Februar 2016

Titelblatt

S. 22
Gilt für die Juden nicht der Neue Bund in Christus?

Unkatholische und unwissenschaftliche Ansätze in einem vatikanischen Dokument
Am 10. Dezember 2015 war unter der Federführung von Kardinal Kurt Koch von der „Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum“ in Rom ein neues Dokument herausgegeben worden. In der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ wurde es vorgestellt unter der Überschrift: Berufen, ein Segen für die Welt zu sein – ‚Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt‘ (Röm 11,29): Reflexionen zu theologischen Fragestellungen in den katholisch-jüdischen Beziehungen aus Anlaß des 50-jährigen Jubiläums von ‚Nostra aetate‘ (Nr. 4).
Was der zentrale Zweck des ganzen Unternehmens war, geht aus der Stellungnahme des israelischen Rabbiners David Rosen, des Beraters des israelischen Chefrabbinats in interreligiösen Fragen und Dialogbeauftragten des American Jewish Comittee, hervor: „Die von katholischer Seite erfolgte theologische Bekräftigung, dass die Juden schon Teil von Gottes Heilsplan sind und daher keiner Mission der Bekehrung bedürfen, ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt des Dokuments.“

S. 8
Mortuus adhuc loquitur – Noch als Toter spricht er

Aus der Ansprache von Pater Franz Schmidberger bei der Beerdigung von Prof. Dr. Walter Hoeres am 26. Januar 2016:
…Eine wichtige, weithin hörbare Stimme inmitten des deutschen Restkatholizismus ist verstummt. Und doch: Noch als Toter spricht er. Wer war Walter Hoeres? Ein katholischer Mann, ein katholischer Paterfamilias, ein katholischer Publizist, ein katholischer Philosoph, ein katholischer Lehrer, der in wunderbarer Weise in sich Natur und Gnade verband. … Zusammen mit Bernhard Lakebrink, Joseph Pieper und Paul Hacker, um nur einige Namen zu nennen, war es ihm als großem Vertreter der deutschen Geistesgeschichte ein Herzensanliegen, das kostbare Gut des christlichen Denkens an eine nächste Generation weiterzugeben. … So tragen wir heute ein Stück deutsche Geistesgeschichte zu Grabe.

S. 6
Christus und die römische Synagoge

Am 17. Januar 2016 besuchte Papst Franziskus die große Römische Synagoge. Er erwähnte bei seiner Ansprache leider nicht ein großes Ereignis der Nachkriegsgeschichte, das die Liebe des heiligsten Herzens Jesu zum jüdischen Volk zeigte: die Bekehrung des römischen Oberrabbiners Israel Zolli 1944.

S. 6
Gräfin von Westphalen verstorben

Die bekannte Lebensschützerin Johanna Gräfin vonWestphalen ist am 21. Januar 2016 im Alter von 79 Jahren verstorben.

S. 10
„Durch seine Wunden seid Ihr geheilt“ (1 Petr 2,24)

Erst die im 20. Jh. begonnenen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Grabtuch von Turin und seiner Komplementärreliquie, dem Schweißtuch von Oviedo, ermöglichen einen zusehends objektiven Zugang zum physischen und psychischen Leiden des Herrn, der widerstandslos unsagbar bestialische Folterungen über sich ergehen ließ, um „uns aus der Knechtschaft der Sünde zu erlösen …“

S. 13
Geht zu Thomas! Der Lehrer der Kirche meldet sich zu Wort – Was heißt büßen?

Wenn wir jemanden beleidigt haben, genügt es nicht, einfach zu sagen: „Ich sag’s jetzt nicht mehr.“ Sondern wir müssen wieder gut machen, zusätzlich etwas leisten. Wir entschuldigen uns bei ihm und versuchen, durch ein freundliches Wort wieder gut zu machen, was wir durch unsere Beleidigung angerichtet haben. „Die Wiedergutmachung einer Beleidigung geschieht nicht dadurch, daß man aufhört, den anderen zu beleidigen. Darüber hinaus ist es nötig, Sühne zu leisten.“ (q. 85, a. 3) Diese Sühne soll die Schuld einigermaßen ausgleichen.
Hier hat die Tugend der Buße ihren Platz. Thomas sagt, die Tugend der Buße sei ein Teil der Gerechtigkeit. Der Gerechte gibt jedem, was ihm zusteht, so daß die Schulden einigermaßen ausgeglichen sind. „Die Gerechtigkeit ist eine gewisse Gleichheit.“ (q. 85, a. 3)

S. 14
Die Ratlosigkeit der Agnostiker – Ohne Gott und ohne Daseinszweck

Natürlich benutzt auch der moderne Mensch seinen Verstand, um seine Ziele zu finden und festzusetzen, und die richtigen Mittel, sie zu erreichen: eine Aufgabe, die traditionellerweise der Klugheit zugeschrieben wird. Aber es geht ihm dabei immer nur um den „fiis proximus“, wie ihn Thomas nennt: um das unmittelbar nächstliegende und vor Augen liegende Ziel und nicht um das eigentliche Ziel seines Daseins, das allein seinen Handlungen einen letzten und entscheidenden Sinn und Wert verleihen würde. Damit stellt sich freilich die Frage, ob es nicht ohnehin für sinnvolles und humanes Handeln genügt, sich im Vorläufigen und Nächstliegenden einzurichten. und sich damit zufriedenzugeben.
Das ist aber nach dem hl. Thomas ganz und gar nicht der Fall. Und um das zu begründen, greift er keineswegs einfach auf erbauliche und fromme Ermahnungen zurück, sondern die Lehre, daß alle Dinge darauf angelegt sind, ja danach streben, das ihnen von ihrer Natur und damit vom Schöpfer gesteckte Ziel, ihre Vollendung und Vollkommenheit zu erreichen.

S. 50
Was ist Philosophie? (Teil XII)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der Frage von Gut und Böse.

S. 56
Die Heimat verlassen für Christus – Die Heilige Walburga

„Walburga ist mit ihrem Onkel Bonifatius eine der Schlüsselfiguren der christlichen Frühzeit des Frankenreiches und eine Persönlichkeit der sakralen Politik und Gesellschaft des abendländischen Mittelalters.“ (Hermann Holzbauer)