Juli/August 2011

Titelblatt

S. 26
Der Lösepreis unseres Heiles - Die Heilige Schrift über das kostbare Blut Jesu Christi

Der ältere Katholik – „mit gewissen Erinnerungen“ an einen vergangenen Eifer – wird durch die Rede vom „kostbaren Blut Jesu“ wieder in eine Religion versetzt, die überholt erscheint. Das Blut Christi verweist ihn auf das Opfer, auf die Sühne, auf den Kelch des Heiles „für viele“ und auf die Warnung vor dem „Trinken des Gerichts“. Diese Wirklichkeiten sind im Glaubensbewußtsein einer konziliar „erneuerten“ Christenheit durch die Begriffe Mahl, Solidarität und Tischgemeinschaft „für alle“ substituiert worden.
Dem in der Tradition seiner Religion praktizierenden Katholiken ist die Verehrung des kostbaren Blutes jedoch allgegenwärtig. Das Gottesblut, das am Karfreitag am Kreuzesstamm niedertropfte, fließt bis ans Ende der Zeiten bei jedem heiligen Meßopfer. Man verehrt das Blut Christi, weil in ihm in besonderer Weise das Sühnopfer des Erlösers anschaulich wird. Wenn wir uns diesem Geheimnis nähern wollen, ist es gewiß richtig, die Heilige Schrift zu befragen und ihre Rede über das Blut zum Ausgangspunkt zu nehmen.

S. 12
„Die Liebe findet einen Weg“ - Interview mit Cornelia Lassay von Pro Femina e.V. (Heidelberg)

Der gemeinnützige Verein PRO FEMINA wurde 1999 in Heidelberg mit dem Ziel gegründet, ungewollt Schwangeren durch Beratung und Hilfe eine Perspektive für das Leben
mit dem Kind zu eröffnen. Die Erarbeitung von echten Alternativen zur Abtreibung ist
das zentrale Anliegen der Beratungstätigkeit von Pro Femina. Auf dem Fundament eines unbedingten JA zum Leben soll das gemeinsame Erarbeiten solcher Alternativen eine echte, positive Entscheidungsfreiheit für die Schwangere möglich machen. Pro Femina sowie alle mit dem Verein kooperierenden BeratungspartnEr stellt daher keine so genannten „Beratungsscheine“ aus.
Die Beratungsarbeit finanziert sich zu 100% aus Spenden.

S. 34
Die Verehrung des kostbaren Blutes - Eine heute fast vergessene päpstliche Mahnung

Eine der unbestreitbar großen Verdienste Johannes XIII. war die Approbation der Litanei vom Kostbaren Blut und sein Apostolisches Schreiben „Inde a Primis“ über die Verehrung desselben höchsten Gutes.
Hier ist Höhe- und Schlußpunkt einer pietas romana, einer römischen Form der Frömmigkeit erreicht, die unter der kirchlichen Revolution der nachfolgenden Jahre verschüttet wurde und einer Wiederentdeckung und –aneignung harrt.

S. 4
Gläubigenbeschimpfung

Der „Kirchenbote“, die Bistumszeitung des Bistums Osnabrück, berichtete, Bischof Franz-Josef Bode habe bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadt Lingen das innerkirchliche „Denunziantentum“ beklagt. Katholiken würden sich beim Heiligen Stuhl beklagen, „wenn ihnen die Entwicklung in der eigenen Umgebung nicht gefalle“.
In fast jeder Diözese werden Beschwerden über liturgische, katechetische oder theologische Mißstände entweder nicht oder nichtssagend beantwortet – oder sogar verteidigt. Die Beispiele sind Legion. Wenn sich dann Gläubige an den Heiligen Stuhl wenden, ist das nicht nur verständlich, sondern löblich. Es spricht daraus eine große Liebe zur Kirche. Der Heilige Stuhl ist für viele treue Katholiken die letzte Möglichkeit, ihre Sorge derjenigen Institution vorzutragen, der von Christus der Schutz des Glaubenslebens anvertraut ist.

S. 5
Mundkommunion wieder eingeführt

S. Em. Albert Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof von Colombo (Sri Lanka) und enger Vertrauter des Papstes, hat in seiner Erzdiözese die Handkommunion verboten. Alle „Indulte“ seines Vorgängers zur Handkommunion hat er widerrufen und die Wiedereinführung der Kommunionbänke angeordnet. Die Kommunion wird in der Diözese jetzt wieder kniend in den Mund empfangen, so wie es der Tradition der Kirche entspricht.

S. 5
Unterpfand göttlichen Segens

In Lima, der Hauptstadt Perus, wurde eine 37 Meter hohe Christus-Statue eingeweiht. Auf dem Berg Morro Solar errichtet, ist sie der Anden-Metropole zugewandt. Monumentalfiguren des Erlösers stehen im Zusammenhang mit der öffentlichen Verehrung des Herzens Jesu, die durch die von der Kirche anerkannten Erscheinungen an die hl. Margareta Maria Alacoque eine besondere soziale Dimension erhielt. In vielen Ländern wurde die öffentliche Weihe des Gemeinwesens durch weithin sichtbare Herz-Jesu-Statuen bezeugt.

