November 2012

Titelblatt

S. 12
Der Konzilseinschwörer – Erzbischof Di Noia erhöht Druck auf traditionstreue Katholiken

Wenn man all die im Zusammenhang mit der 50Jahr-Feier des Konzils abgegebenen Stellungnahmen zur Kenntnis nimmt, die mindestens partielle Diskontinuitäten des Zweiten Vatikanums zur katholischen Tradition zugeben und die sich darüber hinaus noch beliebig vermehren ließen, ist man über ein Interview erstaunt, das der amerikanische Erzbischof J. Augustine Di Noia OP jüngst gegeben hat. Dies ist nun nicht die Stimme irgendeines beliebigen Apostelnachfolgers, sondern gesprochen hat hier der Vizepräsident der römischen Kommission, die für die Verhandlungen mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. zuständig ist. Insofern lohnt sich eine etwas ausführlichere Würdigung des Textes.

S. 10
Weltbischofssynode: Römische Novitäten

Bekanntlich sind die Weltbischofssynoden eine Frucht des konziliaren Aggiornamento und seiner im Begriff der „Verheutigung des Glaubens“ ebenso verschämten wie forcierten Anpassung an die Zeit. Der Zeitgeist aber bemüht sich seit langem schon und mit immer noch steigendem Nachdruck, die Demokratie, die nach Aristoteles in allenfalls moderater Form eine mögliche Staatsform unter anderen ist, unter dem Stichwort der Demokratisierung aller Lebensbereiche zur Weltanschauung zu machen. Und selbstverständlich hat dieser Sog, Autorität, Fachkenntnis und Zuständigkeit durch „Basis“ und die Wahrheitsfrage durch Mehrheitsmeinung zu ersetzen, auch das Konzil und die nachkonziliare Kirche erreicht und unter dem ebenfalls verschämten, ja wohlklingenden Begriff der „Kollegialität“ der Bischöfe wesentlich dazu beigetragen, ihre Lebenskraft zu schwächen.

S. 20
Die „Entsorgung“ der Seele – Nachdenkliches zum Allerseelenmonat November

Die Menschen haben allzeit danach gefragt, was im Tod mit ihnen geschieht. Der katholische Glaube gibt darauf eine klare Antwort: Die Seele verläßt im Augenblick des Todes den Leib und wird erst am Jüngsten Tag wieder mit ihm vereinigt, der dann durch ein Machtwort Gottes zur Auferstehung gerufen wird. Diese Glaubensaussagen
wurden in den letzten Jahren immer mehr verdunkelt oder gar ganz über Bord geworfen.

S. 22
Der große Segen der Ablässe und ihre Verkennung

Die katholische Lehre von den Ablässen wird im Zuge der ökumenischen Bewegung vielfach bewußt verschwiegen und den Gläubigen nicht mehr an Herz gelegt. Man sagt, man wolle die Protestanten nicht vor den Kopf stoßen, schließlich habe gerade das Ablasswesen die Reformation auslöst.
Vorurteile gegen das katholische Ablasswesen werden vielfach unreflektiert und ungeprüft übernommen, obwohl sie völlig am Wesen des Ablasses vorbeigehen. Wie denkt die Kirche wirklich über die Ablässe?

S. 4

- Wie durch Feuer: Das Fegfeuer ist der letzte und äußerste Versuch, den der gütige Gott macht, um den Sünder den Händen des Teufels zu entreißen. In diesem Tempel des allheiligen Gottes vernichten die reinigenden Flammen alles, was in den gottgeweihten Geschöpfen mit der Schönheit und Vollkommenheit Gottes im Widerspruch steht.
- Konsistorium: Im Senat der Kirche bleibt alles beim alten.
- Aus den Abruzzen nach Rom: Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom kommt in diesem Jahr aus der italienischen Region Molise.
- Für die alte Messe erbaut: Am 3. November zelebrierte der Präfekt der Gottesdienstkongregation, S. Em. Antonio Kardinal Cañizares Llovera, am Kathedra-Altar der Peterskirche ein Pontifikalamt im überlieferten Ritus. Trotz des päpstlichen Erlasses „Summorum pontificum“ aus dem Jahr 2007, mit dem Unterdrückung der alten lateinischen Messe von Benedikt XVI. – zumindest juristisch – beendet worden war, ist dies immer noch ein herausragendes Ereignis.
- Der Sixtinsche Himmel ist bedroht: Die Fresken der Sixtinischen Kapelle sind heute, trotz der Renovierung der 1980er und 90er Jahre bedroht. Die Ausdünstungen der fünf Millionen Besucher, die jedes Jahr das Gotteshaus, das mit dem Vatikanischen Museum verbunden ist, besuchen, sind für die Fresken eine starke Belastung. Eine neue Belüftungsanlage ist in Auftrag gegeben worden.

