Mai 2017

Titelblatt

S. 18
Der 13. Mai 1917 und eine Welt, die nicht hört

Der 13. Mai 1917 und eine Welt, die nicht hört – Ein Interview mit dem Fatima-Priester Pfarrer Rudolf Atzert Von 1995 bis 2016 war Pfarrer Atzert in der Seelsorge an den deutschsprachigen Pilgern in Fatima (Portugal) tätig.

„Ich wurde damals gefragt, ob sich etwas ändert, wenn das dritte Geheimnis bekannt wird. Hören die Menschen dann auf den lieben Gott? Ich habe etwas pessimistisch geantwortet, nach dem ersten und zweiten Geheimnis zu urteilen, werde sich auch dann nichts ändern. … Sind die Leute jetzt besser, da wir das dritte Geheimnis nun kennen, zumindest so, wie es uns vom Vatikan geoffenbart worden ist? Sensationsgier ist eben nicht wirkliches Interesse. Und schon gar nicht die Bereitschaft zur Umkehr.“

S. 24
Von der Anwesenheit des Verborgenen - Eine Rezension von Dr. Heinz-Lothar Barth

Um es vorweg zu sagen: Genau so ein Buch haben wir schon lange vermißt! Es dürfte, jedenfalls im deutschsprachigen Bereich, nichts Vergleichbares geben, was auf so knappem Raum mit so vielen schönen Bildern vom Ablauf einer Zelebration so plastisch den Menschen unserer heutigen Zeit Geist und Form der traditionellen lateinischen Messe nahebringt.

Die Empfehlung kann nur lauten, das wunderschöne Büchlein, das sich trotz der anspruchsvollen Materie leicht lesen läßt, sofort zu kaufen, und zwar am besten beim Sarto-Verlag, der sich gerade für die Bewahrung und Pflege der überlieferten lateinischen Liturgie stark einsetzt. Ich verspreche allen religiös Interessierten, die diesem Ratschlag folgen, einen intellektuellen und ästhetischen Genuß, wie er heute in unserer nihilistischen Welt nur noch selten möglich ist. Vor allem aber wird die Lektüre einen großen geistlichen Gewinn mit sich bringen, der auch dem Rezensenten selbst durch Gottes Gnade zuteil wurde.

S. 38
Erfahrungen einer engagierten Katholikin auf der Bischofssynode 2015

Die KU dokumentiert hier einen Vortrag der rumänischen Medizinerin Dr. Anca-Maria Cernea von der Vereinigung katholischer Ärzte in Bukarest. Im Jahr 2015 hielt sie vor den Bischöfen der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom eine Intervention zur ehelichen Treue, die große Beachtung gefunden hat.

„Diese revolutionäre Ideologie nennt sich selbst ‚fortschrittlich‘. Aber sie ist so alt wie das Angebot der Schlange an den ersten Menschen, die Herrschaft zu übernehmen, sich an die Stelle Gottes zu setzen, selbst die Erlösung zu schaffen, hier in dieser Welt.“

S. 4
Einsam

Es gibt zwei Arten von Einsamkeit. Die eine ist beglückend und schöpferisch. Die andere Einsamkeit wirkt verbitternd oder kommt aus der Verbitterung mit den Menschen. Sie alle möchte man zu jenem großen Einsamen führen, der auf unsern Altären weilt. Obgleich Er vorausgesehen hat, daß Er oft sehr verlassen inmitten Seines Volkes sein wird, hat Er das hochheilige Sakrament des Altares doch eingesetzt und läßt Sich in das kleine Zelt einschließen, um immer da zu sein, wenn ein verlassener Mensch nach Ihm sucht.

S. 4
6. Mai – Vereidigung der Schweizergarde

In einer feierlichen Zeremonie schworen am 6. Mai 2017 40 neue Rekruten der Schweizergarde dem Papst und seinen rechtmäßigen Nachfolgern „treu, redlich und ehrenhaft zu dienen“. Am 6. Mai 1527 wurden 147 Schweizergardisten von kaiserlichen Söldnern erbarmungslos niedergemetzelt, als sie beim „Sacco di Roma“ Papst Clemens VII. beschützen wollten.

S. 5
Demo für Alle – Symposion erfolgreich durchgeführt

Das unter schwerem Polizeischutz von DEMO FÜR ALLE veranstaltete Sexualpädagogik-Symposium im Kurhaus in Wiesbaden am Samstag, den 6. Mai 2017, war ein großer Erfolg. Die über 400 Teilnehmer bekamen neben der dargelegten Rechtslage zur schulischen Sexualerziehung einen fundierten Einblick in die mangelhaften wissenschaftlichen Grundlagen der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ (SPV).

S. 5
Chur – Bischof Huonder regiert weiter die Diözese

Papst Franziskus hat das vom Kirchenrecht vorgesehene Rücktrittsgesuch des 75-jährigen Churer Bischofs Bischof Vitus Huonder erst mit Wirkung Ostern 2019 angenommen. Damit hat der Churer Oberhirte zwei weitere Jahre Zeit, vom Modernismus angekränkelte Strukturen seines Bistums weiter zu erneuern.

S. 6
Papst stärkt Apostolat der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Die KU dokumentiert ein Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Pius X. zum Brief der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei über die Eheschließung der Gläubigen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (4. April 2017).

S. 7
Lourdes-Linien

Geographische Karten-Software auf dem Computer ist ein großartiges Hilfsinstrument; ganz schnell und ohne Aufwand kann man auf dem Globus zwischen geographischen Punkten Linien einzeichnen. Macht man dies mit einigen Orten, die irgendwie mit dem marianischen Zeitalter zu tun haben, wird man zu einem eigenartigen Rätsel geführt.

