Februar 2012

Titelblatt

S. 22
Neuevangelisierung – Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht

Am 6. Januar 2012, dem Hochfest Epiphanie, sind von der Glaubenskongregation in Rom „Pastorale Hinweise zum ‚Jahr des Glaubens’“ herausgegeben worden. Allerdings stellt sich dem traditionstreuen Katholiken die Frage, warum diese Weiterbildung sich „vor allem auf die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils und den Katechismus der katholischen Kirchen“ – den sogenannten Welt- oder Konzilskatechismus – konzentrieren soll. Ein ‚pastorales’ Konzil, das keine unfehlbare Lehre verkünden wollte (außer den schon früher definierten), soll es die Hauptquelle der Lehre der jetzigen Kirche sein?

S. 8
Die überlieferte Messe in jeder Pfarrei – Ein Bischof greift durch!

Msgr. Mario Oliveri (geb. 1944 in
Ligurien) ist einer der profiliertesten Bischöfe Italiens. Er gilt heute als „konservativster“ Bischof Italiens. Mustergültig hat er Direktiven erlassen, die den Hochaltar (Ostung) wieder zu Ehren bringt und die alte Liturgie zum normalen Bestandteil des pfarrlichen Lebens machte. Doch dagegen gab es Widerstände aus dem Klerus. Bischof Oliveri sah sich zu Beginn des Neuen
Jahres gezwungen, diese klerikale Opposition gegen die alte Messe in die Schranken zu weisen. Die KU dokumentiert den Brief an seinen Klerus in deutscher Übersetzung.

S. 12
Roberto de Mattei – Die ungeschriebene Geschichte des II. Vatikanischen Konzils

Im Dezember 2011 erschien in der Edition Kirchliche Umschau die deutsche Ausgabe der Geschichte des II. Vatikanischen Konzils von Prof. Dr. Roberto de Mattei. Jetzt ist auch die deutsche Übersetzung auf dem Weg zum katholischen Bestseller.
Das katholische österreichisches Internetmagazin kath.net hat ein Interview mit dem italienischen Historiker geführt, das mit Erlaubnis der Redaktion in der KU abgedruckt werden darf. Das kath.net-Interview für Prof. Dr. Armin Schwibach

S. 48
Euthanasie – die propagandistische Vorbereitung: Der Nazi-Film „Ich klage an“ und die Kirche

Vor 60 Jahren, am 22. März 1942, wurde von allen Kanzeln der katholischen Kirche des Deutschen Reiches ein Hirtenbrief der deutschen Bischöfe verlesen, in dem es u.a. hieß: „Zur Zeit wird durch einen behördlich empfohlenen Film, der die Bedenken der Gewissen durch Erweckung von Mitleid beschwichtigen will, für die Freigabe der Tötung unheilbarer Kranker in weitesten Kreisen Propaganda gemacht.“ Gemeint war der im Herbst 1941 in die deutschen Kinos gekommene Spielfilm „Ich klage an“.
Der Film „Ich klage an“ bildete den Höhepunkt und zugleich den Schlußpunkt der nationalsozialistischen Euthanasie-Propaganda. Er transportierte eine Ideologie, die im Kern darauf abzielte, sog. „lebensunwertes Leben“ aus der Gesellschaft zu eliminieren.

S. 4
Für die Rettung der Welt

Wer von Rettung der Welt spricht, sagt damit auch, daß die Welt in akuter Gefahr ist, unterzugehen. In der Tat: Je mehr und je länger sich die Menschheit von Gott losreißt, desto tiefer gerät sie in die Fänge der Mächte der Finsternis, des Teufels. Der Teufel aber ist kein Menschenfreund, sondern der Menschenmörder von Anbeginn. Darum kann es nicht ausbleiben, daß die Menschheit dem Verderben zueilt, verstrickt in Laster und gefangen in ihrer Verblendung.
Doch Gott in seiner unendlichen Güte will die Welt nicht ihrem Schicksal überlassen. Er faßte den Beschluß – menschlich gesprochen – zu ihrer Rettung: Durch die Vermittlung des Unbefleckten Herzens Mariens sollen die Menschen zu Gott zurückgeführt werden und dadurch kann die Welt gerettet werden. Dieses reinste Herz der heiligsten Jungfrau Maria ist nach dem Willen Gottes das große und letzte Rettungsmittel für die Welt. Darum ist die Gottesmutter in Fatima auf diese Welt herabgestiegen. Alle sechs Erscheinungen und alle Folgeereignisse stehen im Dienst des großen Rettungsplanes Gottes.

