Februar 2013

Titelblatt

S. 4
Der angekündigte Rücktritt - Ein geistliches Wort

Der Papst hat für die Mitteilung seines Rücktritts das Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes gewählt. Vielleicht, weil ihm bewußt ist, daß diese seine Entscheidung sehr viele Katholiken mit Betroffenheit und Schmerz erfüllen wird und er dennoch zugleich ein Signal der Zuversicht setzen möchte - in Bezug auf die weitere Zukunft der Kirche? In der Lesung des Festes aus der Geheimen Offenbarung ist die Rede von Donner, Erdbeben und Hagel, von furchterregenden Ereignissen also, die aber münden in die Erscheinung der allerseligsten Jungfrau Maria - und eine Stimme verkündet: „Jetzt ist gekommen das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht Seines Gesalbten.“

S. 10
Verwirrung um die „Pille danach“ - Fakten, die Klarheit schaffen

Am 16. Januar 2013 begann der Sturm in der Presse. Die Kirche sollte zum Monster gestempelt werden. Was geschah: Nach Polizeiangaben sei in Köln eine 25jährige Frau in der Nacht zum 15. Dezember 2012 nach einer Feier – wohl mit K.-o.-Tropfen – betäubt worden. Erst einen Tag später sei sie auf einer Bank in einem anderen Stadtteil ohne Erinnerung aufgewacht. In Begleitung ihrer Mutter suchte sie daraufhin den ärztlichen Notdienst auf. Es gab den Verdacht einer Vergewaltigung. Die Polizei wurde alarmiert und kam in die Praxis. Ein Protokoll wurde aufgenommen.
Die Berichterstattung weiter: Das Opfer sei von zwei katholischen Kliniken in Köln abgewiesen worden. Die Ärzte hätten ihr die „Pille danach“ nicht verschreiben wollen und hätten wahrscheinlich Angst um ihren Arbeitsplatz gehabt. – Die Empörung war groß.
Erst wenige Tage später konnte ein differenziertes Bild gezeichnet werden. Warum wurde die Geschichte erst vier Wochen nach dem Skandal publiziert? Welche Rolle spielt die Notfallärztin? Sie hatte die „Pille danach“ schon verordnet, was aber verschwiegen wurde, denn warum hätte sonst ein solcher Skandal entstehen müssen? Sie wandte sich an zwei katholische Krankenhäuser, die keine „Pille danach“ verschreiben. Ist es nicht unkollegial bzw. unprofessionell, solche Ärzte mit einer Spurensicherung zu beauftragen, sind? In Köln gibt es ein „Programm zur anonymen Spurensicherung nach einer Sexualstraftat“, die gerade Traumatisierung der Opfer verhindern soll. Die katholischen Kliniken sind nicht eingebunden, da sie keine Postkoitalpillen verschreiben. Warum hat sich die Notärztin nicht gleich an eine Klinik gewandt, die für solche Kriminalfälle vorgesehen ist?
Dann kam heraus, daß es nur einen Telefonkontakt gegeben hatte. Die Ärzte hatten mitnichten einem Opfer die Behandlung an der Kliniktür verweigert, sondern hatten fernmündlich auf eine andere Klinik verwiesen, die mit solchen Fällen Erfahrung haben und alle dazu nötigen Untersuchungen in einem Haus durchführen können. So sollte vermieden werden, daß die Patientin ggf. zweimal dasselbe traumatisierende Untersuchungsverfahren über sich hätte ergehen lassen müssen.

