November 2015

Titelblatt

S. 28
Das Dogma von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele im Fadenkreuz naturalistischer Philosophie, positivistischer Wissenschaft und modernistischer Theologie

Die Unsterblichkeit der menschlichen Seele ist vom fünften Laterankonzil 1513 feierlich als verpflichtende Glaubenswahrheit definiert und verkündet worden. Vom ordentlichen Lehramt wird sie in der Liturgie eindringlich dem christlichen Volk in den Glaubensbekenntnissen vorgelegt. Die heute überwiegend geteilte Glaubensüberzeugung freilich, die über die Medien verbreitet selbst in weite Kreise der Kirche und ihre theologischen Lehranstalten eingedrungen ist und insbesondere von naturalistischen Philosophen und Neurowissenschaftlern propagiert wird, betrachtet das, was wir „Seele“ nennen, als mit unseren Hirnprozessen identisch, als „Disposition“ des Leibes oder als Produkt materieller Prozesse.
Stets hat die Kirche gelehrt, daß der Mensch eine geistige, zu selbständiger Existenz fähige Seele besitzt, die unsterblich ist. Immer wieder haben Päpste diese Lehre „eingeschärft“. Nicht zuletzt hat Papst Paul VI. in seinem „Credo des Gottesvolkes“ die Existenz der unsterblichen Seele nochmals deutlich ausgesprochen. Desgleichen lehrt auch der Konzilskatechismus KKK, daß „im Tod der Leib des Menschen der Verwesung anheimfällt, während seine Seele Gott entgegengeht und darauf wartet, daß sie einst mit ihrem verherrlichten Leib wiedervereint wird“ (Nr. 997). Die Kongregation für die Glaubenslehre bekräftigte 1979 schließlich noch einmal die Lehre von der „Fortdauer und Subsistenz eines geistigen Elements nach dem Tod, der Seele“. Die „Bekräftigung“ war auch dringend erforderlich geworden angesichts bestimmter unheilvoller Entwicklungen in Liturgie, Theologie und Verkündigung.

S. 6
Bischofssynode 2015 – Eine Hintertür zu einer neomosaischen Praxis im Synoden-Schlußbericht

Während der letzten beiden Tagungen der Synode (2014 und 2015) versteckten neue Mosesjünger und neue Pharisäer ihre praktische Leugnung der Unauflöslichkeit der Ehe und einer fallweisen Aufhebung des sechsten Gebots unter dem Deckmantel des Barmherzigkeits-Konzeptes. (vgl. Schlußbericht, Nr. 84–86). Dieser Textabschnitt des Schlußberichts enthält tatsächlich eine Spur neo-mosaischer Scheidungspraxis, obwohl die Verfasser geschickt und auf schlaue Weise jede offensichtliche Änderung der Lehre der Kirche vermieden haben. So kommt es, daß sowohl die Befürworter der sogenannten „Kasper-Agenda“ als auch ihre Gegner offenbar zufrieden feststellen: „Es ist alles in Ordnung. Die Synode hat die Lehre nicht geändert.“ Eine solche Wahrnehmung ist indessen reichlich naiv, denn sie ignoriert die Hintertür und die tickenden Zeitbomben im oben genannten Textabschnitt, die bei sorgfältiger Untersuchung des Textes mit seinen darin enthaltenen Interpretationskriterien deutlich werden.

S. 14
Deutschland dem Christkönig! – Eine Kampagne der Katholischen Jugendbewegung für 2016

Von Anfang des kommenden Jahres bis zum Christkönigstreffen Ende Oktober 2016 wird die Katholische Jugendbewegung die Kampagne „Deutschland dem Christkönig“ durchführen. Die Katholische Jugendbewegung e.V. (KJB) ist das Jugendwerk der Priesterbruderschaft St. Pius X. im deutschsprachigen Raum. Sie wurde am 6. Januar 1977 von Pater Franz Schmidberger in Sankt Pelagiberg (Schweiz) gegründet und zählt heute über 400 aktive Jugendliche. Im vergangenen August hat Moritz Scholtysik die Leitung des deutschen Zweiges der Katholischen Jugendbewegung übernommen. Mit der Kirchlichen Umschau sprach er über die Pläne der KJB für das Jahr 2016.

S. 4
Unsere Priester

Wenn der Priester das heilige Meßopfer feiert und die heiligen Sakramente spendet, so ist er nur Werkzeug in der Hand Gottes; denn sowohl das heilige Opfer als auch die heiligen Sakramente sind Handlungen Christi. Das geht so weit, daß auch ein sündiger Priester diese priesterlichen Handlungen gültig vollziehen kann. Freilich ist es nicht der Wille Christi, daß Sünder die heiligen Sakramente spenden. Christus will gute Hirten, die auch durch ihr eigenes gutes Beispiel die Seelen zu Gott hinführen. Aber auch die schlechten Hirten führen ihre Schäflein auf gute Weide. Wie eine Speise sich nicht wandelt, ob sie nun in einem goldenen, silbernen oder irdenen Gefäß gereicht wird, so ändert sich Gottes Gnade nicht, wenn schlechte Priester sie uns reichen.

