Juni 2016

Titelblatt

S. 14
Päpste und Kirchenväter – Ein Gespräch mit dem Priester und Patrologen Prof. Dr. Michael Fiedrowicz

Vor kurzem hat der Trierer Theologieprofessor eine umfassende Sammlung päpstlicher Texte über die Kirchenväter vorgelegt. Die KU sprach mit dem Herausgeber über Absicht und Bedeutung dieser Dokumentation.
Die in der vorliegenden Textsammlung enthaltenen päpstlichen Ansprachen und Lehrschreiben über die Kirchenväter können mit ihrer Vielfalt der Themen, der Herausstellung der spezifischen Botschaft einzelner Vätergestalten für die heutige Zeit, dem unablässigen Appell zur Aneignung ihres theologischen und spirituellen Erbes der Kirche der Gegenwart verläßliche Orientierung und ermutigende Impulse bieten, um die Herausforderungen der modernen Epoche zu bestehen. Das um so mehr, als unsere Zeit in vielerlei Hinsicht derjenigen gleicht, in der die Väter der Welt das Evangelium verkündeten.

S. 20
„Gemeinsamkeiten mit dem Islam in Glauben und Werten“ – Zum vatikanischen Memorandum vom 7. Mai 2016

In der Erklärung heißt es, die Gemeinsamkeiten in Glauben und Werten böten eine „solide Grundlage für friedliches und fruchtbares Zusammenleben“. Dem vatikanischen Memorandum steht nun allerdings von muslimischer Seite eine Vielzahl bedeutsamer Erklärungen gegenüber, die das Diktum von den „Gemeinsamkeiten in Glauben und Werten“ als hohle Phrase bzw. unwahren, faulen Kompromiß entlarven, weil „Gemeinsamkeiten“ offenbar dem „Dialog-Erfolg“ zuliebe vorgetäuscht werden. So hat z. B. der „Islamrat für Europa“ 1981 in einer „Allgemeinen islamischen Menschenrechtserklärung“ festgestellt, diese Rechte würden im Islam in unüberbietbarer Form garantiert. Daher seien alle Menschen aufgefordert, den Islam anzunehmen. Dies verlangt implizit auch die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“, der Organisation der islamischen Konferenz von 1990. In ihr steht nicht die Würde des Menschen an erster Stelle, sondern das Gesetz Allahs, die Scharia.

S. 28
Für eine christliche Zukunft – Die Notwendigkeit katholischer Schulen und der katholischen Lehrerbildung in unserer Zeit

Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft. Erziehung und Bildung nehmen den wichtigsten Platz bei der Frage ein, wie gesellschaftliche und soziale Entwicklungen aller Art beeinflußt werden können. Nichts ist daher gesellschaftlich so umstritten, wie die Frage nach der Bildung unserer Kinder. Auf diesem Feld toben sich seit jeher die unterschiedlichsten Weltanschauungen, politischen Richtungen und Ideologien aus. Da Bildung und Erziehung wesentlich von dem Bild des Menschen abhängen, das der Erzieher mitbringt, spielen philosophische Grundannahmen und der religiöse Glaube eine ausschlaggebende Rolle für die Pädagogik.

S. 4
Unser Apostat

Wir dürfen daher nicht zu sehr auf die sichtbaren Früchte und Resultate schauen. Was die Welt ein Unglück nennt, verwandelt sich oft für die Interessen Jesu in ein Glück. … Seine Interessen folgen nicht den Regeln der Welt, sondern den Regeln der Gnade. Wir müssen mit einem andern Maß messen, und nicht mit dem Maßstab der Welt, wir müssen unser Maß und Gewicht aus dem Heiligtum nehmen!

S. 4
Keine Kompromisse in Fragen von Ehe und Familie

Die Gender-Ideologie ist für Robert Kardinal Sarah ein „naturwidriger“ Schwindel, der an der US-amerikanischen Universität Harvard in den 1950er Jahren ersonnen und durch die feministische Philosophin Judith Butler propagiert worden sei. Heute werde unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Sexismus sowie für Geschlechtergleichheit die Familie zerstört. Die Gender-Ideologie ziele auf eine Änderung der Machtverhältnisse, Christen dürfen, so Kardinal Sarah, in Fragen von Ehe und Familie keine Kompromisse eingehen. Es gehe letztlich um den Kampf zwischen dem Geist der Welt und dem Heiligen Geist.

S. 5
Neuer Wächter der Heiligen Stätten

Mit dem offiellen Einzug nach Jerusalem hat der Franziskaner Francesco Patton (52) die Leitung der „Kustodie“ im Heiligen Land übernommen. Die Kustodie ist die Provinz der Franziskaner im Heiligen Land. Der Kustos (Wächter) gilt daher bis heute neben dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem als der wichtigste Repräsentant der katholischen Kirche im Heiligen Land.

