Oktober 2012

Titelblatt

S. 30
Wie„real“darf‘s denn sein? - Die Realpräsenz und der neue Präfekt der Glaubenskongregation

Es ist nicht unsere Aufgabe, dem neuen obersten Glaubenswächter im Vatikan katechetischen Nachhilfeunterricht zu erteilen, aber man darf an die Mahnung von Paul VI. erinnern, daß es nicht recht ist, »vom Geheimnis der Transsubstantiation zu handeln, ohne daß die wunderbare Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in den Leib und der ganzen Substanz des Weines in das Blut Christi ... erwähnt wird, so daß etwa die Verwandlung allein in einer „Transsignifikation“ und der „Transfinalisation“ besteht... .«

S. 8
„In diesem Zeichen siege!“ - Vor 1.700 Jahren: Die Schlacht an der Milvischen Brücke

In der Schlacht an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 – also vor 1.700 Jahren – besiegte Kaiser Konstantin I. seinen Rivalen Maxentius und wurde damit zum Herrscher im römischen Westreich. Dies führte in der Folge zur Befreiung des bis dahin verfolgten Christentums. Der Heilige Vater erinnerte bei seiner jüngsten Libanonreise an den ersten christlichen Imperator und jene berühmte Vision des hl. Kreuzes an der Milvischen Brücke.

S. 16
Das ambivalente Konzil - Bekenntnisse eines Kardinals

Man wird nicht verlangen können, dass wir besondere Sympathien für Kardinal Kasper hegen. Ist er doch als jahrzehntelanger Ökumenismus-Beauftragter der Kurie mitverantwortlich für die schleichende Protestantisierung der Kirche.
Um so erstaunlicher sind die offenherzigen Bekenntnisse, in denen der Kardinal nunmehr in einem ganzseitigen bilanzierenden Rückblick zum Konzil und seinen Nachwirkungen Stellung nimmt. Was die Katholiken heute im kirchlichen Alltag erführen, sei „nicht der große Aufbruch und nicht der kirchliche Frühling, den damals viele erwarteten. Zumindest in Europa deutet vieles auf eine winterlich ausschauende Kirche mit deutlichen Zeichen einer Krise“. Dabei wird diese Diagnose, deren offenkundige, Wahrheit niemand bestreiten kann, auf ihre wahren Gründe zurückgeführt, die im Konzil selber und nicht in nachkonziliaren Mißverständnissen liegen.

S. 42
Wie gelingt die Glaubensweitergabe in den Familien?

Der Heilige Vater hat in einer Zeit des Verdunsten der katholischen Religion, auch in praktizierenden Familien, ein „Jahr des Glaubens“ ausgerufen. Wie kann man den Glauben lebendig weitergeben? In der Zeit der Gegenreformation (besser: katholischen Reform) im 16. Jahrhundert war es der heilige Philipp Neri, der eine einfache Idee zugrunde legte, die sich bald über ganz Italien verbreitete und bald mit dem Begriff „Oratorium“ (Gebetsraum) belegt wurde: Das regelmäßige familiäre und vertrauliche Gespräch unter Freunden über den Glauben, das durch Lieder, geistliche Lektüre und echte Freude begleitet wird. Warum nicht diese Intuition wieder beleben

S. 4
Nachrichten aus Kirche und Welt

- An erster Stelle: Am 4. Oktober 2012 besuchte Papst Benedikt XVI. – zum zweiten Mal in seinem Pontifikat – den Wallfahrtsort Loreto in den italienischen Marken. Papst Pius IX. schrieb über Loreto: »Unter allen der Mutter Gottes und der unbefleckten Jungfrau geweihten Kirchen gibt es einen Ort, der die erste Stelle einnimmt, und in einem unvergleichlichen Glanze leuchtet.
- Herzenswunsch eines Papstes: „Einen besonderen Herzenswunsch möchten Wir hier aussprechen, nämlich den, daß im häuslichen Bereich überall der Brauch des Rosenkranzgebetes wieder aufblühe, daß dieser Brauch ehrfürchtig gehütet werde und neue Verbreitung finde.
- Steuerfahndung auf katholisch: Die deutschen Bischöfe versuchen, die Kirchenmitgliedschaftsrechte weiterhin von der Zahlung der Kirchensteuer abhängig zu machen.
- Säkularisierung von außen oder von innen?: Die Wltbischofssynode steht ganz im Schatten des 50. Jahrestages der Eröffnung des II. Vatikanums, das – so der Papst wörtlich und ohne Ironie – der Kirche „einen neuen Elan“ geschenkt habe. (?) Trotz dieses „maßgeblichen Impulses“ mußten die Synodenväter schon in den ersten Tagen eher konstatieren, wie tief die Krise der Kirche geht. Kardinal Wuerl, der Generalrelator der Synode, mußte zugeben, daß man mittlerweile „zwei Generationen von Katholiken“ habe, „die die Grundgebete der Kirche nicht mehr kennen.“
- Mit zweierlei Maß: Der Mob tobt. Ausschreitungen werden unter anderem aus Libyen, dem Jemen, Ägypten, Bangladesch und Somalia gemeldet. Botschaften werden gestürmt, Menschen ermordet. Grund ist ein Film aus den USA: „The Innocence of Muslims“. Deutsche und europäische Politiker wollen die Aufführung des Films verbieten. Staatsfunker und Big Media haben viel Verständnis für den wütenden arabischen Mob und verlangen Zensur. Rückblende. Moskau im Februar. Auch dort werden Gläubige verhöhnt und beleidigt. Nicht durch Fragmente eines schlechten Films im Internet, sondern durch Geschrei und Lärm inmitten des zentralen Gotteshauses der russisch-orthodoxen Kirche. Von einer „Band“, die es eigentlich auch kaum gibt. Doch diesmal haben deutsche Politiker und Journalisten viel Verständnis für die „Künstler“ und keinerlei Empathie mit den Gläubigen und ihren verletzten Gefühlen.

