März 2016

Titelblatt

S. 16
Pläne der Barmherzigkeit – 1916 vor hundert Jahren erschien ein Engel den Hirtenkindern von Fatima

Das kommende Jahr 2017 steht im Zeichen zweier „Jubiläen“, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 1517–2017: 500 Jahre lutherische Revolution gegen den Apostolischen Stuhl, 1917–2017: 100 Jahre Marienerscheinungen von Fatima. Zwischen beiden Ereignissen oszilliert der real existierende Katholizismus. Der ökumenistische Geist, der nach dem durch das II. Vatikanum initiierten Paradigmenwechsel zur bestimmenden Idee fast aller kirchlichen Vollzüge geworden ist, liegt wie Asche auf der Kirche und lähmt jede Erneuerung. Unter der Oberfläche liegt ein himmlischer Impuls fast verschüttet, der 1917 zur Buße und Bekehrung aufrief, zur Sühne und Heimkehr nach Rom. Fatima und Wittenberg sind wie zwei Lager, die zur Entscheidung rufen.

S. 20
„Der Papst ist sicher nicht das Maß der Tradition“ – Weihbischof Athanasius Schneider zu aktuellen Themen der Kirche

Die Internetseite Rorate Caeli hat Weihbischof Athanasius Schneider, einen der prominentesten Prälaten, der für die Wiederherstellung der traditionellen lateinischen Messe und der Glaubensverkündigung arbeitet, zu verschiedenen Themen befragt. Diese deutsche Übersetzung wurde vom Weihbischof approbiert.
In diesem breitgefächerten Interview hat Weihbischof Schneider seine Gedanken zu Themen dargelegt, die sich in dieser Zeit der großen Krise als kritisch für die Kirche erweisen. Lesen Sie das ganze Interview, so dass Sie im Bilde sind über die Gedanken des Prälaten zum gegenwärtigen Status der Priesterbruderschaft St. Pius X., der Beteiligung von Frauen an der Messe und der Fußwaschung an Frauen, ob Russland jemals wirklich dem Unbefleckten Herzen Mariä geweiht wurde, zu Summorum Pontificum und anti-pastoralen Bischöfen, und noch vieles mehr.

S. 30
Die Idee des Übermenschen – Friedrich Nietzsche und seine Vision

Friedrich Nietzsche gilt als einer der rabiatesten Christentumsverächter der Philosophiegeschichte. Der hochbegabte Altphilologe verfiel mit 45 Jahren dem Wahn. Sein Werk ist nicht systematisch, sondern aphoristisch. Gerade seine radikale Ablehnung des Glaubens machte ihn hellsichtig für die Folgen des Gottesverlustes. Nietzsches Idee des Übermenschen, für den die gewöhnlichen Gesetze und Gebote nicht gelten, hat eine Schneise der Verwüstung in der Geistigkeit der Moderne hinterlassen.

S. 6
KPE-Jubiläum: „Es ist schön, katholisch zu sein“

Die katholische Pfadfinderschaft Europas feierte am 27.02.2016 mit einem großen Bundesfest in Neu-Ulm ihr 40-jähriges Jubiläum. Es kamen fast 1000 Pfadfinder und Ehemalige zu der Großveranstaltung.

S. 7
Postsynodales Schreiben

Papst Franziskus will nach Gerüchten italienischer Vatikanisten am Weißen Sonntag eine postsynodale Exhortation veröffentlichen. In der erwarteten „Ermahnung“ formuliert der Pontifex erstmals „verbindliche“ Schlußfolgerungen aus den beiden Bischofssynoden zu Ehe und Familie im Herbst 2014 und 2015.

S. 7
Videovernehmung: Kardinal verteidigt sich

Am 28. Februar und an den beiden Folgetagen ist Kardinal George Pell mittels einer Videoschaltung von der staatlichen australischen Mißbrauchskommission befragt worden. Der Kardinal konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht in seine Heimat fliegen. Dabei ging es insbesondere um Mißbrauchsfälle in der australischen Diözese Ballarat

S. 8
Kühler Empfang für den Staatspräsidenten

22 Minuten dauerte die Audienz für den neuen argentinischen Präsidenten. Argentiniens Vizepräsidentin Gabriela Michetti hat sich zum Teil enttäuscht über das erste Treffn von Papst Franziskus mit dem neuen Staatspräsidenten Mauricio Macri am 27. Februar geäußert.

