April 2011

Titelblatt

S. 16
Seligsprechung von Johannes Paul II. – Auf welchem Fundament?

Am Fest des hl. Benedikt, dem 21. März 2011, veröffentlichte der US-amerikanische Publizist und Herausgeber der großen katholischen traditionstreuen Zeitschrift „The Remnant“, Michael J. Matt – zusammen mit anderen Persönlichkeiten –, eine Erklärung zur anstehenden Seligsprechung Johannes Pauls II., die bei einer nicht geringen Zahl fest an Glaube und Überlieferung hängenden Katholiken große Bedenken hervorruft. Die KU dokumentiert hier ihren Lesern diese Darlegungen, die dem Heiligen Vater mit allem Respekt und aus echter Sorge um die Kirche übermittelt worden sind.

S. 12
Ein Brief aus Rom: Was der Papst seinem ehemaligen Tübinger Kollegen Prof. Dr. Peter Beyerhaus zu Assisi 2011 schreibt

Prof. Dr. Peter Beyerhaus ist einer der führenden Religionswissenschaftler unserer Tage. Der evangelische Geistliche war von 1965 bis 1997 Ordinarius für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen, an der von 1966 bis 1969 auch Joseph Ratzinger lehrte.
Die KU fragte den Gelehrten und vom Papst hochgeschätzten wissenschaftlichen Gesprächspartner nach seiner Meinung zum angekündigten interreligiösen Treffen in Assisi im kommenden Oktober. Nicht nur glaubenstreue Katholiken sehen dies anscheinend mit Sorge.

S. 29
Spezial: Erst am Ende aller Tage? Der Papst interpretiert die von ihm selbst verfasste Karfreitagsfürbitte für die Juden

Dr. Heinz-Lothar Barth, Autor des Buches „Ist die traditionelle lateinische Messe antisemitisch?“, hatte im Jahr 2008 in der KU diese Entscheidung des Papstes auf die überlieferte Lehre der Kirche hin ausgelegt. Diese Deutung war falsch – wie er im folgenden Artikel bekennt. Papst Benedikt XVI. hat nämlich mittlerweile sein eigenes Gebet interpretiert, zwar nicht „ex cathedra“, aber immerhin in zwei neuen Büchern, bei deren Zustandekommen er entweder als Papst intensiv mitwirkte oder deren ausschließlicher Verfasser er sogar ist. Er erläuterte, wie er die von ihm selbst verfaßte neue Karfreitagsfürbitte verstanden wissen will. Daraus ergibt sich für traditionstreue Katholiken in diesem Jahr erstmalig eine ganz neue Situation, der sich jeder Katholik im Glauben zu stellen hat. Denn es wird nach den Aussagen des Papstes nicht mehr „unmittelbar für die Bekehrung der Juden im missionarischen Sinne“ gebetet.

S. 4
Religion des Opfers

Das Kreuz spricht davon, was dem Herrn unsere unsterbliche Seele wert ist: Die Hingabe seines eigenen Lebens! Vom Kreuz herab stellt der Herr aber auch uns die Frage: „Was bin ich Dir wert?“ – Kann die Antwort anders lauten als: „Die Hingabe meines Lebens!“?
In jeder hl. Messe erneuert Christus diese Seine Hingabe, zwar unblutigerweise und ohne Schmerzen, aber doch real.

S. 5
Laizismus oder christliche Gemeinwesen?

Am 24. und 25. März – dem Fest Mariä Verkündigung – fand in Paris eine erste Tagung der päpstlichen Initiative „Vorhof der Völker“ statt. Der Papst hatte seine Idee zu einem institutionalisierten Dialog mit Atheisten und Agnostikern an Weihnachten 2009 angekündigt. Das Pariser Treffen, das noch in diesem Jahr in Stockholm und Bologna wiederholt werden soll, ist vergleichbar den Programmen der „Katholischen Akademien“ im deutschsprachigen Raum. Der gläubige Christ kann daher leicht eine eigenständige Erfolgsabschätzung der päpstlichen Initiative vornehmen.

S. 9
… Zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf …

Papst Benedikt XVI. hat am 2. April den „heroischen Tugendgrad“ von Bernhard Lehner anerkannt. Damit könnte die Kirche bald einen 14jährigen Seligen aus Bayern verehren. Dieses junge Leben zeichneten keine außergewöhnlichen Dinge aus, aber eine gewissenhafte und beharrliche Treue in den Pflichten der Religion und des Alltags. Allen, die sein Sterben begleiteten, galt er als Heiliger.

