Dezember 2012

Titelblatt

S. 10
Staat läßt jeden fragen: »Bereit zur Organspende?« – Die Problematik der Hirntod-Definition – Ein Gespräch mit Dr. med. Herbert Pfeiffer

Im Auftrag des Gesetzgebers beginnen die Krankenversicherungen damit, ihre Versicherten anzuschreiben und abzufragen, ob man als Organspender zur Verfügung stehe. Leider ist die Haltung der deutschen Bischofskonferenz zu diesem Thema nicht eindeutig, aber ebenso wenig der Katechismus der Katholischen Kirche von 1993, in dem es heißt: „Die unentgeltliche Organspende nach dem Tod ist erlaubt und kann
verdienstlich sein.“ (Nr. 2301)
Hier berühren wir genau den „Knackpunkt“ der Frage: Der Tod muß eingetreten sein. Wann aber ist der Mensch tot? Ist mit dem sogenannten „Hirntod“, auf den man sich beruft, um die Entnahme lebenswichtiger Organe zu rechtfertigen, wirklich schon der Tod des Menschen eingetreten? Die KU sprach mit Dr. med. Herbert Pfeiffer, der als praktizierender Katholik und Mediziner den Gläubigen in dieser aktuellen Frage Orientierung geben möchte.

S. 18
Die graue Eminenz des Konzils – Rahner im Kreuzfeuer der Kardinäle

Rechtzeitig zum Konzilsjubiläum erschien eine Zusammenfassung der vernichtenden Kritik, die der hochverdiente Theologe und nachmalige Kardinal Leo Scheffczyk an Rahner geübt hat. Wir verwenden diese ungemein instruktive und genaue Übersicht, auf die wir uns im Folgenden beziehen wollen, um allzu umständliche Anführungen und Zitationen aus dem riesenhaften Oeuvre des verstorbenen Kirchenfürsten zu vermeiden.

S. 22
Die Krippenfeier, die Franziskus am Geburtstag des Herrn hielt

Der hl. Franz von Assi gilt als der „Erfinder“ der Weihnachtskrippe, da er Weihnachten 1223 in den Wäldern von Greccio an der Liturgie der Heiligen Nacht teilnahm und für die Gläubigen die wunderbare Geburt Jesu Christi in Bethlehem auf lebendige Art und Weise nachstellte.
Die figürlichen Darstellungen unserer Krippen, die vor allem durch die Jesuiten und Franziskaner verbreitet wurden, stehen in dieser Tradition. Hier der Bericht des Thomas von Celano (+1260), einer der Gefährten
des hl. Franz, über die Krippenfeier von Greccio.

S. 4
Nachrichten aus Kirche und Welt

- Frieden auf Erden!
Durch das herrliche Werk der Menschwerdung kam der Friede zu den Bewohnern der Erde – und zwar der vollkommene Friede. Friede mit Gott, mit den Engeln, mit sich selbst und mit den übrigen Menschen. Der Erlöser, der uns geboren wurde, brachte mit sich die Versöhnung der Welt mit dem Vater, die Verzeihung der Sünden, den Sieg über die Feinde des Heils, die Unterwerfung des Fleisches unter den Geist und die Einigung und Eintracht der Willen unter sich und mit Gott.

- Frieden im Heiligen Land!
Der lateinische Patriarch von Jerusalem, S. Sel. Fouad Twal, hat vor einem Scheitern der Friedensbemühungen im Gaza-Konflikt gewarnt. In der ganzen Region herrsche eine Atmosphäre aus Angst und Gewalt. „In diesem Krieg gibt es nur Verlierer“, betonte der Patriarch.

- Konsistorium: Jetzt 211 Kardinäle
Im fünften öffentlichen Kardinal-Konsistorium seiner Amtszeit hat Papst Benedikt am 24. November sechs Bischöfe in den Senat der Kirche aufgenommen. Der Senat der Kirche hat jetzt 211 Mitglieder, von denen 120 im Falle einer Papstwahl teilnahmeberechtigt wären.

