November 2011

Titelblatt

S. 14
Ist Leichenverbrennung mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren?

Es ist immer wieder erschütternd und zugleich tröstlich, wenn der Priester am offenen Grab betet: „O Gott, Dir gehen die Leiber deiner  Heiligen nicht verloren, sondern sie wandeln sich zu Größerem!“ – Was bedeuten diese geheimnisvollen Worte? – Der hl. Paulus gibt uns
Aufschluß, er vergleicht die Beerdigung eines Leichnams mit einem Samenkorn, das man in die Erde legt: „Gesät wird in Verweslichkeit, auferweckt in Unverweslichkeit; gesät wird in Unansehnlichkeit, auferweckt in Herrlichkeit; gesät wird in Schwachheit, auferweckt in Kraft; gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein geistiger Leib!“ (1 Kor 15,42).
Wie muß man vor diesem Hintergrund die Unsitte der Einäscherung des Leichnams nach dem Tod, die Unsitte der Leichenverbrennung beurteilen, die leider auch in christlichen Kreisen immer mehr Einzug hält?
Es gibt schwerwiegende Gründe für die traditionell ablehnende Haltung der Kirche gegenüber der Feuerbestattung: Zunächst einmal wurde die Leichenverbrennung als Glaubensabfall gewertet. Daß dies nicht aus der Luft gegriffen ist, wird deutlich in der Tatsache, daß sich im  mehrheitlich heidnischen Osten Deutschlands fast 90 % für ein Urnengrab entscheiden (Quelle: Emnid). Wer nicht an eine Auferstehung des Fleisches glaubt, sondern meint, mit dem Tod sei alles aus, für den macht der feierliche Beerdigungsritus der Kirche in der Tat keinen Sinn. Die Alternative, die dieser Glaubenslosigkeit entspricht, ist die Verbrennung des Leibes: Ist mit dem Tod alles aus, dann ist es konsequent, auch den
Leib zu zerstören. Ähnlich ist es beim heute immer weiter um sich greifenden Reinkarnationsglauben, der zu einer Entwertung der im wahrsten Wortsinne „einmaligen“ Körperlichkeit kommt.
Hingegen, wer an die Auferstehung des Fleisches glaubt, wird auch dem Leichnam mit Ehrfurcht begegnen, weil dieser eines Tages zu neuem Leben, zum ewigen Leben im Himmel berufen wird.
Einen weiteren Grund gibt uns der hl. Paulus an: „Wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist (…)?“ (1 Kor 6,19). Gott hat den menschlichen Leib nicht nur wunderbar erschaffen, sondern hat ihn auch durch das Sakrament der Taufe zu seinem Tempel, zu seiner Wohnstatt gemacht! Darf der Mensch den Leib, der von Gott geschaffen wurde und die Würde besessen hat, Tempel des Heiligen Geistes zu sein, dem Feuer übergeben und aktiv zerstören?

S. 18
Bittgesuch an Papst Benedikt XVI.: Eine vertiefte Untersuchung des II. Vatikanischen Konzils

50 italienische Gelehrte haben den Papst in einer Bittschrift gebeten, das Zweite Vatikanische Konzil neu zu bewerten und jene Stellen zu überarbeiten, welche der Tradition widersprechen. Pastorale Texte einer Synode sind ja aus ihrer Natur heraus nach katholischer Lehre reformabel.
Lesen Sie in der dieser Ausgabe der „Kirchlichen Umschau“ die deutsche Übersetzung des Bittgesuches an Papst Benedikt XVI.

S. 26
Was katholische Theologieprofessor(inn)en heute so lehren: „Das Fegfeuer gibt es nicht, alle Toten sind sowieso sofort erlöst“

Die katholische Lehre von den Letzten Dingen, die uns nach der frommen Sitte der Kirche im Monat November besonders beschäftigt oder zumindest beschäftigen sollte, ist heute einer Flut von Angriffen ausgesetzt. Diese Attacken kommen nicht selten aus den eigenen Reihen.
Hauptamtliche und gut besoldete Vertreter der Kirche verkünden ihre Irrtümer, das Kirchenvolk greift sie begierig auf.

S. 36
Der Modernismus: „Sammelbecken aller Häresien“ – Die Aktualität des hl. Papstes Pius X.

Seit über hundert Jahren nun bedroht der Modernismus die Kirche. Im Kern ist er der Versuch, die objektiven Maßstäbe der göttlichen Offenbarung durch die subjektiven des eigenen Erlebens und Erfahrens zu ersetzen. Pius X. hat diese Entwicklung vorhergesehen. Die erneute Lektüre seiner Anti-Modernismus-Enzyklika „Pascendi“ und die Aneignung ihrer Lehren, Warnungen und Heilmittel durch den heutigen Episkopat und Klerus sind ein Desiderat der Zeit. Kaum ein anderes Lehrschreiben des 20. Jahrhunderts besitzt größere Aktualität. Wenn man diese Enzyklika Pius’X. liest, ist man betroffen von der – fast möchte man sagen – prophetischen Hellsichtigkeit dieses Schreibens.

