Dezember 2010

Titelblatt

S. 48
Die Gnade Gottes ist uns erschienen“ . Das gewaltigste Ereignis der Erdenzeit

Eine Weihnachts-Betrachtung über das gewaltigste Ereignis, das je unsere Erde heimgesucht hat

S. 6
Rom, Aachen und die kooperative Pastoral

Das Bistum Aachen ist ein Sorgenkind der vatikanischen Kleruskongregation. Der Bischof, einer der progressivsten Mitglieder der deutschen Bischofskonferenz, hat seiner Diözese eine „Strukturreform“ verordnet, in der die 540 Pfarreien in 71 sog. „Gemeinschaften der Gemeinden“ gezwungen werden. Damit verbunden ist eine „kooperative Pastoral“, in der „Seelsorgeteams“ von Priestern und Laien tätig werden.
Ein Schreiben der Kleruskongregation aus dem Jahr 2009 wurde jetzt in der Presse bekannt, welches diese Entwicklung rügt.
Der Priesterrat der Diözese, theologisch in allem seinem Oberhirten ähnlich, verteidigte diesen erwachtungsgemäß und wies die Kritik der Kleruskongregation „entschieden zurück“. Msgr. Mussinghoff ist interessanterweise selbst Mitglied des angegriffenen römischen Dikasteriums. Die KU dokumentiert hier das Schreiben an den Aachener Bischof.

S. 10
Der Advent des Kaisers und die Ankunft Christi

Im Jahre 40 vor Christi Geburt, mitten im Chaos der blutigen Bürgerkriege, die nach der Ermordung Caesars neu aufgeflammt waren und den römischen „Erdkreis“ an den Rand des Abgrunds gebracht hatten, schreibt der römische Dichter Vergil seine 4. Ekloge, ein „Adventslied“, das
den verzweifelten Menschen seiner Zeit Hoffnung macht und ein neues goldenes Zeitalter voraussagt. Schon sei der göttliche Retterkönig, auf den die Menschheit seit der Zeit der Pharaonen gewartet habe, im Kommen. Er werde die Verheißungen, die seit den Tagen der Sibylle im römischen Volk nicht mehr verstummten, endlich erfüllen. Er werde ein weltumspannendes Friedensreich gründen und das Goldene Zeitalter heraufführen, zum
Segen einer erneuerten Menschheit. Bis heute hat die geheimnisvolle Gestalt des Knaben im Hirtenlied Vergils der Forschung Rätsel aufgegeben.
Vieles spricht aber dafür, daß der Dichter mit ihm wohl auf Oktavian, den späteren Kaiser Augustus, anspielte.
Das vornehmste Mittel, mit dem der Kaiser später die Idee einer neuen Weltordnung verbreitete, war die Münzprägung. Die Symbolsprache dieser Münzen ist klar: Ein neuer Weltenmorgen bricht an. Denn der göttliche Retterkönig ist geboren und führt die kosmische Heilszeit herauf. Sein Name ist Augustus. Alle diese Münzen verbreiten sich über das ganze Reich vom Rhein bis zum Jordan, von Spanien bis Palästina. Sie bringen den Adventsgedanken in alle Teilen des weltweiten Römischen Reiches.
Eben das war die zeitgeschichtliche Situation zur Zeit der Verkündigung und Geburt Jesu. Die Herrschaft des „göttlichen“ Augustus stand noch in voller Blüte, seine Adventsmünzen gingen täglich noch von Hand zu Hand, als in dem winzigen Ort Bethlehem in Judäa der Sohn Gottes geboren wurde.

S. 16
Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit

Warum man das neue Papst-Buch kritisieren darf und trotzdem ein guter Katholik bleibt. - Ein Gespräch mit Pater Matthias Gaudron

S. 22
Gehört der Islam zu Deutschland?

Zum Wort des deutschen Bundespräsidenten vom 3. Oktober 2010 und dem Verhältnis des Islam zur westlichen Demokratie

S. 26
Das „Vater unser“ als interreligiöses Gebet?

Wie Tertullian sagt (Über das Gebet 1), ist das Vaterunser die „Zusammenfassung des ganzen Evangeliums“. Daher eignet sich das Gebet des Herrn nicht als „interreligiöse Ausdrucksform“.

S. 28
Der hl. Nikolaus – hochverehrt in Ost und West

Es gibt überaus zahlreiche St. Nicolai Kirchen. Deren Patron ist der hl. Nikolaus, derselbe, dessen protestantisch-säkularisierte
Abschattung seit dem 19. Jahrhundert als Weihnachtsmann in Erscheinung tritt.

S. 30
Gegen die „Verwilderung des Menschenherzens“: die Herz-Mariä-Weihe

Auf die Frage: „Warum weihen wir uns dem Unbefleckten Herzen Mariens?“ fand Msgr. Michael Keller, der Bischof von Münster, im Mai 1951 die folgenden klaren und erhellenden Worte, die die Hirten im Bischofsamt auch heute noch ermutigen können, ihr Vertrauen auf das Wirken der Muttergottes zu setzen:
„Durch die Weihe sollen wir nachdrücklich hingewiesen werden, auf den ‚neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit‘ (Eph.4,24). Die Weihe soll ein machtvoller Protest sein gegen die Verzerrung des Menschenbildes in unseren Tagen. Der Mensch wird entwürdigt; er wird zu einer Kreatur seiner selbst gemacht. Wir erleben mit Entsetzen eine grauenvolle Verwüstung und Verwilderung des Menschenherzens. Da weist uns die Kirche hin auf das von keiner Makel und nicht einmal einem Schatten der Sünde befleckte Herz Mariens, in dem die ungeschaffene Heiligkeit Gottes hell und leuchtend widerstrahlt!“
Da sich die Mittel, die die Kirche zur Rettung der Seelen empfiehlt, nicht ändern, halten erscheint es sinnvoll, in drei Folgen Weihegebete – und entsprechende Hinweise zu ihnen – zu dokumentieren: für die Weihe von Diözesen, Pfarreien (im Januar 2011) und Familien (im Februar 2011).

S. 34
Konzil – ein neues Pfingsten?

Immer wieder ist seit Papst Johannes XXIII. in Zusammenhang mit dem II. Vatikanum in einer erstaunlichen Blauäugigkeit vom „Neuen Pfingsten” die Rede. Auch liest man immer wieder von einer „Glaubensbereicherung“. Dr. Heinz- Lothar Barth erinnert in seiner Fortsetzung seines Artikelsüber das jüngste Pastoralkonzil an die kirchliche Auffassung
von der Dogmenentwicklung.