S. 6
Den Anti-Modernisteneid wieder einführen?

Am 1. September 1910 hatte der hl. Papst Pius X. mit dem Motu proprio „Sacrorum antistites“ für alle Kleriker den Anti-Modernisteneid vorgeschrieben. Den Eid mußten ablegen: alle Subdiakone und alle Priester vor ihrer Weihe, alle Pfarrer und Chorherren vor Übernahme ihrer Pfründe, alle Beamten der bischöflichen und päpstlichen Kurie, alle Seminarprofessoren und Ordensoberen.1967 schaffte Paul VI. den Anti-Modernisteneid ab. Seine Wiedereinführung wäre vom Heiligen Vater angesichts der katastrophalen kirchlichen Lage, die auch von hohen vatikanischen Prälaten zugegeben wird, dringend zu erbitten.

S. 8
Weihe der Jugend an das Herz Jesu

Der Heilige Stuhl hat bekanntgegeben, daß der Papst die Jugend der Welt am 20. August 2011, während einer Gebetsvigil des „Weltjugendtages“ in Madrid, dem Heiligsten Herzen Jesu weihen wird.

S. 10
Abstimmung über die PID - Deutschland, wohin gehst Du?

Am 6. Juli 1941 wurde in allen Kirchen Deutschlands ein Hirtenbrief der deutschen Bischöfe verlesen, in dem hieß: „Nie und unter keinen Umständen darf der Mensch  außerhalb des Krieges und der gerechten Notwehr einen Unschuldigen töten.“ Als der Bischof von Münster, Clemens August Kardinal von Galen, diesen Brief vorlas, fügte er hinzu: „Seit einigen Monaten hören wir Berichte, daß aus Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke auf Anordnung von Berlin, Pfleglinge, die schon länger krank sind (...), zwangsweise abgeführt werden (...). Die Angehörigen erhalten nach kurzer Zeit die Mitteilung, die Leiche sei verbrannt, die Asche könne abgeliefert werden (...). Man folgt dabei jener Lehre, die behauptet, man dürfe sogenanntes ‚lebensunwertes‘ Leben vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Das ist eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will.“
Es ist eine Ironie der Geschichte, daß fast auf den Tag genau 70 Jahre später – am Donnerstag, den 7. Juli 2011 – im deutschen Bundestag in Berlin darüber abgestimmt wurde, ob es erlaubt sein soll, – mithilfe der sogenannten Präimplantationsdiagnostik – unter künstlich hergestellten menschlichen Embryonen gesunde auszuwählen und die anderen dem Tod und der Vernichtung preiszugeben. Von 594 Abgeordneten stimmten 55% dafür, daß dies in bestimmten Fällen und unter bestimmten Umständen
erlaubt sein soll.
Wir sind somit in diesen Tagen ein weiteres Mal Zeuge des ungeheuerlichen Vorgangs geworden, daß das Recht auf Leben in unserer Gesellschaft öffentlich zur Disposition gestellt wird. Das ist die bittere Frucht des liberalen, des selbstherrlichen und autonomen Menschen, der sich an kein höheres Gesetz mehr gebunden fühlt, das er sich nicht selbst gegeben hat. So wird der autonome Mensch seinem Bruder, seinem Mitmenschen zum Wolf!

S. 12
„Die Liebe findet einen Weg“ - Interview mit Cornelia Lassay von Pro Femina e.V. (Heidelberg)

Der gemeinnützige Verein PRO FEMINA wurde 1999 in Heidelberg mit dem Ziel gegründet, ungewollt Schwangeren durch Beratung und Hilfe eine Perspektive für das Leben
mit dem Kind zu eröffnen. Die Erarbeitung von echten Alternativen zur Abtreibung ist
das zentrale Anliegen der Beratungstätigkeit von Pro Femina. Auf dem Fundament eines unbedingten JA zum Leben soll das gemeinsame Erarbeiten solcher Alternativen eine echte, positive Entscheidungsfreiheit für die Schwangere möglich machen. Pro Femina sowie alle mit dem Verein kooperierenden BeratungspartnEr stellt daher keine so genannten „Beratungsscheine“ aus.
Die Beratungsarbeit finanziert sich zu 100% aus Spenden.