S. 4
...und in der Stunde unseres Todes...

„Es ist die ständig festgehaltene Überzeugung der Kirche, daß die heilige Gottesmutter eine ganz besondere, eigenartige Macht an den Betten der Sterbenden hat. Die Kirche weist uns immer wieder in Hymnen und Antiphonen wie auch im Gegrüßet seist Du, Maria darauf hin. Die Offenbarungen der Heiligen, die Lehre geistlicher Schriftsteller, die allgemeine Überzeugung der Gläubigen künden uns einstimmig, daß Gott ihr in dieser Hinsicht besondere Gewalt verliehen.“

S. 6
Assisi 2011 – Die Umkehrung des Christkönigsgedankens

War es nur Zufall, daß das Religionstreffen in Assisi am Donnerstag, den 27. Oktober fast zeitgleich mit dem Christkönigsfest zusammengefallen ist, das im alten Kalender traditionell am letzten Sonntag im Oktober gefeiert wird? Vermutlich. Dennoch: Den Katholiken, der am Sonntag, den 30. Oktober die Messe im überlieferten lateinischen Ritus besucht hat, wird – wenn er die Worte der heiligen Liturgie mitverfolgt hat –
ein Unbehagen befallen haben, wenn er sich vielleicht unwillkürlich die Bilder ins Gedächtnis zurückgerufen haben sollte, die nur drei Tage zuvor um die Welt gegangen sind. Ein ökumenisches und interreligiöses Gebetstreffen für den Frieden in der Welt in der Basilika des hl. Franziskus, zu dem der Papst eingeladen und an dem der Papst teilgenommen hat.
Durch so ein Handeln wird ganz konkret der Glaube der Katholiken an die alleinseligmachende, katholische Religion zerstört! Bis 1983, der Einführung des neuen Kirchenrechts, konnte der Ortbischof das lokale Interdikt über eine Kirche verhängen, wenn in ihr solche Handlungen vorgenommen wurden!
Seien wir also vorsichtig damit, solche Ereignisse herunterzuspielen. Die Gefahr besteht, weil diese Ereignisse nichts Neues mehr sind. Dennoch darf man sich an diese Verstöße gegen das erste Gebot Gottes nicht „gewöhnen“. Es besteht kein Grund zur Entwarnung, nur weil dieses Mal keine Buddhastatue auf dem Tabernakel einer Kirche postiert wurde, wie 1986 in Assisi geschehen. Übernatürlich gesehen sind solche Ereignisse eine geistige Katastrophe, die den Glauben von Millionen von Menschen in Gefahr bringen und weitere Millionen davon abhält, sich die Wahrheitsfrage zu stellen, die mit Jesus Christus untrennbar verbunden ist.

S. 10
Vom Sinn katholischer Medienarbeit - Ein Interview mit dem Leiter der Sarto Verlagsbuchhandlung

Es geht bei katholischer Medienarbeit nicht vornehmlich um Umsatzrenditen. Es geht bei ihr vor allem und an erster Stelle um die Erleuchtung der Menschenherzen mit der rettenden Wahrheit, im Vertrauen auf das Wort des Herrn: „Wer aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme!“ (Joh 18,37) und im Gehorsam gegenüber Seinem Missionsauftrag „Lehret alle Völker alles halten, was ich euch verkündet habe!“ (vgl. Mt 28,19).
Es geht um das Heil der einzelnen Menschenseele und es geht um die Bewahrung und Förderung der christlichen Kultur, um das Heil der Völker im Ganzen.

S. 50
Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand

Das Wort vom „finsteren Mittelalter“ geistert noch immer im Bewußtsein vieler Menschen herum. Selbst in wissenschaftlichen Abhandlungen wird das Mittelalter als „die große Unterbrechung“ des menschlichen Fortschritts, als Epoche „intellektueller Stagnation“ und unergründlicher
Gedankenlosigkeit bezeichnet. Dabei ist schon lange bewiesen, daß dies einfach eine Geschichtsfälschung ist, aber diese Erkenntnis setzt sich nur mühsam durch.
Einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung der Wahrheit liefert das Buch des englischen Historikers James Hannam God’s Philosophers, das nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Der Autor ist der Meinung, daß Europa damals die fortschrittlichste Zivilisation auf Erden besaß.
Das Original des Buches sorgte in England 2009 für so großes Aufsehen, dass es 2010 für den Book Prize der Royal Society nominiert wurde. (James Hannam, Die vergessenen Erfinder – Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand. Augsburg: Sankt Ulrich Verlag 2011
EUR 34,95)

S. 52
Konzil – Verweltlichung und das Skandalon des Kreuzes

Kritik an „Gaudium et spes“ übten nicht nur katholische Würdenträger – an der Spitze kein geringerer als der jetzige regierende Papst –, sondern auch protestantische Theologen. Als Beispiel sei der offizielle protestantische Konzilsbeobachter Oscar Cullmann angeführt, der sich im Anschluß an das II. Vatikanum große Vorbehalte gegen gewisse Formulierungen äußerte: „Wenn es mir gestattet ist, als Protestant diese Feststellung zu machen, so will ich sagen, dass seither (seit dem II. Vatikanischen Konzil) gewisse katholische Kreise, weit davon entfernt, sich von der Notwendigkeit leiten zu lassen, die Grenzen der Angleichung, die nicht überschritten werden dürfen, einzuhalten, sich nicht damit zufriedengeben, die äusseren Formen zu ändern, sondern sie entlehnen sogar die Normen christlichen Denkens und Handelns selbst nicht dem Evangelium, sondern der modernen Welt. Mehr oder minder unbewusst folgen sie so den Protestanten, aber nicht in dem, was sie an Bestem haben, dem Glauben der Reformatoren, sondern in dem schlechten Vorbild, das ihnen ein gewisser sogenannter moderner Protestantismus gibt. Die grosse Schuld trifft dabei nicht die säkularisierte Welt selbst, sondern das falsche Verhalten der Christen zu dieser Welt, die Aufhebung des ‚Skandalums’ des Glaubens. Man ‚schämt sich des Evangeliums’ (Röm 1,16).