- „Sagt den Kleinen, sie sollen für Frankreich beten!“
Einige französische Bischöfe, sich des kulturkämpferischen Gestus der neuen Regierung Frankreichs bewußt, haben die Gläubigen aufgerufen, das Gebet für Frankreich zu verstärken. Sie erinnerten dabei an die Erscheinungen der Gottesmutter vor 65 Jahren in einem kleinen Weiler der Touraine: L’Île-Bouchard.

- Das neue Papstbuch: In Bethlehem geboren
Das neue Papstbuch ist mit einer Startauflage von 100.000 Exemplaren in deutscher Sprache erschienen und hat sich sofort an die Spitze der Bestseller-Listen gesetzt.

- Auf Irrwegen: Bischof Feige als neuer Ökumenebeauftragter
Msgr. Gerhard Feige (51) ist seit 2005 Bischof des Diaspora-Bistums Magedeburg. Er ist der neue Ökumene-Beauftragte der deutschen Bischofskonferenz, da Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, der diese Aufgabe bisher ausübte, nach Rom berufen wurde. In einem Interview mit Gernot Facius in der Tageszeitung „Die Welt“ (1.12.2012) hat Msgr. Feige zwei bemerkenswerte Äußerungen gemacht, die zeigen, wo die deutsche Bischofskonferenz steht.

- Caritas: Papst mahnt katholisches Profil an
In den reichen Ländern der Welt haben die Diözesen, ähnlich wie die wohlfahrtsstaatlichen Initiativen, in ihrer Caritas-Arbeit auf eine hohe Organisationsdichte und – ohne Zweifel bewundernswerte – Effizienz gesetzt. Allerdings kann nicht bestritten werden, daß das katholische Profil bei solchen riesigen Organisationen immer in großer Gefahr ist, verwischt zu werden oder daß die Religion zum Lippenbekenntnis zu verkommt.

- Der Heiligenschein der Slawenapostel
Für das Jahr 2013 plante die Slowakei Euro-Jubiläums-Gedenkmünzen (Nominalwert: 2 Euro) mit dem Motiv des hl. Kyrill und des hl. Methodius aufzulegen, da die beiden päpstlichen Glaubensboten 863 nach Mähren kamen. Die ursprüngliche Darstellung der beiden „Patrone Europas“ mit dem Heiligenschein und dem Kreuz wurden von der EU-Kommission im Vorfeld abgelehnt, da es gegen das Prinzip der religiösen „Neutralität“ verstoßen würde, solche Motive zu nehmen. Zunächst wollte sich die Slowakei dem Druck aus Brüssel beugen. Infolge des massiven öffentlichen Protestes ist die Regierung aber nun entschlossen, sich nicht dem antichristlichen Laizismus in der EU zu unterwerfen.
- Ein Gespräch mit Dr. med. Herbert Pfeiffe














S. 14
Die Patientenverfügung – Ein wichtiger Hinweis

Viele Menschen sind der Meinung, daß sie mit einer Patientenverfügung eine Lösung für ihre „letzten Dinge“ gefunden haben. Der Wortlaut „Patientenverfügung“ erweckt zunächst den harmlosen Eindruck, es handle sich nur um die Forderung nach Unterbindung der Verlängerung des Sterbens, der Hinauszögerung des Todeskampfes durch extreme medizinische Maßnahmen.
So schreibt also mancher in seine Patientenverfügung (bzw. er benutzt eine entsprechende vorformulierte Klausel): „Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen.“ Dabei dürften sich die meisten Menschen nicht bewußt sein, was das konkret bedeuten kann.

