger der Kirche und der Gründer des größten Rosenkranzheiligtums der Welt werden soll.

S. 42
Was ist Philosophie? (Teil XII)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der Fähigkeit des Menschen, Kunst hervorzubringen.

S. 46
Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 38) - Der Wortlaut des interreligiösen Gebetes in Sarajevo

Papst Franziskus empfindet leider, wie auch seine unmittelbaren Vorgänger, keine Scheu, gegen die gesamte kirchliche Tradition an interreligiösen Gebeten teilzunehmen bzw. diese sogar zu initiieren. Schauen wir uns in dieser Folge der Artikelserie das Gebet an, das er in Sarajevo im Juni 2015 vorgetragen hatte, im Wortlaut etwas genauer an. Denn es zeigt uns deutlich, welche Folgen für die Praxis falsche theoretische Grundansätze haben, wie sie in Nostra aetate des II. Vatikanums und im Katechismus der Katholischen Kirche grundgelegt sind.