S. 6
Sophienkirche (Hagia Sophia) für die Dauer des Ramadan Moschee

Einst war die Hagia Sophia die größte Kirche der Welt. Dann Hauptmoschee des Osmanischen Reiches. Heute ist sie ein Museum. In diesem Jahr wurde sie für den islamischen Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr zwischen dem 6. Juni und dem 5. Juli liegt, von der türkischen Regierung wieder zur Moschee erklärt. Der ORF berichtete: „Für den Istanbuler Abgeordneten von Erdogans AKP-Partei, Samil Tayyar, ist diese „Ein-Monats-Moschee“ aber noch zu wenig an Vergeltung für die „Genozid-Lüge“ der Deutschen und anderer Abendländer. In der regierungsnahen Morgenzeitung „Sabah“ vom 5. Juni erklärte er, die Hagia Sophia müsse auch über diesen Ramadan hinaus für immer Moschee bleiben. Die westlichen Christen seien keine Freunde der Türken mehr. Man habe daher auf sie keine Rücksicht zu nehmen.“

S. 6
Über die Entschlafung Marias

Buchempfehlung: Ist die allerseligste Jungfrau am Ende ihres Erdenlebens gestorben? Pius XII. ließ bei der Dogmatisierung der Himmelfahrt die Frage offen. Die Frage steht im Zusammenhang mit der Bewahrung von der Erbsünde. Msgr. Dr. Florian Kolfhaus erläutert in einem neuen Buch, basierend auf Schrift und Tradition, Lehramt und Liturgie, wie die Mutter des Herrn nach diesen Erkenntnissen ihre Existenz unter den Menschen vollendet hat.

S. 7
Zwei Heiligsprechungen

Papst Franziskus hat den polnischen Ordensgründer Stanislaus von Jesus Maria (1631–1701) und die schwedische Konvertitin Maria Elisabeth Hesselblad (1870–1957) heiliggesprochen.

S. 7
Verwirrung um „Erweitertes Papstamt“

Am 21. Mai 2016 hielt Erzbischof Georg Gänswein in der Päpstlichen Universität Gregoriana eine – viele Katholiken verwirrende – Rede über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI.
„Als Teilhabe am „petrinischen Dienst“ verstand und versteht Benedikt seine Aufgabe vor und nach dem Rücktritt bis heute. Er hat seinen Stuhl geräumt, doch diesen Dienst hat er mit seinem Schritt vom 11. Februar 2013 eben nicht verlassen. Er hat das personale Amt statt dessen ergänzt um eine kollegiale und synodale Dimension, als einen quasi gemeinsamen Dienst ... Seit der Wahl seines Nachfolgers Franziskus am 13. März 2013 gibt es keine zwei Päpste, aber de facto ein erweitertes Amt - mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber.“

S. 11
Der Geist der Sühne – Mahnwort vom Throne Petri

Im Jahr 1928 veröffentlichte Papst Pius XI. die Enzyklika „Miserentissimus redemptor“ [Unser erbarmungsvoller Erlöser] über die dem Heiligsten Herzen Jesu allgemein geschuldete Sühne. Eine höchst aktuelle Lehre, die heute im Mund der Prälaten nicht mehr zu finden ist. Doch die Frage bleibt: Wer von den von Gott dazu berufen Hirten, ruft die Katholiken zur Sühne? Wer wird die Sündenflut sühnen? Wer wird das heiligste Herz Jesu trösten? Im Herz-Jesu-Monat Juni soll an diese päpstliche Mahnung erinnert werden.

S. 34
Am Hof des Großmoguls – Eine Erzählung von Wilhelm Hünermann

„Dialog“ ist ein schillerndes Wort. In einer bestimmten Weise ist er so alt wie die Mission, in anderer Weise ist er ein Kind des Paradigmenwechsels des II. Vatikanums. Es gibt ja nicht nur eine homogene Dogmenentwicklung, sondern auch eine einheitlich oder gleichmäßig beschaffene Entwicklung eines Irrtums. Die KU möchte zu diesem Thema hier einmal keinen theologischen Artikel bringen, sondern eine Erzählung des Priester-Schriftstellers Wilhelm Hünermann über das Leben eines seligen Jesuiten: Rodolfo Acquaviva (1550–1583) war der Sohn eines Herzogs und ein Verwandter des hl. Aloysius von Gonzaga. Der Jesuit wurde für die Mission in Indien bestimmt. Mit einigen Mitbrüdern wurde er an den Hof des muslimischen Großmoguls Akbar gesandt.

S. 44
Was ist Philosophie? (Teil XX)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der „Ethik“, den Leidenschaften der menschlichen Seele und dem Streben des menschlichen Herzens.

S. 52
Die selige Mystikerin Elisabeth von Schönau – Treue Befolgerin der Ordensregel

Das Römische Martyrologium vermeldet am 19. Juni eine deutsche Heilige: „In Schönau in Deutschland die hl. Jungfrau Elisabeth, ihrer treuen Befolgung des klösterlichen Lebens wegen berühmt.“ Dieser der hl. Elisabeth von Schönau (1129–1164) zugeschriebene Ruhm speiste sich allerdings nicht nur aus der Tugend, sondern auch aus der Mystik der Benediktinernonne.

S. 52
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 45) – Wie stehen katholische Kirche und Protestanten zur allegorischen Bibelexegese?

Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 45) – Wie stehen katholische Kirche und Protestanten zur allegorischen Bibelexegese?
Wir haben wie wichtig eine allegorische Auslegung der Bibel ist, u. a. auch zur Abwehr von muslimischen Angriffen gegen das Christentum. Ausgegangen waren unsere Überlegungen zuvor von den Angriffen des Berliner protestantischen Theologieprofessors Notker Slenczka gegen bestimmte Stellen des Alten Testaments, denen man nicht mehr den Rang christlicher Offenbarung zusprechen könne. Aber: Ohne allegorische Deutung ist das Alte Testament, das muß man sich ganz klarmachen, in seiner vollen Bedeutung für das Christentum nicht zu halten. Das war eine wichtige Erkenntnis schon der frühen christlichen Gelehrten.