S. 4
Prälatenwürde für Georg May

Der Heilige Vater hat einen der großen Verteidiger der katholischen Tradition im deutschen Sprachraum, den schlesischen Priester Georg May, mit dem Ehrentitel eines Apostolischen Protonotars geehrt. Unzählige Gläubige hat Prof. May durch seine Lehre, seine Predigt und seine Schriften in den Wirrungen der nachkonziliaren Kirchenkrise gestärkt. Die Redaktion der KU gratuliert im Namen Ihrer Leser dem hochwürdigsten Herrn Prälaten von ganzem Herzen. Ad multos annos!

S. 5
Der neue Patriarch von Venedig

Papst Benedikt XVI. hat Msgr. Francesco Moraglia zum 48. Patriarchen von Venedig ernannt. Der bisherige Bischof von La Spezia (Ligurien) wurde 1953 in Genua geboren durchlief das Priesterseminar seiner Heimatstadt unter Kardinal Siri, dem letzten großen Exponenten der „pianischen Epoche“ in Italien. Wegen dieser Prägung wurde dem neuen Oberhirten der Lagunenstadt von der Presse das Etikett „Traditionalist“ angeheftet.

S. 6
Französische Revolution – Genozid anerkennen

In Frankreich ist ein Gesetz erlassen worden, daß die Leugnung von Genoziden mit Gefängnis oder hohen Geldstrafen belegt. Hintergrund ist die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich durch den türkischen Nationalismus. Der französische Parlamentsabgeordnete Dominique Souchet hat in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Gesetzesinitiative angekündigt, die auch den innerfranzösischen Völkermord in der französischen Revolution 1793-1794 eingestehen und offiziell anerkennen soll. Es geht um die Ausradierung der Vendée. Unter der Fahne des heiligsten Herzens Jesu erhob sich diese vom Glauben geprägte Provinz im Westen Frankreichs, gegen die Revolutionstruppen und ihre Verbrechen. Paris ordnete die Auslöschung der Bevölkerung an. Kinder, Greise, Frauen inklusive. Das sicher wenig kirchenfromme Magazin „Der Spiegel“ (19/1993) schrieb vor einigen Jahren über den Massenmord in der Vendée: »Monatelang ziehen zwölf „colonnes infernales“ (Höllenkolonnen) kreuz und quer durch das Land, zerstören Dorf für Dorf, brennen Felder und Wälder ab, erschießen, erstechen, ertränken oder erwürgen die Einwohner, sofern sie nicht geflüchtet sind ... In ihrem Blutrausch geben sich die Pariser Radikalen mit der bekannten Strategie der verbrannten Erde nicht zufrieden. Sie erwägen vielmehr, Gewässer und Alkoholvorräte in der Vendée mit Arsen zu vergiften und sogar Gas einzusetzen. Sie veranlassen auch die entsprechenden Gas-Experimente mit Schafen, leider kommen die beauftragten Wissenschaftler mit der Technik nicht klar.«

S. 7
Katholische Universitäten

Es gibt ein großes Problem in der katholischen Bildungslandschaft. Es steht „katholisch“ drauf, ist es aber dem Inhalt nach nicht mehr. Mittlerweile sind katholische Universitäten sogar Trutzburgen des Säkularismus und des vom Papst immer wieder gegeißelten Relativismus. Gerade erst hat die altehrwürdige mittelalterliche Universität Löwen (Belgien) einen Versuch unternommen, sich des störenden Zusatzes „katholisch“ zu entledigen. „Die Päpstliche Katholische Universität von Peru“ hat vor wenigen Wochen erst einen vatikanischen Visitator nach Hause geschickt. Auch hier will man sich von der Kirche emanzipieren. Die Querelen um den Rektor der katholischen Universität Eichstätt sind noch vielen in Erinnerung. Nicht wenige Professoren wollen sich auch in der bayerischen Heimat von Papst Benedikt XVI. von der Gründungsidee abkoppeln.

