Oktober 2011

Titelblatt

S. 10
Rom und die Katholiken, die man Traditionalisten nennt – Vier Texte zu den Gesprächen der Glaubenskongregation mit den Erben von Erzbischof Marcel Lefebvre

Während zweier Jahre hatten sich in unregelmäßigen Zusammenkünften eine Gruppe von Priestern aus dem hl. Offizium und aus Ecône getroffen, um über die Anliegen der Bruderschaft zu sprechen. Diese Unterredungen wurden schriftlich zusammengefaßt. Der Papst ließ sich regelmäßig über die geäußerten Positionen informieren.
Am 14. September wurde Weihbischof Bernard Fellay, Generaloberer der Bruderschaft, zusammen mit zwei seiner Räte, in die Glaubenskongregation gebeten. Aus der Hand von Kardinal Levada nahmen sie ein Papier entgegen, das Gegenstand von Beratungen der Bruderschaft sein soll. Das Dokument wird vom Vatikan als „Doktrinelle Präambel“ bezeichnet. Sein Inhalt soll – da nur vorläufige Formulierungen gebraucht werden – vorerst vertraulich bleiben.
Die KU dokumentiert hier einige Texte, die einen Einblick in das procedere geben sollen, an dessen Ende eine spezifische kirchenrechtliche Struktur für die Erben Erzbischof Marcel Lefebvres stehen könnte.

S. 22
Was der Papst den Deutschen sagte – Einige Zitate aus den Ansprachen während seines Heimatbesuches

Vom 22. bis 24. September 2011 besuchte der Heilige Vater Deutschland. Hier eine kleine Zitatensammlung aus seinen Ansprachen in der Heimat.

S. 32
Deutschlands geheime Mitte

Beim Papstbesuch in Deutschland fiel ein Programmpunkt deutlich aus dem Rahmen. Nach Berlin, dem Empfang durch den Bundespräsidenten und die Regierung, sowie nach der Rede im Reichstag, nach den großen Gläubigenversammlungen im Olympiastadion, auf dem Erfurter Domberg und rund um die Freiburger Kathedrale war der Besuch in einer unscheinbaren Marienkapelle im thüringischen Eichsfeld Ausdruck der katholischen „Eigentlichkeit“. Für wenige Stunden wurde das Gotteshaus von Etzelsbach Deutschlands geheime Mitte.

S. 34
Wer war Bischof von Ketteler? – Wider die modernistische „Entkernung“ eines katholischen Sozialreformers

Papst Benedikt XVI. erinnerte zum Auftakt seines Deutschlandbesuches am 22. September 2011 an eine große Bischofsgestalt des 19. Jahrhunderts: Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler, der im „Kulturkampf“ ein wahres Bollwerk des Glaubens gegen den Liberalismus war.

S. 48
Pius XII. Über das Rosenkranzgebet in der Familie und die Not unserer Zeit

»Vergeblich wird man der zusammenbrechenden bürgerlichen Gesellschaft Heilung zu bringen suchen, wenn nicht die häusliche Gemeinschaft, dieser Ursprung und Urgrund allen menschlichen Zusammenlebens, mit allem Ernst zu den Richtlinien des Evangeliums zurückgeführt wird.«

S. 0
Konzil – Zeitbedingtheit von »Gaudium et Spes«

Welcher Illusion die Konzilsväter, die für „Gaudium et spes“ gestimmt haben, ausgesetzt waren, zeigt schon ein Blick auf den offiziellen Titel des Dokumentes. In der lateinischen Fassung lautet er: „Constitutio pastoralis de Ecclesia in mundo huius temporis“. Auf Deutsch wird diese Überschrift in der Regel wiedergegeben mit „Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute“ oder auch mit „Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt dieser Zeit.“ Die zeitliche Angabe bezog sich ja offenbar auf das Jahr 1965, als der Text vom Konzil beschlossen wurde. Wie lange währt aber dann der Zeitrahmen, der hier mit „heute“ oder „dieser Zeit“ gesteckt wurde?
Das Dokument trägt also schon sein Verfallsdatum in seinem Titel.