S. 4
Kardinal erinnert an die 10 Gebote

Francis Kardinal Arinze hat „Vorschläge“ hinsichtlich der möglichen Zulassung zivilrechtlich wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion deutlich abgelehnt. Der Kurienkardinal sagte: „Die Zehn Gebote sind uns von Gott gegeben worden. Haben wir die Autorität zu sagen es sei ‚unrealistisch’ zu erwarten, daß die Menschen sie einhalten?“ Mit der vorgeschlagenen Argumentation könne man den Menschen erlauben, jedes Gebot Gottes zu mißachten.

S. 5
Abschied von der Freiheit für das Leben!

Am 6. November 2015 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Verbot der gewerblichen Mitwirkung an der Selbsttötung. Lebensschützer sind trotzdem besorgt, denn das neue Gesetz geht nicht weit genug. „Mit der Entscheidung des Bundestages hat man den Schutz des Lebens in Deutschland weiter verunmöglicht.“

S. 16
Dogmenfuchser« – Unwort unserer Zeit Die Glaubenswahrheiten und die Barmherzigkeit

Angefangen von Oswald Spenglers berühmtem Werk über den „Untergang des Abendlandes“ versichern uns Kulturphilosophen und Kulturkritiker heute immer wieder, daß wir in einer Epoche des heraufdämmernden Nihilismus leben. Was genau soll man unter diesem so häufig in diesen Debatten verwandten Begriff des „Nihilismus“ verstehen? Um die Frage zu beantworten, bedarf es einer gründlichen philosophischen Analyse der Genesis des modernen Bewußtseins und seines Selbstverständnisses, wie es unsere Zeit geprägt hat.

S. 22
Zur Umdefinierung der Ehe – Ein „Meisterstück der Manipulation“, das eine neue Menschheit schaffen soll

Papst Benedikt XVI. nannte dies eine „anthropologische Revolution“: „Wenn es die von der Schöpfung kommende Dualität von Mann und Frau nicht gibt, dann gibt es auch Familie als von der Schöpfung vorgegebene Wirklichkeit nicht mehr. Dann hat aber auch das Kind seinen bisherigen Ort und seine ihm eigene Würde verloren. (…) Es wird sichtbar, daß dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst.“

S. 38
Die selige Aniela Salawa – Das „heilige Fräulein“ von den Beskiden

Eine Aura glanz- und klangvoller Begriffe wie „Fin de siècle“ (Ende des Jahrhunderts) oder „Belle Époque“ (Schöne Epoche) durchweht und durchwebt den Äther des bürgerlichen Europas von 1884 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Der Geist jener Zeit drückt sich aus im pulsierenden (Genuß-)Leben, welches sich präsentiert in Cafés, Kabaretts, Ateliers, Galerien, Konzertsälen, Salons sowie auf den Flaniermeilen der Metropolen. Im Schatten dieses bürgerlichen Zeitgeistes jedoch gestaltet sich das Leben eines unscheinbaren Dienstmädchens mit Namen Aniela auf einem ganz anderen Feld – jenem nämlich der aus Berufung vollzogenen Arbeit als schlichte, fleißige, gottergebene Magd. Der Glanz ihrer eigenen, persönlichen „Belle Époque“ liegt – fern etwa mondänen Cafés, Ateliers und Galerien – über ihrer harten Arbeit auf Viehweiden und in Küchenstuben sowie über ihrem unermüdlichen Einsatz in den Verwundeten-Spitälern des Ersten Weltkrieges.

S. 40
Was ist Philosophie? – Teil XIII

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der Fähigkeit des Menschen, Kunst hervorzubringen.

S. 48
Neuevangelisierung – Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht / Teil 39: Gottes Endgericht

Kommen wir wieder auf den Wortlaut des interreligiösen Gebetes von Sarajevo zurück! (Folge 37 / September 2015) Noch eine weitere Aussage ist nicht wirklich durchdacht, und zwar diesmal von der christlichen Dogmatik aus betrachtet. Es heißt hier nämlich: „Ein einziger Richter aller Menschen, der du deine Gläubigen mit der ewigen Herrlichkeit belohnst.“ Zum einen scheint in diesem Gebet
eine Bestrafung gar nicht mehr vorgesehen zu sein, die gerade im Islam eine große Rolle spielt. Oder läßt der Papst sie fort, um nicht mit dem Zeitgeist in Konflikt zu geraten? Immerhin wäre es auch zu erheblichen dogmatischen Problemen gekommen, wenn wir einmal ein wenig polemisch werden dürfen: Denn was einem Christen die ewige Herrlichkeit verspricht, nämlich der Glaube an die Gottheit Jesu Christi und eine entsprechende Glaubenspraxis, wird nach dem Koran mit dem ewigen Höllenfeuer bestraft (siehe z. B. Sure 5,72). Hier wird einem schlaglichtartig der ganze Aberwitz
solcher gemeinsamer Gebete klar!