September 2012

Titelblatt

S. 30
Innerkirchliche Angriffe auf die Unauflöslichkeit der Ehe - Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen

Alle Jahre wieder wird uns die Diskussion um den kirchlichen Status „wiederverheirateter“ Geschiedener durch die Medien oktroyiert, die dieses Thema begierig aufgreifen. Dabei ist schon die Nomenklatur falsch: Denn es müßte hier unbedingt bereits vom Vokabular her zwischen einer wahren christlichen Ehe und einem rein zivilen Akt unterschieden werden. Der sog. wiederverheiratete Geschiedene ist eine zweite bürgerliche Ehe eingegangen, aber kirchlich noch mit dem ersten Ehegatten gültig und bindend verheiratet.

S. 10
»Weder liberal oder modernistisch, noch schismatisch, sondern katholisch, römisch-katholisch!« - Ein Gespräch mit Pater Franz Schmidberger

Am 13. Juni 2012 wurde der Generalobere der Priesterbruderschaft, Weihbischof Bernard Fellay, in der römischen Glaubenskongregation empfangen. Viele Beobachter gingen davon aus, daß es an diesem Tag zu einer Erhebung der Bruderschaft zu einer weltweit tätigen Personalprälatur kommen sollte. Wie die KU aus Kurienkreisen erfahren konnte, waren die kanonischen Rahmenbedingungen abgesteckt und der Heilige Stuhl suchte sogar schon nach einer Quasi-Kathedrale für den Sitz der Bruderschaft in Rom. Doch alles kam anders.
Was ist am 13. Juni 2012 in Rom passiert? Ein Interview mit Pater Franz Schmidberger von der Priesterbruderschaft St. Pius X.

S. 20
Die Verdunkelung des Katholischen - Ursachen des liturgischen und kirchlichen Niedergangs

Nach den Worten des Dichters Paul Claudel ist die Eucharistie „der Inbegriff des Katholizismus, in dem er sich zusammenfassen läßt.“ Ihre Aushöhlung oder „Verdunkelung“ müßte den Lebensnerv der Kirche treffen sowie ihre Lehre und Lebenswirklichkeit letztlich zerstören. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, daß mit dem Siegeszug der Zelebration versus populum – zum Volk hin, der Installation der Volksaltäre sowie der Verbreitung der Handkommunion auch das katholische Verständnis der Meßfeier als Opfer, das Bewußtsein für die sakramentale Gegenwart Gottes und die Ehrfurcht vor der Eucharistie weithin geschwunden sind.

S. 24
Symptome der Kirchenkrise - Zur fortschreitenden Anpassung an die Welt

Es gibt zwei Methoden, die Lage der Kirche zu beurteilen. Einmal ist dies der Nachweis der schwebenden Ambivalenz, der Vieldeutigkeit so vieler konziliarer Texte, die sich ihrem unguten Kompromißcharakter zwischen den Voten der lautstarken progressiven und der traditionstreuen Konzilsväter verdankt.
Die zweite Methode ist die detaillierte Beschreibung der nachkonziliaren Praxis. Denn es heißt ja: „an ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen!“ Nur auf diesen Wegen läßt sich eine sachgerechte Deutung des Konzils erreichen: nicht mit dem Versuch, durch eine vorgefaßte „Hermeneutik der Kontinuität“ die vielfachen Brüche mit der Tradition, die es uns im Zeichen beflissener Anpassung an die Welt von heute und einen keineswegs aus christlichen Wurzeln geborenen säkularen Humanismus beschert hat, zu übertünchen.

S. 4
Verschiedenes

· Unsere Pädagogen: Der Monat September ist in der Tradition der Kirche der besonderen Verehrung der heiligen Engel gewidmet.
· Fatima-Kirche zur Sühne für die kommunistischen Verbrechen: In der kasachischen Stadt Karaganda ist die neue Kathedrale des gleichnamigen katholischen Bistums eingeweiht worden. Der Vielvölkerstaat Kasachstan mit seinen mehr als fünfzig Ethnien war in der Sowjet-Zeit einer Zentren des Archipel GULag. Die Kirche, die Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht ist, soll als Sühnekirche für die Verbrechen des atheistischen Kommunismus dienen.
· Ein Andachtsjodler für den Papst: Rund 1.000 Gläubige aus dem Erzbistum München und Freising sind am 3. August nach Rom gepilgert, um Papst Benedikt XVI. nachträglich zum 85. Geburtstag zu gratulieren. Darunter 450 Gebirgsschützen und 150 Trachtler. Gelebtes oberbayerische Brauchtum wurde in einer „Bayerischen Stunde“ in Castel Gandolfo vor dem sichtlich erfreuten Papst gezeigt.
· Anna Schäffer - In der Nachfolge des leidenden Christus: Am 21. Oktober 2012 wird in Rom die bayerische Stigmatisierte Anna Schäffer (1882-1925) ins Buch der Heiligen eingetragen werden. Ihr Leben war ein einziger Kreuzweg. Mit weltlichen Augen betrachtet war eine solche Existenz eine Tragödie. Der Christ urteilt anders.
· Arabischer Frühling: Die Christen verlassen die Region: Die als „arabischer Frühling“ bezeichnete politische Gärung im mittleren und nahen Osten hat für die verbliebenen Christen in dieser Region noch unabsehbare Folgen. S. Sel. Ignatius Joseph III., der Patriarch der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche mit Sitz in Beirut, bezeichnete die Haltung vieler ausländischer Regierungen als „Heuchelei“: „Vielen Regierungen geht es nur um wirtschaftliche Interessen. Das Schicksal der Christen in Nahost ist ihnen ziemlich egal.“ Der 1944 geborene Prälat sieht das Überleben der Christen in der gesamten Region gefährdet.