S. 16
Das Buch des priesterlichen Segens – Ein Gespräch mit dem Verleger Benedikt Trost über die Neuausgabe des vorkonziliaren Rituale Romanum

Das Rituale ist eines der überlieferten liturgischen Sammelwerke des römischen Ritus mit den Gebeten und Zeremonien, die der Priester bei der Spendung der Sakramente und der Sakramentalien spricht bzw. beachtet. Das Rituale Romanum, wie es jetzt neu bei nova & vetera – mit Druckerlaubnis des Bischofs von Eichstätt – vorliegt, entstand im Jahr 1614. die letzte typische römische Ausgabe, der 1957 noch ein durch einige Segnungen ergänzter Nachdruck folgte.
Pius XII. hat den Inhalt des Rituale neu geordnet und systematisiert. Allerdings wurden in diesen beiden vatikanischen Ausgaben von 1952 und 1957 die lateinischen Psalmen in der 1945 von Pius XII. selbst initiierten Neuübersetzung, den sog. Bea-Psalmen, verwendet. Diese Psalmenübersetzung hat sich allerdings nie wirklich durchgesetzt und wurde schon einige Jahre später nicht mehr benutzt. So erscheint nun, mehr als 50 Jahre später erstmals ein Rituale auf dem letzten vorkonziliaren Stand mit den Vulgata-Psalmen.

S. 36
Das Modell „Assisi“ und das Projekt „Weltethos“

Hans Küng ist nicht nur in jeder Talkshow, er ist auch in China präsent. Der Schweizer Modernist eröffnete Ende Oktober 2012 an der Pekinger Universität ein „Weltethos-Institut“. In seiner Rede zur Eröffnung betonte der einstige Konzilsperitus Küng, daß die Bedeutung des Weltethos – eine über alle Völker- und Religionsgrenzen hinausgehende ethische Orientierung – in einer globalisierten Welt wichtiger sei denn je. „Weltethos ist eine transkulturelle, zentrale Idee, die Grundlage ist für eine pluralistische und multikulturelle Gesellschaft.“
Dieses von Hans Küng propagierte Programm einer Zusammenarbeit der Weltreligionen ist von katholischer Warte aus sehr kritisch zu sehen. Ist es doch Teil der „Assisi-Ideologie“, die sich weitester Teile der Kirche bemächtigt hat. Norbert Clasen über das Modell „Assisi“ und das Nachahmer-Projekt des Tübinger Theologen.

S. 46
Wenn die Abrißbirnen läuten – »Entweihungsgottesdienste« und ihre Begleitmusik

Immer mehr Gotteshäuser werden in Deutschland geschlossen, abgerissen oder umgewidmet. Allein im Bistum Hildesheim (mit nominell 600.000 Katholiken) werden bis 2020 mindestens 80 Kirchen davon betroffen sein, wahrscheinlich noch viel mehr. Walter Hoeres über die Entweihungsgottesdienste, mit denen immer mehr
Kirchen in eine profanen Nutzung überführt werden.

S. 50
Der heilige Clemens I. – Papst und Apostelschüler

Der heilige Papst Clemens ist der Verehrung der Christen besonders würdig, gehört er doch zur ersten Generation der Apostelschüler.

S. 52
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht – Der KKK, die nicht-christlichen Religionen und die Konzilskritik von Papst Benedikt XVI.

Die unscharfen Formulierungen von Dokumenten des II. Vatikanums, durch die den nicht-christlichen Religionen die Möglichkeit einer Heilsrelevanz zugeschrieben wird, haben Auswirkungen auf den Konzilskatechismus gehabt, der „Lumen gentium“ 16 und Nostra aetate an jeweils acht Stellen zitiert, aber auch auf andere vatikanische Dokumente.