März 2011

Titelblatt

S. 20
Progressisten-Aufstand: Protestantisierung der Kirche als Lösung?

Es mag angesichts des Zustands ihrer eigenen kirchlichen Gemeinschaften grotesk erscheinen, aber immer wieder meinen protestantische Würdenträger, der katholischen Kirche progressive Ratschläge erteilen zu müssen, auf daß sich die Lage der Römischen Kirche bessere. Ebenso empfehlen auch „Kirchenvolksbegehrer“ und „Memorandenverfasser“ als Lösung für den Gläubigenschwund, den Priestermangel etc. auf katholischer Seite direkt die Übernahme reformatorischen Gedankenguts - aktuell eine Gruppe von über 250 Hochschullehrern der Theologie, denen auffällig viele hauptamtliche Kirchenangestellte beipflichteten. Hinter den Stichworten von „demokratischeren Strukturen“, „Aufgabe des Zölibats“, „Einführung des Frauenpriestertums“ und „Neuformulierung der Ehemoral“ steht aber nichts anderes als eine Orientierung am zeitgenössischen Protestantismus. - Wer nach dem Willen Gottes fragt, wie er sich in der Offenbarung kundtut, wird die Sackgasse solcher Forderungen leicht erkennen.

S. 12
Endgültige Zustimmung gefordert

Ein Gespräch mit dem Kulturjournalisten und FAZ-Redakteur Dr. Lorenz Jäger: „Konservativ“ ist ein widersprüchlicher Begriff, unter den alles mögliche fällt. Zum Beispiel ein radikaler Industrialismus im Sinne einer möglichst starken Abwehr aller Umweltschutzauflagen, die man für naiv und „gutmenschlich“ hält. Oder ein rein funktionalistischer Begriff der Religion. Oder eine reine Amerikahörigkeit in der Außenpolitik. Das verbindet sich für mich zu einem pseudokonservativen Syndrom. Das sehe ich in der Tat auch in der Kirche als Problem. Wir haben in der Kirche eine ähnliche Gemengenlage.“

S. 4
Prüfstein der Heiligen

Die für den 1. Mai angekündigte Seligsprechung von Johannes Paul II. scheint jede Kritik an diesem Pontifikat zur „Blasphemie“ werden zu lassen. hier zwei unverdächtige Zeugen nennen, die sich allernächster Nähe zu dem im Jahr 2005 verstorbenen Pontifex rühmen können. Das Thema ist das Allerheiligste, ein Wort, das wir nicht gedankenlos benutzen sollten. Es ist der Prüfstein schlechthin für die Verwalter der Geheimnisse Gottes.

S. 5
Eine heute fast vergessene Frömmigkeitsübung

Eine der heute fast in Vergessenheit geratenen Frömmigkeitsübungen der katholischen Religion ist der Kreuzweg. Durch die Franziskaner, die durch den Glaubensmut ihres heiligen Stifters vor dem ägyptischen Sultan Malik al-Kamil im Jahr 1220 als einziger Orden das Privileg der Seelsorge im Heiligen Land erhielten, verbreitete sich im Abendland die Betrachtung des Herrnleidens in Anlehnung an die Jerusalemer „Via dolorosa“. Die Erfahrung zeigt, daß die Lauheit aus einem Christenleben flieht und ein großer Eifer nach Vollkommenheit blüht, wenn diese Frömmigkeitsübung regelmäßig gepflegt wird.

S. 6
Bevorstehendes Priesterjubiläum

Papst Benedikt XVI. wird am 29. Juni 2011 sein sechzigjähriges Priesterjubiläum feiern. Der regierende Pontifex wurde am Peter-und-Pauls-Tag 1951 im Freisinger Dom von Michael Kardinal von Faulhaber geweiht. Gleichzeitig mit ihm empfing sein Bruder Georg Ratzinger das unauslöschliche Siegel des katholischen Priestertums. Am Abend vorher legten alle Weihe-Kandidaten den Anti-Modernisten-Eid ab, wie es damals vom Kirchenrecht gefordert wurde.

S. 7
Besuch in der ältesten Republik der Welt

Am kommenden 19. Juni 2011 wird der Papst zu einem Staatsbesuch in San Marino erwartet.