S. 32
Die Gleichgültigkeit gegenüber aller Wahrheit - Religionsfreiheit als Ideologie

Die Entwicklung zeigt, wie lange schon unsere Gesellschaft von einer erschreckenden Gleichgültigkeit gegenüber den letzten Fragen befallen ist, bei denen es wirklich zur Sache geht. Die geduldige Suche nach letztgültiger Wahrheit hat sich in einen hektischen Austausch von Meinungen verwandelt, bei dem alle mit reden und punkten wollen. Zu einem endlosen Palaver, das nur allzu sehr an das Schriftwort erinnert: „unsere Tage gehen dahin wie ein Geschwätz!“ Als Folge des Agnostizismus werden alle Anliegen der öffentlichen Moral, alle Grundsatzfragen des politischen Lebens ihres Grundsatzcharakters entkleidet und in eine Endlosschleife des Debattierens eingebracht. Die Auseinandersetzungen bleiben im Vorläufigen stehen und finden deshalb – unerledigt wie sie sind – kein Ende. Gleichgültigkeit wird als Fortschritt gepriesen, als Sieg der Toleranz und Kennzeichen einer humanen Gesellschaft.
Es ist kein Zufall, daß die Propagierung der Religionsfreiheit in einem kirchengeschichtlichen Augenblick erfolgt, in dem sich der neue Arianismus immer mehr ausbreitet, die Präexistenz Christi, die Jungfrauengeburt und damit die Gottheit Christi ganz offen in Frage gestellt werden.

S. 38
Der Mythos vom Goldenen Zeitalter der Toleranz – Christen im muslimisch dominierten Spanien

Das muslimische Spanien des Mittelalters, arabisch „Al Andalus“ genannt, gilt nicht nur in der muslimischen Welt, sondern auch unter gebildeten Europäern weithin als Ort einer einzigartigen blühenden Kultur, von Wissenschaft und Philosophie, von Pluralismus und Toleranz. Für muslimische Gelehrte wurde „Al Andalus“ zum Paradigma der Überlegenheit einer im Islam verwurzelten arabischen Zivilisation. Norbert Clasen wirft einen kritischen Blick auf diesen Mythos.

S. 0
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht. - „Dschihad“, Kreuzzüge und der Traum vom liberalen „Euro-Islam“

In dieser Fortsetzung der Serie von Dr. Barth geht es weiter um den interreligiösen Dialog, der ja an vielen Stellen im Konzilskatechismus durchscheint.
Heute gibt man sich immer wieder der Hoffnung hin, daß moderne, friedlichere Ansätze im Islam sich allgemein zum Wohl der Menschheit durchsetzen würden. Solche Versuche gab es auch früher schon, sie sind leider im wesentlichen gescheitert.
Man formuliert vielleicht den Einwand: Aber hat nicht auch das Christentum „Kreuzzüge“ geführt? Dr. Heinz-Lothar Barth über den Unterschied zwischen dem „Dschihad“ und der „bewaffneten Wallfahrt“ nach Jerusalem.

S. 5
Nachrichten aus Kirche und Welt

Weltgrößte Marienstatue:
Die weltgrößte Marienstatue wurde am 1. Februar in Bolivien eingeweiht. Sie steht auf einem fast 4.000 Meter hohen Berg, 230 Kilometer südlich von La Paz. Die Figur selbst ist ca. 45,5 Meter hoch. Das Standbild ist eine Kopie des Gnadenbildes Unserer lieben Frau von Socavón („Jungfrau der Bergwerksstollen“), die traditionell als Patronin der Minenarbeiter verehrt wird.

Unbedingter Schutz des Lebens:
Raymund Kardinal Burke hat katholische Politiker, die gesetzliche Maßnahmen unterstützen, die Abtreibung ermöglichen, ermahnt, nicht zur heiligen Kommunion hinzuzutreten. Als Präfekt der Apostolischen Signatur ist der Purpurträger der oberste Richter der römischen Kurie. Die Abtreibung gehöre nämlich zu den schwersten Sünden, denn sie töte unschuldiges Leben. Die Heilige Kommunion dürfe nicht von Menschen empfangen werden, die „in öffentlicher schwerer Sünde“ lebten.