S. 4
Gemeinsames Menschenbild?

Vorgängig zu allen theologischen Differenzen sahen Protestanten und Katholiken nach dem II. Vatikanum ein gemeinsames ökumenisches Arbeitsfeld: die Sorge um den Menschen im Rahmen caritativer Arbeit. Dies gipfelte 1997 schließlich im „Gemeinsamen Wort der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“. Darin ging es um eine „Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“. Zu mehr reichte es dann allerdings doch nicht; denn auch in anthropologischen Fragen entfernte man sich immer weiter voneinander.

S. 4
Exodus der Christen

Die Kopten, die christlichen Nachfahren der alten Ägypter, verlassen in Massen ihr Heimatland, eines der jahrhundertealten Zentren der Christenheit. Blutige Straßenkämpfe, niedergebrannte Kirchen, aber auch eine unübersehbare Islamisierung der Gesellschaft, die die Kopten immer mehr diskriminiert,
führen zu einem Massenexodus.

S. 6
Verteidigung des Patriarchen der katholischen Maroniten – Ein offenes Wort an den US-Präsidenten

Eine römische Agentur veröffentlichte einen Brief des katholischen Bischofs Gregory John Mansour (geb. 1955). Er ist einer der Oberhirten der katholischen Maroniten in den Staaten, d.h. der US-amerikanischen Ost-Katholiken, die ihren Ursprung im Libanon haben. Der Brief war an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama gerichtet. Präsident Obama hatte sich geweigert, den Patriarchen der Maroniten, S. Seligkeit Bechara Boutros al-Rahi, während einer USA-Reise zu empfangen, weil dieser im Nahost-Konflikt eine klare Sprache gefunden und auf die sich dramatisch verschlechternde Situation der Christen im sog. „Arabischen Frühling“ hingewiesen hatte. Hier der Brief in der Übersetzung der Agentur.

S. 7
Entchristlichung konkret

Die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtete, der Staatsfunk BBC des Königreiches werde die Nennung Jesu Christi als gebräuchlichem Referenzpunkt der Zeitrechnung von jetzt an ersetzen, um „Gläubige anderer Traditionen“ nicht zu „beleidigen“. Statt „AD“ oder „Anno Domini“ für die Zeit nach Christus und „BC“ („before Christ“ für die Jahrtausende vor Christus) werde die größte Medienanstalt der Welt in Zukunft „CE“ und „BCE“ benutzen. Es steht für „Common Era“ oder „Before Common Era“ – entsprechend dem deutschen u. Z. (unserer Zeitrechnung) oder v.u.Z (vor unserer Zeitrechnung). Diese Bezeichnungen kennt man in Deutschland aus den unseligen Zeiten des „DDR“-Unrechtsstaates.

S. 9
Der nächste Vorfall: „Die Borgia“ – Was geschieht mit meiner Fernsehsteuer?

Kurz vor Allerheiligen wartet das öffentliche Fernsehen (ZDF) mit einem Sechsteiler auf zu je 100 Minuten, der schon ab 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. In Wirklichkeit stellt dieser Monumentalfilm einen weiteren gewollt monumentalen Angriff auf das Christentum dar, nach dem Motto: Das gleiche Lied immer wieder neu. Der Sechsteiler belegt eindrucksvoll, wieviel Geld und Aufwand es gewissen Kreisen wert ist, die Kirche und den Glauben regelmäßig zu den größten Festen des Kirchenjahres öffentlich zu diffamieren, Vertrauen zu zerstören, Vorurteile zu sähen, Halbwahrheiten in die Seelen einzustreuen: In den Prager Barandov-Studios wurde der durch die Papstwahlen geheiligte Ort der Sixtinischen Kapelle originalgetreu für diesen Schundstreifen nachgebaut. Wie wird der Konsum dieses Gebräus das Bewußtsein der Menschen in unserem Land verändern, die einige Tage später einen arbeitsfreien Feiertag „Allerheiligen“ begehen? Wieviele wird ein solcher Film in ihrer ablehnenden Haltung zur Kirche verhärten?

S. 14
Interview mit Bischof Fellay nach dem Treffen mit Kardinal William Levada

Nach dem Gespräch von S.E. Weihbischof Bernard Fellay und seinen beiden Generalassistenten Pater Niklaus Pfluger und Pater Alain Nely mit S.Em. Kardinal William Levada, am 14. September 2011 um 10.00 Uhr im Gebäude der Glaubenskongregation hat der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. auf einige Fragen der Agentur DICI beantwortet.

