Dezember 2011

Titelblatt

S. 10
Die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten

Das Fest der heiligen Familie, das nach dem überlieferten Ritus der Kirche am Sonntag nach Epiphanie zelebriert wird, wurde zuerst von Papst
Leo XIII. (+1903) eingeführt, um den Anfechtungen dieser von Gott selbst begründeten Institution mit einem eigenen liturgischen Fest  entgegenzutreten. Papst Benedikt XV. weitete das vorher nur regional gefeierte Meßformular auf die Universalkirche aus, damit die Gläubigen
an diesem Tag die Heilige Familie als „leuchtendes Vorbild in Frömmigkeit, Eintracht und verbindender Liebe“ verehre.

S. 8
Weder ‚evangelisch‘ noch ‚Kirche‘

„chrismon – Das evangelische Magazin“ erscheint monatlich als Beilage in „Die Zeit“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Mitteldeutsche Zeitung“, „Süddeutsche Zeitung“ etc.. Dieses Presseorgan, das laut Impressum von den Spitzen der sogenannten Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) verantwortet wird darf als offizielles Organ dieser kirchenähnlichen Gemeinschaft betrachtet werden. Um was geht es bei diesem Magazin?
Auf Seite 24 des der Dezemberausgabe des evangelischen Magazins „ chrismon“ findet sich ein Zweiseiter „religion für einsteiger“. Wer sich auf den Text einläßt, erfährt, daß sich der Autor sehr bewußt ist, was genau die Antwort des Evangeliums – und der katholischen Kirche – auf die Frage nach der Herkunft Jesu Christi ist. Das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Bibelstellen werden, die man unter vielen anderen für die Gottheit Christi anführen kann. Aber all das wird so lange relativiert und zerredet, bis als Fazit im Schlußsatz nur übrig bleibt, daß „die Weihnachtsgeschichte vom Heiligen Geist, der eine Jungfrau schwängert, legendarische Ausschmückung (ist), mehr nicht.“
An dieser Stelle angelangt, möchte man der EKD empfehlen, das Weihnachtsfest ausfallen zu lassen. Was gibt es noch zu feiern, wenn Jesus nicht der menschgewordene Sohn Gottes ist? Kann uns etwa ein einfacher Mensch von unseren Sünden erlösen? Wer in dieser Weise Hand anlegt, zuerst an der jungfräulichen Empfängnis Mariens, dann an der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der zerstört auch den christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott! Es muß darum festgestellt werden, daß die EKD ausweislich ihres publizistischen Flaggschiffs nicht denselben Gott anbetet wie die katholische Kirche.
Wer da von „legendarischer Ausschmückung“ spricht, ist nicht mehr ernst zu nehmen, weil er die Heilige Schrift als eine göttliche Offenbarungsquelle nicht mehr ernst nimmt. Von Herzen ist all jenen, die sich noch in der EKD befinden, zu wünschen, daß sie dieses falsche Spiel durchschauen. Die rettende Wahrheit ist woanders beheimatet. In der EKD wird nicht der Geist und die Botschaft Jesu Christi verkündet, sondern ein antichristlicher Geist, eine antichristliche Botschaft. Zu diesem Urteil kommt man notgedrungen, wenn man den Maßstab anlegt, den uns der hl. Apostel und Evangelist Johannes in 1 Joh 4,3 an die Hand gibt, wenn er in der Leugnung der „Fleischwerdung Gottes“ den Geist des Antichristen ausgemacht.

S. 22
Die überlieferte Messe – Ein Gespräch über ein Buch, das ein großes Echo im traditionstreuen Katholizismus gefunden hat

Im Herbst ist im Carthusianus Verlag ein neues Buch zum Thema Liturgie erschienen: Die überlieferte Messe – Geschichte, Gestalt und Theologie des klassischen römischen Ritus von Prof. Dr. Michael Fiedrowicz (Theologische Fakultät Trier). Die KU sprach mit dem Verleger Peter Barthold, dem Inhaber des Carthusianus-Verlages, über diese Arbeit, die ein großes Echo im traditionstreuen Katholizismus gefunden hat.

S. 28
Am Ende der Zweiten Sitzungsperiode (1963) – Appelle gegen den Kommunismus

Gerade ist die Geschichte des II. Vatikanischen Konzils von Roberto de Mattei auf den deutschsprachigen Markt gekommen: „Das Zweite Vatikanische Konzil  - Eine bislang ungeschriebene Geschichte“.
50 Jahre nach der Eröffnung des Pastoralkonzils (1962) gibt es immer mehr kritische Anfragen an den von dieser Synode eingeleiteten Paradigmenwechsel. Auf höchster Ebene der Kirche wird über den „richtigen“ Interpretationsschlüssel der vielfach zweideutigen Konzilstexte nachgedacht.
Kann man das Konzil von der aktuellen Kirchenkrise freisprechen? Wohl nicht. Mit dem Historiker Prof. Roberto de Mattei meldet sich ein  bekannter italienischer Publizist und Wissenschaftler zu Wort. Der Vize-Präsidenten des Italienischen Forschungsrates fällt ein eindeutiges Urteil: „Das jüngste Pastoralkonzil war eine der größten Heimsuchungen – wenn nicht die größte – der Kirchengeschichte.“ Die KU bietet hier einen Auszug aus dem neuen Buch: über das Konzil angesichts des Kommunismus.