S. 7
Christenverfolgung in Pakistan

„Die Christen in Pakistan sehen sich täglich in Lebensgefahr.“ Mit diesen Worten beklagte jüngst Pater John Shakir Nadeem, Sekretär der Bischofskonferenz des Landes, das traurige Los der Kirche. „In manchen Gegenden werden die Christen wie Tiere behandelt oder sind von Sklaverei, Ausbeutung, Gewalt oder Zwangsbekehrungen bedroht.“

S. 10
Scharia-Gerichte bei zivilen Rechtsstreitigkeiten?

Nachdem vor einigen Monaten der deutsche Bundespräsident Wulff (CDU) die Botschaft, daß „der Islam zu Deutschland gehöre“ verkündet hatte, votiert nunmehr der Justizminister des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Genosse Jochen Hartloff (SPD), für „Scharia-
Gerichte bei zivilen Rechtsstreitigkeiten in Deutschland.“
Gesellschaftspolitisch führte diese „Toleranz“ jedoch nicht zur besseren Integration der Moslems, sondern förderte die Distanz zur staatlichen „säkularen“ Rechtsordnung und zur Vertiefung der Spaltung in Parallelgesellschaften. Schon vor Jahren warnte der renommierte Islamwissenschaftler Tilman Nagel vor schweren Konflikten in Europa zwischen dem Staat und dem religiösen Anspruch des Islam. Nicht nur spektakuläre Anschläge seien eine Gefahr, sondern auch die Bildung von Parallelgesellschaften in Vierteln mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung, deren Anteil durch Migration und höhere Geburtenrate steige.
: „Der Islam ist ein revolutionärer Glaube, der antritt, jede von Menschen geschaffene Staatsform zu zerstören.“ (Abu Maududi, einer der wichtigsten Stichwortgeber des heutigen islamischen Diskurses)

S. 20
Was bedeutet es, mit der Liturgie zu Leben?

Um einen rechten Nutzen aus dem Kirchenjahr zu ziehen, ist es wichtig, eine richtige Vorstellung von dem zu haben, was das Kirchenjahr ist. Worum geht es bei dieser liturgischen Ordnung des Jahres, die die Kirche immer wieder aufs Neue vor ihren Gläubigen entfaltet?

S. 36
Hypapante – d.h. die Begegnung mit dem Herrn Gedanken zum großen Marienfest im Februar: Lichtmeß

Das große Marienfest des Februar ist Lichtmeß. Das Fest der Reinigung Mariens ist traditionell der Abschluß der Weihnachtszeit. Sein Datum berechnet sich vom 1. Weihnachtstag, den 25. Dezember her, denn zählt man 40 Tage weiter, so kommt man zum 2. Februar. Dem Fest liegt ein Mysterium aus der Kindheit Jesu zugrunde, das mit Vorschriften des mosaischen Gesetzes verbunden ist. Dieses nämlich schrieb den Eltern vor, vierzig Tage nach der Geburt des erstgeborenen Sohnes zum Tempel in Jerusalem zu ziehen, um das Kind dem Herrn darzubringen und die rituelle Reinigung der Mutter zu erlangen.

S. 42
Der hl. Ignatius von Antiochia – Er starb im Kolosseum

Eine Mahnung des Martyrers ist die heute wieder aktuell: »Gedenket in eurem Gebete der Kirche von Syrien, deren Hirte an meiner Statt Gott ist.«

S. 44
Ein Kardinal und sein Bestseller

Daß Kardinäle mehr oder weniger erfolgreiche theologische Werke verfassen, ist nicht ungewöhnlich. Nicholas Kardinal Wiseman jedoch veröffentlichte Mitte des 19. Jahrhunderts einen Roman, der zum Bestseller wurde. „Fabiola oder: Die Kirche der Katakomben“ war einer der erfolgreichsten historischen Romane, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erzielte allein in der deutschen Ausgabe mehr als 40 Auflagen. 1949 wurde er in Italien verfilmt.