S. 7
Neuer Nuntius im Vereinigten Königreich

Der Papst hat einen neuen Nuntius für das Vereinigte Königreich ernannt. S. Ex. Erzbischof Antonio Mennini konnte am 2. März sein Beglaubigungsschreiben Königin Elisabeth II. vorlegen.

S. 8
Ein Märtyrer aus Pakistan

Am 2. März wurde in Pakistan der einzige katholische Staatsminister, Shahbaz Bhatti von Attentätern erschossen. Der in der Regierung für die religiösen Minderheiten zuständige Politiker war ein frommer Katholik, der sich unermüdlich für die Belange der in Pakistan drangsalierten und oft auch verfolgten Christen eingesetzt hat. Die katholischen Bischöfe Pakistans wollen beim Heiligen Stuhl eine Proklamation von Shabbaz Bhatti zum Märtyrer erreichen. Er sei aus Haß auf den Glauben getötet worden.

S. 32
Der Heilige des Monats: Der heilige Joseph – Warum die Kirche ihn besonders verehrt

Die Kirche empfiehlt der Frömmigkeit des christlichen Volkes, den Monat März der besonderen Verehrung des heiligen Joseph zu widmen. Warum wurde denn dem heiligen Josef die besondere Ehre des Schutzpatrons der Kirche zugedacht?

S. 38
Das Sakrament der Eucharistie - Fortsetzung der Katechesereihe von Pater Michael Weigl

Die Eucharistie ist ihrem Wesen nach eine Gabe an die Kirche, welcher nicht nur Christus, sondern das Opfer Christi geschenkt wird. Damit hat die Kirche selbst ihr Opfer, ja jedem Christen ist sein Opfer geschenkt.

S. 44
Ein merkwürdiger Aspekt des Menschenbildes in „Humanae Vitae«“

Mit anderen Laien führte ich kürzlich ein Gespräch über die bekannte Enzyklika „Humanae Vitae“. Dabei stießen wir auf eigentümliche Formulierungen, die wir uns kaum zu erklären vermochten. Es ist vom Vollenden des verheirateten Menschen durch den Gatten bzw. die Gattin die Rede, von ihrer menschlichen Vollendung.
Wir fragten uns, ob denn ehelos lebende Menschen von solcher Vollendung ausgeschlossen sein sollen. Wie verhält es sich mit dem Zölibat? Fehlt dem Leben als Priester die menschliche Vollendung? Ist das gesamte Mönchstum ebenfalls betroffen?

S. 46
Die christliche Tugend der Gelassenheit im Sturm

Welt ist Unruhe, Gott ist Ruhe. So müssen wir in dieser unruhevollen Welt immer die Ruhe zu bewahren suchen. Dem Herrn im Sturm soll unser Aufblick gelten, wenn die Stille seelischer Gelassenheit im Toben willensschwacher Unbeherrschtheit untergehen will.

S. 48
Die Abschaffung des Menschen – Die Die Konsequenz der Aufgabe des Gottes- und Schöpfungsglaubens

Die Leugnung der „transzendenten Dimension“ des Menschen als Ebenbild Gottes und moralischer Person führt zur Selbstermächtigung der Wissenschaft. Die radikale Loslösung der westlichen Kultur von ihren metaphysischreligiösen Wurzeln, von Gott, welche in der Aufklärung einsetzt und in der wissenschaftlich-technischen Welt von heute augenscheinlich zum Abschluss kommt , führt Umwälzungen apokalyptischen Ausmaßes. Denn sie hat zur Folge, daß der Mensch keine moralische Instanz außerhalb seiner „Berechnungen“ mehr kennt. Abgeschnitten von allen metaphysisch- religiösen Wurzeln entbehrt die „wissenschaftlich-technische Vernunft“ des „Norm setzenden Korrektivs“, ohne deren Rückbindung sie orientierungslos wird: Als rein technisches Denken wird das Können des Menschen zum Maßstab seines Handelns, ein vom Können abgetrenntes Dürfen gibt es nicht mehr.

S. 52
Konzil – Fortschrittsoptimismus in der Kritik

Seite 52: Konzil – Fortschrittsoptimismus in der Kritik
„Die Konzilsväter hätten eine prophetische Geste vornehmen müssen, indem sie der Moderne getrotzt hätten, anstelle deren verwesenden Leichnam zu umarmen,
wie es leider geschah.“ (Prof. Dr. Roberto de Mattei)