Juni 2011

Titelblatt

S. 26
Eine Mahnung an die Bischöfe – Zur römischen Instruktion zur Feier der alten Messe

Am 13. Mai 2011 veröffentlichte die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei die lang erwartete „Instruktion über die Ausführung des als Motu proprio erlassenen Apostolischen Schreibens Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI.“ mit dem Titel „Universae Ecclesiae“.

S. 8
Pfarrer Georg Häfner – Märtyrer der Heiligkeit des Ehebandes

Am 15. Mai wurde der Würzburger Diözesanpriester Georg Häfner von Angelo Kardinal Amato im Auftrag des Papstes im Würzburger Dom seliggesprochen. Georg Häfner war ein Märtyrer. Er starb am 20. August 1942 im Alter von 42 Jahren im Konzentrationslager Dachau an den Folgen von Hunger und Folter.
Was war der Grund für die Einlieferung in das KZ? Auch der Würzburger Bischof Hofmann hat im Hirtenbrief 2011 zur Seligsprechung die Sache nicht wirklich genannt, nur angedeutet. Dafür ist das Thema innerkirchlich heute zu „brisant“.

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S. 20
Spalten statt versöhnen – Zur Gläubigenbeschimpfung des Stuttgarter Bischofs

Man fragt sich, woher Gebhard Fürst die Kühnheit nimmt, im Zusammenhang mit der Erwähnung der Petrusbruderschaft von fundamentalistischen Strömungen zu sprechen, mit denen es so schwer sei, einen Dialog zu führen. Denn es liegt doch auf der Hand, daß diese Bruderschaft es gar nicht wagen kann, die innerkirchlichen Gravamina wie etwa neuerdings die Seligsprechung Johannes Pauls II. oder die neuen Assisi-Initiativen schonungslos und mit der gebotenen Deutlichkeit anzuprangern, ohne schlimmste Konsequenzen oder gar ihre Auflösung zu riskieren! Generell aber wäre der vom Bischof so heiß ersehnte Dialog mit denen, die er als „Fundamentalisten Fundamentalisten“ qualifiziert, ohne weiteres möglich, ja eigentlich überflüssig, wenn sich die progressive Gegenseite an die Mahnung II. Vatikanums halten würden, „Schrift und Überlieferung mit gleicher Kindesgesinnung und Achtung anzunehmen und zu verehren“.
Aber davon kann gar keine Rede sein. Der radikale Progressismus, der die Diözese Rottenburg prägt wie kaum eine andere, hat eine sinistre Vorgeschichte. Sie ist u.a. anderem mit dem Namen des ehemaligen Tübinger Dogmatikers, späteren Rottenburger Bischofs und Kardinals Walter Kasper verbunden.

S. 44
Die Zuverlässigkeit der Evangelien

In krassem Gegensatz zur Darstellung und Verehrung der Hl. Schrift in der Liturgie als „Wort Gottes“ gelten die Texte des Alten und Neuen Testaments in der wissenschaftlichen Theologie, insbesondere der Exegese, meist als bloße literarische Zeugnisse, die den Glauben der frühen Christen reflektieren. Fast zwei Jahrhunderte lang haben die „Leben Jesu“-Forschung und die „kritische“ Exegese jeden Satz der Schrift zerstückelt und aufgelöst und die Bibel zum willfährigen Steinbruch gemacht. Alles kann man mit der Exegese zerstören, von der Dreifaltigkeit bis zur Marienverehrung, von der Taufe bis zum Fegefeuer, vom Zölibat bis zum Bittgebet. Was Exegeten zum NT und zum AT sagen, das ist mitverantwortlich für den Zustand der Kirche. Die meisten Theologen ziehen sich bei der Exegese eine lebenslängliche chronische Erkältung zu, denn die Exegese findet immer heraus, daß angeblich alles das nicht stimmt, was wir glauben.
Wenn aber die Evangelien keine „Geschichte“ berichten, welche sich vor allem auf das authentische Zeugnis von Augen- und Ohrenzeugen stützt, sondern nur das Ergebnis eines längeren „schöpferischen Prozesses“ innerhalb der ersten christlichen Generationen sind, dann wäre es auch durchaus legitim, die Jesusgeschichte ebenso im 21. Jahrhundert entsprechend den heutigen „Glaubensüberzeugungen“ „kreativ“ weiter zu spinnen.

S. 4
Vision der seligen Anna Katharina Emmerick (1774-1824) von 1819

„Ich sah die Peterskirche und eine ungeheure Menge Menschen, welche beschäftigt waren, sie niederzureißen; aber auch andere, welche wieder an ihr herstellten. Es zogen sich Linien von handlangenden Arbeitern durch die ganze Welt, und ich wunderte mich über den Zusammenhang. Die Abbrechenden rissen ganze Stücke hinweg, und es waren besonders viele Sektierer und Abtrünnige dabei.
Den Papst sah ich betend und von falschen Freunden umgeben, die oft das Gegenteil von dem taten, was er anordnete. Ich sah einen kleinen schwarzen, weltlichen Kerl in voller Tätigkeit gegen die Kirche. Während die Kirche auf der einen Seite so abgebrochen wurde, ward auf der andern Seite wieder daran gebaut, aber sehr ohne Nachdruck. Ich sah viele Geistliche … Sie schienen alle kein Vertrauen, keine Lust, keine Anweisung zu haben und gar nicht zu wissen, um was es sich handle. …“

S. 5
Warum essen Katholiken freitags Fisch?

Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales hat auf Ihrer Frühjahrsversammlung entschieden, die Enthaltung von Fleischspeisen an den Freitagen des Jahreskreises für die Katholiken der Insel wieder verpflichtend zu machen. Das geforderte Freitagsopfer soll die Christen an das bittere Leiden und Sterben unseres Herrn erinnern. Das neue nachkonziliare Kirchenrecht hatte den lokalen Bischofskonferenzen die Vollmacht gegeben, auch andere Formen des Freitagsverzichtes zu erlauben, z.B. Almosen. Diese „Wahlmöglichkeit“ bedeutete aber in der Praxis das vollständige Verschwinden des frommen Brauches, sogar bei „Kirchgängern“.