S. 9
Erbprinz steht gegen Abtreibung auf

Der Liechtensteiner Erbprinz Alois hat sich deutlich gegen das Verbrechen der vorgeburtlichen Kindertötung ausgesprochen. Eine sog. „Volksinitiative“ will in dem Fürstentum die Lebensschutz-Gesetze ändern und die Abtreibung in den ersten zwölf Wochen nach der Empfängnis gesetzlich erlauben. In Liechtenstein steht der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor unter Strafe, selbst wenn er im Ausland durchgeführt wird.

S. 10
Kardinal der Thomas-Christen verstorben

Kardinal Varkey Vithayathil, der Großerzbischof der mit Rom unierten syro-malabarischen Kirche in Indien, ist mit 84 Jahren verstorben. Seit 2001 gehörte er zum Kardinalskollegium.

S. 10
Neuer Patriarch der Maroniten

Die mit dem Papst verbundene maronitische Kirche im Libanon hat einen neuen Patriarchen. In einem einwöchigen „Konklave“ (und nach 21 Abstimmungen) wählten die vierzig Bischöfe dieser Rituskirche den Erzbischof von Byblos an die Spitze ihrer Hierarchie. Mar Bechara al Rai ist der 77. Patriarch von Antiochien – so der Titel des Oberhauptes der vor allem im Libanon heimischen Maroniten.

S. 11
Neuer Großerzbischof von Kiew

Die sieben Millionen Gläubigen der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine haben einen neuen Großerzbischof. Der erst 40jährige Swjatoslav Schewtschuk, der jüngste Prälat unter den 49 Mitgliedern der Bischofssynode dieser Märtyrerkirche, wurde im Lemberg (Westukraine) zum Großerzbischof von Kiew gewählt. Der Papst stimmte dieser Erhebung zu.

S. 58
Bauleute der Brüderlichkeit: Assisi 2011 - Ein Kommuniqué des Vatikan

Seit Januar erwartet, aber nicht ersehnt! Das Presseamt des Vatikans hat am 2. April ein Kommuniqué zum interreligiösen Treffen in Assisi veröffentlicht, das am 27. Oktober stattfinden soll. Den glaubenstreuen Katholiken wird die Nähe dieser Veranstaltung zum Christkönigsfest, das traditionell am letzten Sonntag im Oktober gefeiert wird, ungut aufstoßen.

S. 61
Beurteilungen im Licht der apostolischen Wahrheit – Zum 1. Mai in aller Munde: Das Pontifikat Johannes Pauls II.

Nur sechs Jahre nach dem Tod seines Vorgängers will Benedikt XVI. diesen in das Buch der Seligen einschreiben lassen. Gegen die Seligsprechung haben sich eine Reihe von Stimmen erhoben, die allerdings nicht die persönliche Tugendhaftigkeit des Papstes in Frage stellen, noch sein tapfer ertragenes Leiden oder seine Frömmigkeit, vor allem nicht seine marianische. Ihre Kritik ist wie zu seinen Lebzeiten eine theologische!

S. 67
Konzil – Säkularisierung des Heiligen

Kurz nach Ausrufung des Priesterjahres hielt Erzbischof Jean-Louis Bruguès O.P., Sekretär der für die Priesterseminare zuständigen vatikanischen Bildungskongregation, am 16. März eine bemerkenswerte Rede vor den Regenten der Päpstlichen Seminare. Sie kam einer weitgehenden Bankrotterklärung der bisherigen Priesterausbildung gleich, deren Folgen die Kirche bis ins Mark erschüttert haben. Der Erzbischof scheute sich auch nicht, die ideologischen Hintergründe dieser gigantischen Fehlentwicklung klar zu benennen. Die Therapie, die er zur Besserung der Lage empfahl, stimmte in nicht wenigen Punkten mit dem Konzept überein, nach dem traditionelle Priesterseminare, z. B. das der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg, geführt werden. Wer hätte noch vor wenigen Jahren ein solches radikales Eingeständnis eines Kurienbischofs, der nicht des „Traditionalismus“ verdächtig ist, für möglich gehalten!