S. 5
„Es lebe Christus der König!“ – neue Seligsprechung spanischer Märtyrer

In der spanischen Katholikenverfolgung der 1930er Jahre sind Zehntausende von Katholiken zu Blutzeugen des Glaubens geworden. Allein unter den Gottgeweihten gab es fast 7000 Ermordete (12 Bischöfe, 4.172 Weltpriester, 2.365 Ordensmänner und 283 Ordensfrauen), die aus Haß auf die Kirche umgebracht wurden. Sie waren keine Opfer des Bürgerkriegs (1936-1939), sondern Opfer des antireligiösen Fanatismus der „Roten“.
Der Heilige Stuhl hat am 17. Dezember in Madrid 22 Angehörige der Ordensgemeinschaft der Immaculata der Schar der von der Kirche anerkannten Seligen hinzugefügt. Im diözesanen Teil des Seligsprechungsprozesses wurde dokumentiert, daß alle starben indem sie das Glaubensbekenntnis ablegten und ihren Henkern vergaben, und daß trotz der psychischen Qualen, die sie während der grausamen Gefangenschaft erleiden mußten, niemand vom Glauben abgefallen ist oder die Treue zum Ordensleben gebrochen hat.

S. 14
Katholiken im Gesundheitswesen – Die Ärztevereinigung St. Lukas e.V.

Die KU möchte den Lesern eine bemerkenswerte Initiative von engagierten Katholiken vorstellen: Die Ärztevereinigung St. Lukas – Katholiken im Gesundheitswesen e.V.
Die Ärztevereinigung St. Lukas ist ein Zusammenschluß von Katholiken im Gesundheitswesen: Ärzte, Pflegende, Studenten und Auszubildende, Psychologen, Physiotherapeuten und alle weiteren im medizinischen Bereich tätigen Personen sind eingeladen, an ihren Treffen teilzunehmen. Wesentliche Anliegen des Vereins sind der gegenseitige Austausch und die gemeinsame Diskussion von Themen, die sowohl den medizinischen als auch den moralisch-ethischen Bereich berühren.

S. 30
Seelenleben im Widerstreit

Welches Menschenbild steht eigentlich hinter gewissen Methoden der Psychotherapie? Und ist dieses Menschenbild vereinbar mit dem christlichen Menschenbild der Kirche?

S. 40
Ein neuer Verlag für scholastische Philosophie

Im Frühjahr 2011 wurde ein neuer Verlag für scholastische Philosophie gegründet, der Verlag Editiones Scholasticae. Dies mag einigermaßen überraschen, da es seit den 1950er Jahren so aussah, als sei die scholastische Philosophie vollkommen verschwunden und allenfalls von historischem Interesse. Selbst an theologischen Fakultäten wird die moderne Philosophie unterrichtet, die vor allem durch die Namen Wittgenstein oder Heidegger geprägt ist. Doch dies ist keineswegs überall so. In den vergangenen Jahrzehnten, in denen sich die analytische Philosophie immer weiter ausbreitete und zur bestimmenden Richtung der akademischen Philosophie in den USA und in Europa wurde, ist auch das Interesse an der scholastischen Philosophie neu entstanden.

S. 42
Konrad I.: Ein glückloser König?

Heute sind wir Politiker gewöhnt, die mehr nach Macht und Einfluß streben als nach dem Gemeinwohl. Daß es auch anders geht, zeigt das Beispiel eines der ersten deutschen Könige: Konrad I., König des ostfränkischen Reiches. Ein zu Unrecht weit gehend vergessener Herrscher, dem die national gesinnte Geschichtsforschung des 19. Jahrhunderts nachsagte ein glückloser „Pfaffenkönig“ gewesen zu sein.

S. 46
Heiliger des Monats: St. Johannes der Evangelist

Das zweite Heiligenfest in der Oktav des Weihnachtsfestes ist das des hl. Apostels und Evangelisten Johannes. Er wuchs am See Genezareth auf, wo sein Vater als Fischer tätig war. Sein Bruder ist der hl. Jakobus. Dieser wird „der Ältere“ genannt, um ihn von dem „Jüngeren“, dem ersten Bischof Jerusalems, zu unterscheiden. Johannes und Jakobus arbeiteten zusammen mit ihrem Vater, dem hl. Zebedäus, als Fischer zu Kapharnaum. – Mutter der beiden Zebedaiden Johannes und Jakobus ist die hl. Salome gewesen.

S. 48
Konzil – Wie kam es zu den problematischen Texten des II. Vatikanums?

Man mag sich nun am Ende dieser Artikelreihe mit Überlegungen zu „Gaudium et spes“ fragen, wie jenen problematischen Texten des II. Vatikanums überhaupt so viele Konzilsväter zustimmen konnten.
Mehrere Faktoren mögen für die Zustimmung so vieler Konzilsväter zu problematischen Texten verantwortlich gewesen sein wie aktive Pressuregroups der Progressisten, mangelhafte theologische Bildung vieler Bischöfe – manche von ihnen ließen sich sogar auf der Kirchenversammlung regelrecht „umdrehen“ – eine geringe Widerstandskraft auf Seiten mancher Halbkonservativer, die durch den ständigen Hinweis auf den ausschließlich pastoralen Charakter des Konzils noch weiter geschwächt wurde, aber auch regelrechte Täuschung durch zweideutige Texte.