S. 8
Vatikanprotokoll: Second Lady

Künftig sind bei Papstaudienzen laut Presseberichten auch die „Partner“ wiederverheirateter katholischer Staatsgäste zugelassen.

S. 8
Kreuzweg in der Fastenzeit

Durch den hl. Leonhard von Porto Maurizio (1676-1751) aus dem Orden des hl. Franziskus fand die Kreuzwegandacht fand durch ihn ihre heutige Gestalt. Er nannte den Kreuzweg „die Mutter aller religiösen Übungen“, da sie dem Herrn auf den Weg zur Kreuzigung folgt. Kaum eine Andacht eignet sich besser für die Fastenzeit.

S. 10
Fußwaschung an Moslems

Seit diesem Jahr sind auch in den Pfarrkirchen Deutschlands Frauen offiziell zur Fußwaschung in der Abendmahlsliturgie
am Gründonnerstag „zugelassen“. Eine entsprechende Änderung des liturgischen Ritus wurde in den Amtsblättern der einzelnen Bistümer veröffentlicht. Bereits im Januar hatte die Gottesdienstkongregation – nach offensichtlich langem, beharrlichem Widerstreben – auf Weisung von Papst Franziskus den Ritus für Frauen offiziell geöffnet. Allerdings spricht das Dekret von „Gläubigen“ bzw. Mitgliedern des „Gottesvolkes“. Papst Franziskus wusch in den letzten beiden Jahren auch Ungetauften (Muslimen) die Füße.

S. 10
England: Experimente mit menschlichen Embryonen

Großbritanniens Regierung hat die Genmanipulation an menschlichen Embryos erlaubt. Aktives Verändern der menschlichen DNA ist noch in vielen Ländern – auch in Deutschland – verboten. Die anglikanische Kirche in Großbritannien war den Lebensschutzbemühungen in den Rücken gefallen, indem sie durch einen Sprecher erklärte, daß sie Veränderungen der Gensequenz aufgeschlossen gegenüberstehe.

S. 10
„Reservierte Sünden“: Päpstliche Sondervollmachen genau definiert

Zum Heiligen Jahr der Erbarmung hat der Heilige Vater weltweit mehr als tausend „Missionare der Barmherzigkeit“ ausgesandt. Diese außerordentlichen Beichtväter haben die Sonderbefugnis, „auch von den Sünden loszusprechen, die normalerweise dem Apostolischen Stuhl vorbehalten sind“

S. 11
Mauern bauen

Papst Franziskus hat in der Pressekonferenz zum Abschluß seiner Südamerikareise Donald Trump, den Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner, ungewöhnlich scharf kritisiert. Ein ähnliches Mahnwort zu Hillary Clinton, der Bewerberin der konkurrierenden „Demokraten“, hörte man vom Papst leider nicht. Dabei hat sie das umfangreichste Projekt aller Zeiten zur weltweiten Propagierung der Abtreibung in ihrem Programm.

S. 11
DEMO FÜR ALLE: In Stuttgart geht es weiter

Am 28. Februar demonstrierten über 4.500 Menschen, darunter sehr viele Familien mit ihren Kindern, in Stuttgart für den Schutz von Ehe und Familie. Bei der „Demo für alle“ wehren sich besorgte Bücher gegen Sexualisierung und Genderwahn der Kulturkämpfer der baden-württembergischen Landesregierung. Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte die stellenweise sehr aggressiven Versuche der Gegendemonstranten, den friedlichen Protest der „Demo für alle“ zu stören.

S. 11
Guadalupe: Das ist etwas, das von Gott kommt

Der Februar stand für den Vatikan ganz im Zeichen der Südamerika-Reise des Papstes. Sechs Tage verbrachte der Papst in Kuba und in Mexiko. Geistlicher Höhepunkt war sicher sein Besuch im Marienheiligtum von Guadalupe im Mexiko-Stadt.