S. 18
Transfiguration - Zum Fest der Verklärung unseres Herrn Jesus Christus

Am 6. August feiert die römisch Kirche das Fest der Verklärung unseres Herrn Jesus Christus (In Transfiguratione Domini Nostri Jesu Christi). Das Fest erinnert an die im Matthäusevangelium 17, 1-13 berichtete Verwandlung Jesu auf einem hohen Berg: „sein Antlitz leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht“.
Liberale Exegese
Oft können jedoch Christen westlicher Tradition mit der Verklärung Jesu nicht viel anfangen. Es gilt für weite Kreise der protestantischen Schriftauslegung, der auch die katholische seit dem Konzil gefolgt ist, der Grundgedanke, daß der Einbruch des Göttlichen in das Irdische etwas Unmögliches sei. Deshalb könne eine Perikope wie der Verklärungsbericht natürlich keinen Anspruch auf Geschichtlichkeit machen. So muß das Ganze allegorisch-symbolisch gedeutet oder als christlicher oder fremder Mythos verstanden werden. verstanden werden.
Daß das Interesse der Christen des ersten Jahrhunderts an der Person Jesu aber kein mythisches, sondern ein historisches war, kann ausgerechnet an der Verklärung Jesu positiv belegt werden. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem 2. Petrusbrief zu, welcher in den Versen 1,16-18 wichtige Elemente der Verklärungsgeschichten der ersten drei Evangelien unabhängig von ihnen bestätigt. Gerade im Zusammenhang mit der Verklärung Jesu stellt nämlich der heilige Autor des Briefes hier (1,16-18) Geschichte und Mythos in ihrem Gegensatz einander gegenüber.

S. 38
Der hl. Ignatius von Loyola - Von der Gnade einer Kanonenkugel

Verschiedenste Anlässe haben Menschen dazu bewegt, ihr bisheriges Leben zu ändern und sich rückhaltlos dem Streben nach Heiligkeit hinzugeben. Daß aber eine Kanonenkugel einen Menschen sozusagen zur Heiligkeit schießt, das ist wohl einzigartig, oder zumindest dürfte es sehr selten geschehen.

S. 40
„Die Frau des Pilatus“  - Gertrud von le Fort und die Barmherzigkeit der Frau

Einzig Matthäus berichtet in seinem Evangelium von der – vergeblichen – Intervention der Gattin des Statthalters, macht jedoch keinerlei Angaben zu ihrem Namen oder ihrer Herkunft. Erst in apokryphen Schriften wird ihr der Name Claudia Procula beigelegt Gertrud von le Fort, eine der bedeutendsten christlichen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, greift die Gestalt der Frau des Pilatus in ihrer gleichnamigen Novelle auf, die 1953 erschien.
„Die Frau des Pilatus“ ist ein Meisterwerk deutscher Literatur. Man muß/sollte die Novelle eigentlich mehrmals lesen, um ihre ganze spirituelle Tiefe zu erfassen.

S. 44
Das Sakrament der Ehe – Eine Katechese

Die Ehe ist ein Sakrament, „insofern die Beziehung, die als engste zwischen Mann und Frau besteht, ein entsprechendes, heiliges und von Gott eingesetztes Zeichen ist, wodurch die heiligste und stärkste Verbindung zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut, der Kirche, bezeichnet wird.

S. 48
Ehe-Schwierigkeiten: Dürfen katholische Eheleute eine Trennung in Betracht ziehen?

Es ist klar, daß das gemeinsame Leben manchmal eine sehr schwere, ja eine zu schwere Bürde zu sein scheint. Also denkt man an eine Trennung. Die Welt schlägt die Scheidung vor, um das Leben unter besseren Bedingungen neu zu ordnen. Der Katholik denkt seinerseits an eine Lösung, die seine Bindung an die Unauflöslichkeit zu wahren scheint: die körperliche Trennung.
Halten wir von vornherein fest: An diese Lösung voreilig zu denken, ist ein Spiel mit dem Teufel. Es ist der Versuch, seinen Verpflichtungen zu entkommen und von den christlichen
Lösungen abzuweichen! Sie müssen begreifen, daß Ihre Verpflichtung vor der Kirche auch das gemeinsame Leben mit einschließt. Nur die Kirche kann, nach einem entsprechenden Urteil, vom gemeinsamen Leben für eine bestimmte Zeit oder auch endgültig dispensieren – die Eheleute bleiben dabei jedoch vor Gott verheiratet. (Eine Trennung ist immer die ultima ratio, die nur durch das Urteil der Kirche legitimiert werden kann.) Die Kirche ist mit Recht streng gegenüber denen, die eine solche Initiative ohne sehr schwerwiegenden und
dringenden Grund ergreifen möchten.

S. 50
Konzil - Paul VI. setzte „Gaudium et spes“ durch

In der letzten KU hatten wir gesehen, daß Papst Benedikt XVI. bei aller prinzipiellen und deutlichen Befürwortung des II. Vatikanums doch gewisse Bedenken gegen einzelne Aspekte des letzten Konzils hegte. Diese galten vor allem dem Schema 13 bzw. der aus ihm hervorgegangenen Pastoralkonstituition „Gaudium et spes“. Diese Bedenken teilten auch andere.