S. 10
Buchempfehlung „300 Jahre gläubige & ungläubige Theologie“

Prof. Georg May hat in seinem hohen Alter nochmals ein umfangreiches und bedeutendes Werk vorgelegt, in dem er einen Überblick über die Theologie seit der Aufklärung im deutschsprachigen Raum gibt. Seit dieser Zeit gibt es neben der gläubigen auch eine ungläubige Theologie, die den christlichen Glauben nicht aufbaut und verteidigt, sondern verwässert und niederreißt. Diese ungläubige Theologie ist maßgeblich dafür verantwortlich, daß weite Teile der Bevölkerung den Glauben verloren haben.

Wie der Autor in der Einleitung schreibt, wollte er seine Untersuchung anfangs auf die katholische Theologie begrenzen. Dies erwies sich allerdings als nicht möglich, da die katholischen Theologen, die dem Glauben mehr schadeten als nützten, weitestgehend vom Protestantismus beeinflußt waren und dessen Positionen übernahmen.

S. 14
Europas wahre Größe – Ein Bekenntnis

S. 14
Amoris laetitia – Ein verfälschtes Thomas-von-Aquin-Zitat

Im Hinblick auf Amoris laetitia könnte man von philosophischer Seite ganz allgemein sagen, daß es vom Naturrecht keine Ausnahmen gibt. In der apostolischen Exhortation des Papstes geht es allerdings um die theologische Frage, ob man Personen, die im dauernden Ehebruch leben, die Sakramente erteilen darf oder nicht. Doch darum geht es in diesem Beitrag nicht, sondern um die Verfälschung des hl. Thomas im Text des Papstes. Denn der Papst zitiert Thomas von Aquin aus der Summa theologica in einer Weise, die den Gehalt des Textes geradezu ins Gegenteil verkehrt.

S. 32
Die hl. Magdalena Sophie Barat (1779 – 1865) – Erziehung zur Liebe des Herzens Jesu

Als sie zehn Jahre alt wurde, erlebte sie die Schrecken der französischen Revolution. Nach dem Sturz Robespierres nahm der Bruder sie mit in die Hauptstadt. Dort erlebte sie die Not der Menschen, besonders die religiöse Not. Öffentliche Religionsausübung war immer noch nicht möglich, als sie mit einigen Gefährtinnen trotzdem begann, Kindern den Katechismus beizubringen. Die Mädchenerziehung, der Aufbau einer neuen Christenheit nach dem furchtbaren Terror der Revolution, sollte ihr Lebensinhalt werden. „Die Ordensfrauen mögen bedenken, daß ihre Zöglinge nach der gewöhnlichen Anordnung der göttlichen Vorsehung dazu bestimmt sind, einst Gattinnen und Familienmütter zu werden. Wieviel Gutes aber kann eine wahrhaft christliche Frau, eine treue und tugendhafte Familienmutter wirken! ... Künftige Geschlechter schulden vielleicht einer gottesfürchtigen Mutter ihr ewiges Heil.”

S. 34
Ist es moralisch geboten, Notleidenden aus fernen Ländern zu helfen?

Im Hintergrund der Debatte um die Migration nach Europa steht die Frage, ob es moralisch geboten ist, Menschen, die sich in einer schweren Notlage befnden (Hunger, Armut, Krieg, Verfolgung etc.), zu helfen.

Die KU übernimmt hier mit Genehmigung des Autors einen Beitrag zum Thema der Flüchtlingskrise, der die Frage auf naturrechtlicher Grundlage in einer klaren, nüchternen und objektiven Analyse untersucht.

S. 46
Die Erfindung der Neuzeit

Martin Luther ist vielleicht der erste Theologe, den man nicht ohne seine Biographie verstehen kann. In keinem Zeitalter zuvor hätte eine so subjektive Denkweise, wie wir sie bei Luther vorfinden, zu solcher Bedeutung kommen können. Deshalb ist die Wirkung, die er hatte, nicht ohne die Kenntnis der zeitlichen Umstände und des darin vorherrschenden Zeitgeistes zu verstehen. Um nun diese zu erfassen, muß man einen großen Bogen ziehen, der vom Zusammenbruch des aristotelisch-scholastischen Konzeptes von Welt und Wissenschaft über das Entstehen des Naturalismus und des Subjektivismus in der Renaissance bis zur heutigen Weltauffassung hinführt. Erst von da aus wird das Bild, das wir uns heute von Welt machen, aber auch der moderne Begriff von Wissenschaft verständlich, der direkt zur Esoterik und zum Modernismus in der Theologie der heutigen Zeit hingeführt hat.

S. 52
Neuevangelisierung – Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht. Teil 54: Abwertung der Konzilien bei Martin Luther

Nach Martin Luthers irriger Lehre ist die Heilige Schrift, und zwar in der Form, wie er sie sich zurechtmachte, prinzipiell dem kirchlichen Lehramt und damit sogar den Konzilien übergeordnet. Er anerkannte zwar den Inhalt einzelner Konzilien, wie z. B. den der frühen Allgemeinen Kirchensynoden, die sich mit trinitarischen und christologischen Fragen beschäftigten. Freilich interpretierte er jene Dogmen so, wie es seinen zum Teil höchst eigenwilligen Prämissen entsprach. Ein Formalprinzip des Konzils lehnte Luther jedoch radikal ab. So stand es ihm offen, je nach eigenem Gutdünken Konzilsbeschlüsse anzunehmen oder abzulehnen, und zwar auch solche, die mit eindeutig dogmatischem Anspruch auftraten.