Oktober 2017

Titelblatt

S. 34
Die Gottesmutter, ein Künstlermönch und das Hirtenmädchen – Ein Geschenk an Fatima

Am Glockenturm zu Fatima erinnert seit 1958 eine eindrucksvolle Statue an das Unbefleckte Herz Unserer Lieben Frau, ein Geschenk der amerikanischen Katholiken an den Wallfahrtsort. In wohl einzigartiger Koproduktion war es eines der Sehermädchen selbst, das dieses Marienbild prägte. So werden die Statue, aber auch die seit 2017 wieder greifbaren Erinnerungen des Künstlers, eines dominikanischen Priestermönchs, zu einer authentischen, in Deutschland bisher kaum bekannten Quelle für die Ereignisse von Fatima.

S. 14
Ein römischer Deutscher – ein deutscher Römer: Prälat Anton de Waal und sein Erbe

Es gibt Gestalten der Kirchengeschichte, die werden aus kirchenpolitischen Gründen künstlich „hochgeschrieben“, ihnen wird eine Bedeutung verliehen, die sie nicht hatten, sie werden zu „Vorläufern“ kirchlicher Entwicklungen „stilisiert“, um so eigene heutige Machtansprüche abzusichern. Das hat im aktuellen kirchlichen Klima zur Folge, daß die wirklich prägenden Persönlichkeiten der kirchlichen Zeitgeschichte abgewertet, totgeschwiegen oder sogar verleumdet oder einfach „vergessen“ werden. Zu den tatsächlich großen Priesterpersönlichkeiten der „pianischen Epoche“ gehört zweifellos Prälat Anton de Waal (1837–1917), der in Rom viele Jahre nicht nur als christlicher Archäologe gewirkt hat.

S. 20
Tetzel, Cajetan und Luther – Historische Anmerkungen zum Ablaßhandel als „Auslöser der Reformation“

Die Grundkonzeption der Ablaßlehre ist bis heute anerkannt. Selbst nach Luthers Meinung noch im Jahr 1516 war es „von größtem Nutzen, daß Ablässe angeboten und gewonnen werden.“ Was veranlaßte Luther nun, im Spätherbst 1517 seine 95 Thesen ins Land ausgehen zu lassen?
Der eigentliche Ablaßhandel war wohl nur ein Vorwand. Luther ging es darum, eine neue Theologie zu propagieren, die in der Reform-Universität Wittenberg entwickelt worden war. Hinweise auf seine neue Theologie versteckte Luther geschickt in den Thesen. – 95 Thesen hätte es ja nie gebraucht, um Mißstände beim Ablaßhandel anzuprangern. Die große Wirkung dieser Thesen erklärt sich nun daraus, daß sich beim Ablaßhandel 1517 geistige, politische und finanzielle Sphären vermischten, was stets ein hochexplosives Gemisch ergibt. Im Schatten der politischen Großwetterlage schlug die Lehre Luthers, für die der Ablaßhandel nur ein Aufhänger war, immer höhere Wellen.

S. 4
Geistliches Wort – Der Rosenkranz und die Kirchengeschichte

„Die Kraft und Wirksamkeit dieses Gebetes des Rosenkranzes zeigte sich auf eine wahrhaft wunderbare Weise im 16. Jahrhundert, als eine Überflutung der Türken fast ganz Europa mit Barbarei bedrohte. Sie wollten diesen Erdteil ihrem falschen Glauben unterjochen. Der Heilige Vater Papst Pius V. rief damals die christlichen Fürsten zum Schutz der gemeinsamen Güter auf. Seine Bemühungen gingen besonders dahin, durch das Rosenkranzgebet die Macht der Gottesmutter anzurufen, damit sie der Christenheit gnädig zu Hilfe komme. … Das Gebet wurde erhört, und unsere Herrin schickte Hilfe. (Papst Leo XIII. in seine Enzyklika „Supremi apostolatus“ 1883)

S. 4
Kindliche Treue – Offene Worte

Der Generalobere der Priesterbruderschaft, Weihbischof Bernard Fellay, hat eine »Correctio fiialis« eine im Geist kindlicher kirchlicher Treue dem Obersten Hirten vorgetragene Korrektur, verfassst von ca. 60 von Theologen und Professoren, unterzeichnet, die an den Papst Franziskus gerichtet ist.