S. 26
Worüber wir Rechenschaft ablegen müssen – Über die Notwendigkeit des Katechismus-Unterrichts

Papst Benedikt XVI. hat ein Jahr des Glaubens ausgerufen, eine wohl bittere Notwendigkeit in Zeiten der Verdunstung der Religion und der stillen Apostasie, die wir um uns herum erleben.
Ursache für den Glaubensschwund ist sicher zuerst der Verlust des Glaubenswissens. Die Katechese liegt danieder.
Es gibt nur ein Hilfsmittel: Zurück zu den erprobten Katechismen. Lassen wir jedoch die Finger von den modernitätsbeflissenen, immer wieder neuen Produkten nachkonziliarer Katechetisierung.
Was gibt es an wirklich katholischen Katechismen? Zuerst muß der „Römische Katechismus“, der im Auftrag des Konzils von Trient für die Pfarrer herausgegeben wurde, genannt werden. Dann die Katechismen des hl. Petrus Canisius und des hl. Robert Bellarmin. Des weiteren der „Katechismus des hl. PiusX.“. Von den hervorragenden Diözesan-Katechismen soll hier der „Basler“ Katechismus (1947) erwähnt werden und der „Grüne Katechismus“ (1955) der deutschen Bischöfe. (Diese Aufzählung ist weit davon entfernt vollständig zu sein und erwähnt verdiente Katechismen nicht). Die guten Katechismen können Sie erhalten beim Sarto-Verlag: Tel.: +49 8234/ 95972-0. Hier berät man Sie gerne.

S. 28
Hermeneutik der Kontinuität oder des Bruches? – Eine Buchbesprechung

Der Titel des hier vorzustellenden neuen Buches von Dr. Heinz-Lothar Barth nimmt Bezug auf die berühmte Weihnachtsansprache, die Benedikt XVI. im Jahre 2005 an das Kardinalskollegium und die Kurie gerichtet hat. In dieser Ansprache forderte der Papst, das Zweite Vatikanum als ein Konzil der Reform in Kontinuität mit der traditionellen Lehre der Kirche zu interpretieren. Diese Forderung enthält die Behauptung, daß eine solche Interpretation gegeben werden kann. Da der Papst seine Theologie als in völliger Übereinstimmung mit dem Konzil befindlich versteht, können die hier einige zur Sprache gebrachten Aspekte seiner Theologie auch ein Licht darauf werfen, ob in Bezug auf den Konzilstext eine Hermeneutik der Reform in Kontinuität mit der traditionellen Lehre der Kirche überhaupt möglich ist.

S. 36
Christliches und Widerchristliches – Religiöse Motive in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Jahrzehntelang scheint in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur festzustehen, daß Religion kein ernsthaftes Thema mehr sei. Christliche Literatur trug spätestens seit den 68ern den Verdacht von Minderwertigkeit. Jedoch blieb das christliche Erbe als poetischer Fundus noch lebendig, was sich bei vielen modernen Autoren in der Verwendung biblischer Metaphern, religiöser Bilder oder biblischer Texte zeigt. Auch behielt Religion ihren literarischen Platz etwa als Milieufaktor und Quelle „traumatischer“ Kindheits- und Jugenderlebnisse, um eine bestimmte Zeit und Region zu charakterisieren.

S. 46
Der hl. Bischof Thomas Becket – Martyrer für die Freiheit der Kirche

S. 48
Neueuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht – Problematische Aussagen des II. Vatikanums zum Islam schlagen sich im Katechismus nieder

Das II. Vatikanum hat eine neue Sicht auf die nichtchristlichen Religionen gebracht, die sich nachweislich auch im Konzils-Katechismus niederschlägt; Dr. Barth stellt im folgenden die Zusammenhänge dar. Insbesondere befaßt er sich in diesem Teil seiner Fortsetzungsreihe mit der Sicht des Konzils auf den Islam und mit dem bei Tertullian zu findenden Satz von der anima naturaliter christiana („der von Natur aus christlichen Seele“). Aus einer falschen Interpretation dieses Satzes werden weitgehende Schlüsse gezogen, um die neue Sicht auf die nichtchristlichen Religionen zu rechtfertigen, ja man versucht diesen Satz sogar als Traditionsbeweis für den interreligiösen Dialog zu stilisieren.