S. 10
Endzeit und die letzten Dinge: Was erwartet den Menschen künftig

Nach einjähriger Pause fand vom 9. bis 12. August 2012 wieder die Sommerakademie im Schönenberger St.-Theresien-Gymnasium statt. Die unerwartet hohe Teilnehmerzahl bewies nicht nur ungebrochenes Interesse an dieser bunten Mischung aus katholischem Bildungsangebot, geistlicher Einkehr, kulturellen Darbietungen und Freizeit, sondern ergab sich offenbar auch aus dem alle berührenden Thema der Endzeit und der Letzten Dinge des Menschen. Handelt es sich doch um immer wiederkehrende, existenzielle Fragen der Menschen, auf die das kirchliche Lehramt ewig gültige Antworten aus der Offenbarung, Hl. Schrift und Überlieferung bereithält.
Die vier Vorzeichen der Endzeit - Das Gebet für die Verstorbenen - Die frühe Kirche - Das Licht der Erkenntnis - Die Realität der göttlichen Gerechtigkeit

S. 20
„Wir stehen wieder am Anfang.“ - Ein Gespräch mit Pater Niklaus Pfluger, dem 1. Generalassistenten der Priesterbruderschaft St. Pius X., über die aktuelle Lage seiner Gemeinschaft

„Es gibt in Rom Gegner einer kirchenrechtlichen Regularisierung der Bruderschaft. Denn eine offizielle Anerkennung der Bruderschaft wäre ja das Signal, daß die Epoche des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Kirchengeschichte geendet hat und ein neues Kapitel beginnt. Das passt natürlich den Konziliaren nicht; für sie wäre eine Anerkennung der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht nur ein Affront, sondern eine Infragestellung des Konzils, also ein Debakel. Offenbar konnten sie sich durchsetzen.“

S. 26
Das Schwert des Propheten - Zur Tradition der Gewalt im Islam

Der renommierte Göttinger Islamwissenschaftler Tilman Nagel hat in vielen Publikationen dargelegt, daß auch die gewaltsame Ausbreitung des Islams zum Kern seiner Überlieferung gehöre. Dafür gebe es zahllose Belege. Im Kern sei diese Überlieferung in die unter dem Kalifen Harun al Raschid, einem Zeitgenossen Karls des Großen,
erarbeiteten Konzepte eingegangen, welche bis auf den heutigen Tag von keiner muslimischen Autorität widerrufen oder ernsthaft in Frage gestellt worden seien. Sie besagen, daß sich das „Gebiet des Islam“ (Dar al Islam) so lange auf Kosten des „Gebiets des Krieges“ (Dar al Harb) zu erweitern habe, bis dieses verschwunden sei.
Angesichts dieses Zieles dürfen alle Vereinbarungen mit den „Ungläubigen“ nur taktischer Natur sein.

S. 44
Hl. Franz von Borgia - Herzog und Jesuit

Mit den Namen des spanischen Adelsgeschlechts der Borgia verbindet man gemeinhin einen – durch viele dunkle Legenden ausgeschmückten – Tiefpunkt der Papstgeschichte, nämlich das Pontifikat von Alexander VI. (1431-1501). Doch dort, wo die Sünde groß ist, da ist auch die Gnade mächtig. Der hl. Franz Borgia (spanisch: Francisco de Borja) war tatsächlich ein Urenkel des Renaissance-Pontifex.

S. 48
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht

In diesem Teil seiner Artikelreihe erhebt Dr. Heinz-Lothar Barth den Vorwurf der mangelnden Klarheit in der Kirchenkonstitution „Lumen gentium“, die auch in den Konzilskatechismus ihre Spuren hinterlassen hat.