800 blieben treu
Am 11. Februar 2013 hat Benedikt XVI. die „800 Märtyrer“ von Otranto, die im Jahr 1480 durch osmanische Soldaten aus Glaubenshaß getötet wurden, zur Ehre der Altäre erhoben. Die Hafenstadt Otranto liegt in Apulien, am südlichsten Punkt des italienischen „Stiefelabsatzes“.

Hilfeschrei aus Syrien: „Keiner hört uns zu!“
Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo in Syrien hat die internationale Gemeinschaft in einem dramatischen Appell zum Schutz der Christen in der Bürgerkriegs-Stadt aufgefordert. Der Bischof warf der internationalen Gemeinschaft vor, sich nicht genug für das Schicksal der Christen in Syrien zu interessieren. „Wir haben den Eindruck, daß uns niemand zuhört. Es interessiert niemanden, ob wir bleiben oder gehen.“

900 Jahre Malteserorden
In Rom hat der Malteserorden mit großer Feierlichkeit seiner Gründung vor 900 Jahren gedacht. Am 15. Februar 1113 hatte Papst Paschalis II. den Orden durch eine Bulle anerkannt.

S. 14
Wirkungsweise der Postkoitalpillen - Warum eine frühabtreibende Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann!

In Deutschland sind zwei Präparate zur „Notfallverhütung“ verfügbar: ein hochdosiertes Gelbkörperhormon, Levonorgestrel (LNG), mit Handelsnamen genannt Unofem®, und Ulipristalacetat (UPA) mg, mit Handelsnamen EllaOne®. Bei UPA handelt es sich um einen sogenannten Progesteronrezeptormodulator (zugelassen seit 2009).
Die verfügbare Datenlage erlaubt es bei sorgfältiger Recherche nicht, eine einnistungshemmende und frühabtreibende Wirkung sowohl für Levonorgestrel als auch Ulipristalacetat auszuschließen.

S. 16
Ein “Skandal” für modernes Denken - Ein Interview mit dem Dogmatiker PD Dr. Klaus Obenauer über das neue Papstbuch

Das neue Papstbuch ist vor wenigen Wochen mit einer Startauflage von 100.000 Exemplaren in deutscher Sprache erschienen und hat sich sofort an die Spitze der Bestseller-Listen gesetzt. Der abschließende Band der Papst-Trilogie über den Heiland befaßt sich mit den Berichten über die Kindheit unseres Herrn.
Zum Thema der jungfräulichen Geburt des Herrn verteidigt der Papst das Credo: Die Aussage, Jesus sei durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren worden, sei „ohne Vorbehalte“ wahr, schreibt der Papst. Gott greife hier wie bei der Auferstehung Jesu unmittelbar in die materielle Welt ein. Dies sei ein „Skandal“ für modernes Denken, aber fundamental für die christliche Hoffnung.
Die KU sprach mit dem Bonner Theologen Dr. habil. theol. Klaus Obenauer, Privatdozent an der dortigen Katholisch-Theologischen Fakultät, der sich in neueren Publikationen mit christologischen Themen beschäftigt hat.