S. 15
Ist die Neue Messe rechtmäßig? „...das ganze Drama zwischen Rom und Ecône“ - Ein Priester der Priesterbruderschaft über deren Haltung zur Liturgiereform

Die Versöhnungsbemühungen zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und dem Vatikan, die seit der internationalen Romwallfahrt unserer Priestergemeinschaft mit ihren Gläubigen
im Jahr 2000 im Gange sind, haben wieder genau den Punkt erreicht, der schon 1976 Stein des Anstoßes war: die Anerkennung der Rechtmäßigkeit der Neuen Messordnung (lateinisch: Novus
Ordo Missae / abgekürzt: NOM).
Die Neue Messordnung ist als schlecht einzustufen, weil sie das Heiligste, das die Kirche besitzt, das hl. Messopfer, für einen falschen Ökumenismus verzweckt. Sie ist darum ein Akt der Profanierung des überlieferten Messritus, den man nicht hinnehmen kann. Unheilig ist diese Absicht, insofern man nicht mehr die Einheit in der Wahrheit sucht, sondern – sogar im Ritus der Messe, wo das Herz des Katholizismus schlägt – die Wahrheit verschleiert, beiseite schiebt, zudeckt.
»Es ist also ganz klar und offenkundig, daß das ganze Drama zwischen Rom und Ecône das Problem der Messe zum Thema hat.« (Erzbischof Marcel Lefebvre)

S. 29
Die Kreuzzüge – Hauptsünde der westlichen Welt?

Zu den großen „Reizthemen“, welche immer wieder gegen die katholische Kirche angeführt werden, gehören neben ‚Hexenverfolgung‘ und ‚Inquisition‘ vor allem die ‚Kreuzzüge‘.

S. 46
„Einheit als versöhnte Vielfalt“? - Ökumenische Sprachtricks

Seit Ende der 1960er Jahre geistert die Redeweise von der „Einheit in Verschiedenheit bzw. Vielfalt“ durch die ökumenische Landschaft. Die Redeweise von der „Einheit in der Vielfalt“ gehört zu den irreführendsten Sprachtricks des heutigen ökumenischen Betriebs. Schon die Formel ist widersprüchlich: Versöhnen können sich nur Menschen, aber nicht Lehrpositionen. Eine Verschiedenheit im Glauben, hinter der sich ausschließende Gegensätze stehen, kann so wenig „versöhnt“ werden wie Wahrheit mit Irrtum. Offenkundige antagonistische Widersprüche lassen sich nicht ausgleichen.

S. 50
Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Leitstern am geistigen Firmament - Magdalena S. Gmehling erinnert sich

Magdalena S. Gmehling enthüllt uns – ein Jahr nach seinem Tod (1939-2011) – in ihren Erinnerungen die Lebensarbeit dieses ungemein belesenen, außergewöhnlichen Denkers und Gelehrten von internationaler Bedeutung, die uns in ihrem Umfang gänzlich überdimensional erscheint und nur erahnen lässt, mit welcher Antriebskraft seine Werke entstanden sind.
Ein Begriff, der sich prägend mit Gerd-Klaus Kaltenbrunner verbindet, ist der des Konservatismus als geistig-politische Strömung. Historisch geht der Konservatismus davon aus, dass es eine göttliche Ordnung gibt, deren Grundzüge sich im Naturrecht ausdrücken. Dieser Geistesrichtung sah sich Kaltenbrunner in der Auseinandersetzung um die kulturrevolutionären Veränderungen in Gesellschaft, Politik und Kirche der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verpflichtet.

S. 52
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht? - Falsche Religionen als Heilswege?

In diesem Teil seiner Artikelreihe behandelt Dr. Heinz-Lothar Barth die Heilsmittlerschaft religiöser Gemeinschaften außerhalb der katholischen Kirche im Spiegel des Lehramtes! Beide Aspekte ein und derselben Geisteshaltung, der angebliche Wahrheits- und der Heilscharakter der falschen Religionen, sind vom Lehramt der Kirche mit der einhelligen gesamtkirchlichen Tradition verworfen worden.