S. 15
Ist das Konzil noch zu retten? – Ein italienischer Historiker bezeichnet das II. Vatikanum als „eine der größten Heimsuchungen für die Kirche“

Der italienische Historiker Roberto de Mattei hat das Vatikanum II als eine der „größten Heimsuchungen für die Kirche - wenn nicht die größte der Kirchengeschichte“ bezeichnet. - Für sein Buch „Das Zweite Vatikanische Konzil – eine ungeschriebene Geschichte“ , in dem er auf über 600 Seiten den Nachweis erbringt, erhielt er den bedeutenden Historikerpreis „Premio Acqui Storia“, der 1968 gestiftet wurde und unter dem Patronat des italienischen Präsidenten steht. Der Präsident der Jury, Guido Pescosolido, war über die Auszeichnung de Matteis so erbost, daß er als Präsident zurücktrat. Ein heißes Eisen offensichtlich, denn de Mattei steht nicht allein mit seiner Konzilskritik, die immer mehr „in Mode“ kommt. Immer mehr Katholiken messen dieses Konzil an seinen Früchten und fragen sich - in Anlehnung an das Gleichnis des Heilandes „Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen“ (Mt 7,18) - ob das Konzil noch zu retten ist. Jetzt kündigt die Edition Kirchliche Umschau pünktlich zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Konzils, der 2012 begangen wird, eine deutsche Ausgabe dieses Aufsehen erregenden Buches an.

S. 18
Gehorsame und Ungehorsame – Zwei Aufrufe, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Bis heute erschüttert ein schismatischer Akt die Diözesen in Österreich – und darüber hinaus. Unter der Führung des früheren Wiener Generalvikars Helmut Schüller haben sich im Juni 2011 mehrere hundert Geistliche – ungeniert und unter Verletzung ihrer Weiheversprechen – mit einem „Aufruf zum Ungehorsam“ an die Medien gewandt. Wochenlang ließen sich die Bischöfe von Salzburg bis Wien von diesem seit langem gärenden Aufstand, der von allem von geistlichen Pensionären betrieben wird, vorführen. Kirchenstrafen wurden von den Hirten nicht verhängt. Zu groß ist die Angst vor dem offen erklärten Schisma und den staatskirchenrechtlichen Folgen, die daraus resultieren könnten.
Steckt hinter dem lautstarken Protest vielleicht nur Frustration einer betrogenen Priestergeneration und deren Wissen, das man, obwohl man vierzig Jahre lang glaubte, gewonnen zu haben, jetzt ein Widerstarken eines kirchentreuen jungen Klerus erlebt und eine Rückkehr der totgeglaubten alten Theologie? Junge Priester haben jüngst diesem Spalter-Aufruf einen „Aufruf zum Gehorsam“ entgegengesetzt.

S. 20
Es steht das Kreuz... – Der Papst besuchte das Grab des hl. Bruno, des Gründers der Kartäuser

Am 9. Oktober 2011 besuchte Papst Benedikt XVI. bei einem Pastoralbesuch im süditalienischen Kalabrien auch das weltberühmte Kartäuserkloster Serra San Bruno. Der vom hl. Bruno gegründete Einsiedlerorden gilt landläufig – neben den Trappisten – als strengster Orden der Kirche.
Papst Benedikt sagte vor den 15 Mönchen, die die Hüter des Grabes ihres Ordensgründers sind, die Mission der Kartäuser sei noch nie so „aktuell und bedeutsam“ in der Welt gewesen wie heute.

S. 36
Die Grundlagen der Gesellschaft – Die Bestimmung des Menschen: eine Predigt von Bischof von Ketteler

Am 18. Dezember 1848 hielt Wilhelm Emmanuel von Ketteler im Mainzer Dom eine Predigt, die als Inbegriff seines Denkens bezeichnet werden kann. Der spätere Bischof tritt hier als prophetischer Mahner auf, der vor den furchtbaren Folgen einer Gesellschaft ohne Gott warnte. Seine Mahnworte hätten nach den Verirrungen des XX. Jahrhunderts mit den Hekatomben von Opfern atheistischer Regime gehört werden sollen.
Modernisten ist das Glaubensanliegens des Prälaten fremd, sie wollen ihn nur als „Sozialbischof“ und – auf absurde Weise – als „Vorläufer des II. Vatikanums“ verkaufen. Keiner eignet sich dafür weniger.

S. 36
Die hl. Birgitta von Schweden – Wallfahrerin und Visionärin