S. 12
Syrien: Christliche Präsenz im Verschwinden

Am 28. Januar 2016 erklärte Patriarch der syrisch-katholischen Kirche, in Rom: „Unser Alptraum, unsere größte Angst ist das, was in der Türkei passiert ist und was im Irak und in Syrien passieren wird: dass kaum noch eine christliche Präsenz übrigbleibt.“ Der Patriarch verurteilte „die Gleichgültigkeit“ des Westens, der geopolitische Interessen über das Schicksal der Christen im Nahen Osten stellt.

S. 12
65 Jahre Priester des HErrn: Prälat Prof. Dr. Georg May

Prof. Dr. Georg May gehört zu den großen Priestergestalten unserer Zeit. Vielen Gläubigen war und ist er durch sein priesterliches Wirken, sein unerschrockenes Wort und durch seine zahlreichen Schriften eine Stütze im Glaubenskampf der letzten Jahrzehnte.

S. 13
Robert Spaemann: Zur Debatte um die Einwanderung

In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ hat der Philosoph Robert Spaemann Gründe für die Bevorzugung bestimmter Flüchtlingsgruppen genannt. Im Wesentlichen folgt das, was Spaemann im Interview sagt, aus dem Naturrecht.

S. 14
Vom Aquinaten abweichen bedeutet immer einen großen Schaden – Ein Gespräch mit dem Philosophen und Verleger Dr. Rafael Hüntelmann

Der Verlag EDITIONES SCHOLASTICAE hat soeben die beiden ersten
Bände einer auf zehn Bände angelegten Übersetzung des Kommentars von Thomas von Aquin zu Aristoteles’ Metaphysik veröffentlicht. Es ist die erste Übersetzung ins Deutsche. Die KU sprach mit dem Verleger und Philosophen Dr. Rafael Hüntelmann.

S. 26
Das Holz, an dem der Herr starb, und ein deutscher Richter

Der Saarbrücker Gerichtspräsident hat alle Kreuze aus den Sitzungssälen des Amtsgerichts entfernen lassen. Dies ist schon lange kein Einzelfall mehr. Die Begründung des Gerichtspräsidenten für diesen feindlichen Akt gegen Gott unterscheidet sich allerdings von den bisherigen Argumenten für solche Maßnahmen. Der Gerichtspräsident sagte, das Kreuz sei auch ein Symbol einer Autorität. Es sei aber nicht diese Autorität, „in deren Namen wir Recht sprechen“.
Es gibt keine Autorität in dieser Welt, die nicht von Gott stammt. Wenn man nun diese Autorität
Gottes bestreitet, dann kann es keine Autorität mehr geben. Und genau in dieser Situation befindet sich nicht nur der deutsche Rechtsstaat, sondern die meisten westlichen Länder. Doch was bleibt, wenn Macht ausgeübt werden muß, wenn Recht gesprochen werden muß, wenn Kinder erzogen werden und Menschen regiert werden müssen, wenn all dies ohne Autorität geschehen soll? Es bleibt nichts anderes übrig als die Gründung der Macht auf die bloße Gewalt.

S. 36
Der König am Kreuz

»Wir brauchen Konstantine und Helenas, die das Kreuz wieder aus dem Schutte graben.« (Prälat Mäder)

S. 40
Was die Geschichte uns zu sagen hat: Mohammed vor den Toren“ – Ein Epilog von Richard Niedermeier

Im Verlag Petra Kehl ist ein Buch von Richard Niedermeier erschienen, das wir unseren Lesern empfehlen dürfen: „Mohammed vor den Toren. Ein Kampf um Europa“ (EUR 13,90). Mit Erlaubnis des Verlages veröffentlichen wir hier das umfangreiche Nachwort.

S. 44
„Statt der kurzen und hinfälligen Güter ewiges Glück“ – Die hl. Lea von Rom

S. 46
Was ist Philosophie?

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der sog. „Theologie des Leibes“.

S. 48
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht

Nachdem Dr. Heinz-Lothar Barth in der KU Januar 2015 ein erstes Motiv für die Abwertung des Alten Testaments in der protestantischen Theologie beschrieben hat), findet er noch ein weiteres, nämlich den lutherischen Subjektivismus.