S. 5
Polen – Vertrauen auf Mariens Schutz

Am Rosenkranzfest (7. Oktober) haben überall in Polen Katholiken an den Grenzen für den Schutz des Landes gebetet. Die polnischen Bischöfe hatten sich der Initiative der Stiftung „Gott allein genügt“ angeschlossen, die einen Ring von Rosenkranzbetern um Polen schließen wollte.

S. 6
Wiedererrichtung der Prager Mariensäule vorerst verhindert

Der Prager Stadtrat hat mit den Stimmen der Kommunisten, Sozialisten und Grünen eine Wiederaufstellung der Mariensäule auf dem Altstädter Ring abgelehnt. Die Mariensäule wurde im Jahr 1650 auf Geheiß Kaiser Ferdinands III. zum Dank für den Sieg über die Schweden im Dreißigjährigen Krieg auf dem zentralen Platz der Prager Altstadt aufgestellt. 1918 wurde die 15 Meter hohe Säule mit dem Bild er Immaculata von tschechischen Nationalisten als ein Symbol der Habsburger Monarchie und des katholischen Glaubens zerstört.

S. 6
Verbotene Übertritte zum Christentum

Ein weiterer indischer Bundesstaat hat ein Gesetz gegen den „Übertritt zu einer anderen Religion“ erlassen. Radikale Hindus versuchen damit Übertritte zum Christentum unmöglich zu machen.

S. 7
Kreuzesholz als Symbol der von Gott übertragenen Autorität

Im Bistum Limburg wird als Hauptreliquie ein Partikel vom wahren Kreuz verehrt. Anläßlich des Festes Kreuzerhöhung hat der Bischof Georg Bätzing das Kreuz als öffentliches Symbol verteidigt.

S. 8
Endlich ehrlich – Ökumene-Unterricht statt Glaubensverkündigung

Mehrere deutsche Bistümer haben der Einrichtung eines „konfessionell-kooperativen Religionsunterrichtes“ mit den Protestanten unterzeichnet. Bisher firmierte der ökumenistische Unterricht als „katholisch“. Dabei ist seit der Würzburger Synode der Religionsunterricht ausdrücklich kein Katechismusunterricht mehr. Jetzt steht auf dem Produkt drauf, was drin ist. Daß macht es vielen katholischen Eltern jetzt einfacher, die Kinder vor dieser Veranstaltung abzumelden.

S. 8
Weihbischof Laun – Die Lehre der Kirche verkünden

Der emeritierte Weihbischof Andreas Laun (Salzburg) hat Kritik an bischöflichen Mitbrüdern geäußert, die sich unklar bezüglich der Zulassung zu den Sakramenten von Katholiken, die in einer eheähnlichen, aber ungültigen Verbindung leben, äußern. Der Moraltheologe fragte sich, warum man nicht einfach die alte Lehre wiederholen dürfe, wenn doch – wie behauptet werde – die Lehre sich nicht geändert habe. „Hätte man den Mut dazu gäbe es vielleicht einen kleinen medialen Tsunami, aber dieser wäre rasch vorbei ohne wirklichen Schaden und man könnte wirklich das tun, was nötig wäre: die eigentlich ohnehin bekannte Lehre der Kirche über Ehe und Familie verkünden und verständlich machen.“

S. 9
Politische Korrektheit = Kultureller Marxismus

Der protestantische Theologe Thomas Kothmann, Professor für Religionspädagogik in Regensburg, hat eine Warnung vor den Folgen des „Politischen Korrektheit“ veröffentlicht: „Ihre Tabus lasten bleiern auf den öffentlichen Diskussionen, die eben längst keine ergebnisoffenen, kritischen Diskurse mehr sind, in denen ohne irgendwelche Denk- und Sprechverbote Argumente ausgetauscht werden. Politische Korrektheit ist inzwischen weit mehr als eine „Einstellung“, die diskriminierende „Ausdrucksweisen und Handlungen“ aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht oder sexueller Neigung ablehnt, wie im Duden nachzulesen ist. Politische Korrektheit ist nichts anderes als kultureller Marxismus.“