S. 22
Das neue Schul- und Universitätssystem gefährdet die geistigen Grundlagen der christlichen Religion

Seit Jahren beobachten Lehrende an Schule und Hochschule eine immer stärker abnehmende Kompetenz der jungen Generation v. a. im sprachlichen Bereich, z. T. bedingt durch die neuen Medien: Die Mehrheit der jungen Leute liest kaum noch Bücher, vor allem keine anspruchsvollen. Geistlose Texte aus dem Netz werden kritiklos konsumiert und deren Diktion übernommen. Auf Facebook kommuniziert man über banale Sachverhalte in primitiver Sprachform miteinander. Man prägt sich nichts mehr ein, da man ja glaubt, alles per Internet verfügbar zu haben usw. Ähnliche Phänomene beobachtet man auch in anderen europäischen Ländern, wie mir Kollegen aus Griechenland, Italien und Tschechien bestätigten.
In einer solchen Zeit sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Verfalls die Bildungs- und Reifephase der Jugend auf Druck der EU und der Wirtschaft zu verkürzen kann nur als unverantwortlich bezeichnet werden. Da man den ganzen Lernstoff auf acht Gymnasialjahre komprimiert hat, sind viele Kinder intellektuell und psychisch hoffnungslos überfordert. Auf der Universität setzt sich die Beschleunigung dann fort: Die Studierenden werden in Kurzstudiengängen durch „modularisierte“ Lehrveranstaltungen gehetzt. Möglichst viel Wissen in möglichst kurzer Zeit ist angesagt, wahre Bildung nur noch partiell gefragt, die akademische Freiheit jämmerlich beschnitten. Alles ist verschult. Man hat manchmal sogar den Eindruck, daß bestimmte Kreise, denen die Verantwortung für diese Reformen obliegt es gar nicht schätzen, wenn junge Leute einmal zum Nachdenken kommen. Denn dann könnten sie erkennen, was alles in unserer Gesellschaft schief läuft, und sich womöglich gar dagegen wehren. Vor allem vermöchte zumindest der eine oder andere entdecken, daß den meisten Jugendlichen im Trubel unserer rein materialistisch und utilitaristisch geprägten Welt das Wichtigste vorenthalten oder zumindest verfälscht dargestellt wird: daß es nämlich einen liebenden Gott gibt, der alles Seiende ins Leben gerufen hat und erhält und der in seinem Sohn Jesus Christus den Menschen dazu berufen hat, als sein Ebenbild sich für eine Gesellschaft „der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens“ einzusetzen, wie es die Präfation vom Christ König-Fest so schön formuliert („regnum iustitiae, amoris et pacis“).

S. 24
Was ist „Bildung“? Konrad Adenauer über ein zeitloses Thema

Was verstehen wir eigentlich unter „Bildung“? Auf eine so allgemein gestellte Frage gibt es keine Antwort, die nicht sofort Widerspruch ernten würde. Daher wollen auch wir gar nicht erst versuchen, „Bildung“ zu definieren – zu sehr ist dieser Begriff in unserer pluralistischen Welt von gegensätzlichen Grundentscheidungen geprägt. Hier soll ein Blick auf den ersten deutschen Bundeskanzler, einen überzeugten Katholiken, geworfen werden. Wie ist diese Persönlichkeit an das Thema herangegangen? Wie kaum ein anderer Politiker hat Adenauer das neu entstehende deutsche Gemeinwesen - nach den Jahren der Nazi-Barbarei und des Krieges – in christlichem Geist geprägt.
Wie sich die Nachkriegsgeneration nicht von den Trümmerlandschaften entmutigen ließ, die ihnen hinterlassen wurden, sollten auch wir mutig an den Wiederaufbau der Kultur- und Bildungslandschaften gehen.

S. 44
Eine heilige Büßerin - Die hl. Margaretha von Cortona

Im Februar stellt uns die Liturgie eine Heilige vor Augen, die Gottes Barmherzigkeit erfahren hat: Margaretha von Cortona. Das römische Brevier gibt uns einen schönen Bericht über ihr Leben.

S. 46
Das mystische Leben der hl. Margaretha von Cortona

Die hl. Margaretha von Cortona (1247-1297) lebte vor ihrer Bekehrung als Geliebte eines Adeligen im Toskanischen, mit dem sie einen unehelichen Sohn hatte. Durch dessen gewaltsamen Tod fand sie zurück zum christlichen Leben. Von nun an war sie eine Büßerin und ein Engel der Nächstenliebe. Sie wurde eine große Gottliebende und wurde tiefer mystischer Gnaden gewürdigt.

S. 48
Was ist die vollkommene Reue?

Die vollkommene Reue ist ein goldener Himmelsschlüssel, mit dem man jeden Tag, ja jeden Augenblick den Himmel aufschließen kann, wenn er durch eine Todsünde verschlossen ist. Aber diese muß im Leben gelernt und geübt werden. Was ist die vollkommene Reue?