S. 6
Malta: Ehescheidung wird eingeführt

Malta hat als letztes Land der Europäischen Union mit einem Volksentscheid die sog. „Ehescheidung“ eingeführt. Bisher waren Scheidungen in dem Inselstaat nicht möglich. Der Erzbischof von Malta und der Bischof der Nebeninsel Gozo hatten die Bürger in einem Hirtenbrief aufgefordert, sich dem „Scheidungsgesetz“ zu widersetzen.

S. 6
Eng mit dem Heiligen Stuhl verbunden

Papst Benedikt XVI. hat am 4. und 5. Juni 2011 erstmals Kroatien besucht. 90% der Einwohner des 4 Millionen-Volkes bezeichnen sich als Katholiken. Kroatiens Geschichte und Geschick war immer eng mit dem Heiligen Stuhl verbunden.

S. 10
Priester für morgen – Ein Besuch in einem Priesterseminar der Tradition

Vor 60 Jahren, am 29. Juni 1951, wurden die Brüder Joseph und Georg Ratzinger auf dem Freisinger Domberg vom damaligen Münchner Kardinal-Erzbischof Michael von Faulhaber zu katholischen Priestern geweiht. Im Jahr 2011 steckt die Ausbildung der Priesteramtskandidaten in Deutschland tief in der Krise. Nur noch wenig erinnert an den Weg zum Altar, wie ihn die Gebrüder Ratzinger erlebten. Die KU sprach mit Pater Stefan Frey, Regens des Priesterseminars Herz Jesu in Zaitzkofen im Landkreis Regensburg.

S. 16
Die sogenannten Reformen überdenken – Ein mutiger Prälat spricht über Handkommunion und niedere Weihen

Der deutschstämmige Weihbischof Athanasius Schneider, Auxiliar des Bistums Astana in Kirgisien, hat in einer vielbeachteten Rede am 14. Mai vor einem römischen Kongreß zur Situation der überlieferten Liturgie ein „Motu proprio“ des Papstes zur Wiederherstellung der niederen Weihen erbeten. Erst vor wenigen Wochen hatte der Bischof sich auch zu zwei weiteren „heißen Eisen“ geäußert: Doktrinelle Verunsicherung und Kommunionspendung. Ein weiteres Anliegen des Weihbischofs ist die Unterdrückung der sog. Handkommunion.

S. 18
Im Vertrauen auf die Macht des Gebetes – Ein Bischof ruft zu einem neuen Rosenkranzkreuzzug auf

Msgr. Bernard Fellay, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., hat die traditionsverbundenen Katholiken in aller Welt zu einem Gebetssturm, zu einem neuen Rosenkranz-Gebetskreuzzug aufgerufen, der bis Pfingsten 2012 andauern soll. Er gibt zwei Intentionen für das Rosenkranzgebet an:
1) Die in Fatima geforderte Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens und
2) die Befreiung der Kirche von den gegenwärtigen Übeln und von jenen, die sie in naher Zukunft bedrohen.

S. 40
Maria – Mutter der Berufung zum Priestertum

Zu Recht wird der Priester lateinisch ein ‚alter Christus‘ genannt, zu deutsch: ein zweiter Christus: Zu Recht soll deswegen seine eigene Person bei der Feier der Heiligen Geheimnisse zurücktreten, um dem Raum zu geben, der sich würdigt, den menschlichen Priester in seinen Dienst zu nehmen: Jesus Christus. Bei den hochheiligen Handlungen ist es dem gläubigen Volk nicht von Nutzen, wenn sich der Priester verstehen würde als ein religiöser Gestalter, der auf seine eigene Kreativität vertraut. Nein, die sakramentalen Handlungen sind zu groß, zu heilig und zu erhaben, als das hier ein Priester sich selbst in seiner Begrenztheit in den Vordergrund stellen dürfte. Die liturgischen Handlungen sollen vielmehr die Person Jesu Christi und seine Erlösermacht aufleuchten lassen!

S. 54
Das Sakrament der Priesterweihe – Eine Katechese

Wer eine „Kirche von unten“ möchte, hat – zumindest nicht viel – von der göttlichen Einsetzung unserer heiligen Mutter Kirche durch den Gottmenschen Jesus Christus verstanden. Wesentlicher Ausdruck dieser göttlichen Einsetzung ist die sakramentale Priesterweihe oder „Ordo“. Dieser lateinische Ausdruck ist im Deutschen nur mit mehreren Wendungen exakt wiederzugeben, und er besagt „Geistlichen Stand“ oder „Stellung“ innerhalb der Kirche mit einer bestimmten Aufgabe, zu der ein Mensch „geweiht“ wird und die damit dauerhaft „besiegelt“ ist.