S. 9
Märtyrer der Unauflöslichkeit des Ehesakramentes

Eduard Werner hat in der Zeitschrift Der Fels (9/10-2017) auf den von Papst Benedikt XVI. seliggesprochenen Würzburger Priesters Georg Häffer (1900-1942) erinnert. Wenig bekannt ist, daß dieser Blutzeuge, der im KZ Dachau den Tod fand, ein Märtyrer der Unauflöslichkeit des Ehesakramentes war.

S. 10
Gemeinsam für das Leben – Schweigemarsch durch Berlin

Der Marsch für das Leben in Berlin am 17. September 2017 war ein Mahnruf gegen das furchtbare Unrecht der vorgeburtlichen Kindertötung und die Euthanasie. Rund 7.500 Bürger waren aus ganz Deutschland zusammengekommen, um vor dem Berliner Reichstag für den unbedingten Lebensschutz einzustehen.

S. 11
Die 19. Schönenberger Sommerakademie 2017 – Ein Bericht

Dieses Jahr feiert die Studentenvereinigung St. Thomas von Aquin in Bonn ihr 25-jähriges Jubiläum. In der vom 10.–13. August durch sie veranstalteten 19. Sommerakademie ging es um das Thema „Protestantismus und katholische Kirche“. Aktueller Anlaß dieses Rahmenthemas war das laufende, 500-jährige Gedenkjahr Martin Luthers.

S. 32
Das katholische Europa im Jahr 2048? – Eine Buchbesprechung.

Die russisch-orthodoxe Schriftstellerin Jelena Tschudinowa veröffentlichte ihren Roman zunächst in 2005 Rußland. In ihm hat sie Jahrzehnte vorausschauend das Elend Europas und des Christentums beschrieben. Nun erschien ihr Roman unter dem Titel „Die Moschee Notre-Dame. Anno 2048“ auch in deutscher Sprache. Diese Ausgabe wurde von der Autorin mit einem Nachwort versehen, in dem sie sich speziell an die deutschen Leser wendet.
Der Roman ist nichts für zarte Gemüter, weder sprachlich noch durch seine Beschreibungen der Ereignisse; wohl aber für solche, die die Zeichen der Zeit erkannt haben oder erkennen wollen. Schon früh wird klar, wer die Helden sind. Es sind diejenigen, die katholisch geblieben sind oder katholisch geworden sind: bewußt, aus Überzeugung und ganz in der katholischen Tradition verwurzelt.

S. 48
Der Kriegsdienst des Zenturios Marcellus – Auftakt zur Großen Verfolgung unter Diokletian

Daß es am Beginn des 4. Jahrhunderts eine große Zahl von Märtyrern gab, die zum Teil bereits viele Jahre als Berufssoldaten gedient hatten, erklärt sich nicht aus deren plötzlichen Radikalpazifismus, sondern aus einer „Repaganisierung“ der römischen Öffentlichkeit heraus. Vorher konnte man das Kaiseropfer ignorieren. Nach Eusebius waren am Hof Diokletians ursprünglich sogar die christlichen Beamten von jeder Opferpflicht befreit. Nun aber wurde das Kaiseropfer für alle verpflichtend, „mit allen Folgen, die das für die Christen im Heer mit sich brachte“ (Dr. Heinz-Lothar Barth).

S. 50
Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 58) – Ohne Werke keine Rechtfertigung!

Nachdem wir verschiedene Irrtümer Martin Luthers und deren Konsequenzen vorgestellt haben, schauen wir uns nun an, was die Heilige Schrift zur Rechtfertigung des sündigen Menschen vor Gott sagt. Wir lassen uns dabei aus methodischen Gründen zunächst einmal auf Luthers Prinzip des „sola scriptura“ ein, auf jenes unkatholische Argumentieren ohne Tradition und Lehramt, nur mit der Hl. Schrift.