September 2017

Titelblatt

S. 28
Wäre Luther heute „Piusbruder“? – Bemerkungen zu einem eigenwilligen Beitrag zum Reformationsjahr

Klaus Berger sprach in einem Artikel der Zeitung Die Tagespost (22. Juli 2017, S. 6) vom „stockkonservativen Luther“, der heutzutage „Piusbruder“ wäre. Sosehr ich bestimmte exegetische Ansätze des Verfassers zu schätzen weiß, so wenig kann ich Tendenz und Einzelbehauptungen dieses Beitrags zustimmen. Wir haben ja schon vieles im Jahr des sog. Lutherjubiläums über uns ergehen lassen müssen. Daß aber katholische Gläubige, die der Tradition ihrer Kirche anhängen, nunmehr mit jenem Kirchenzerstörer des 16. Jahrhunderts gleichsam in einen Topf geworfen werden, sprengt jede Vorstellungskraft.

S. 14
Papst Franziskus müßte den traditionellen Katholiken mehr entgegenkommen!

Papst Franziskus schließt eine Rückkehr der Kirche zur überlieferten lateinischen Messe kategorisch aus. Er in seiner Abschlußansprache zur „68. Nationalen Liturgischen Woche“, die ab dem 21. August im Vatikan stattgefunden hat, ausdrücklich gesagt: „Wir (können) mit Sicherheit und mit lehramtlicher Autorität bestätigen, daß die Liturgiereform irreversibel ist.“
Solche Stellungnahmen des Hl. Vaters werden eine Einigung mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. gewiß nicht fördern. Vergessen wir nicht, daß er sich auch sonst immer wieder abschätzig über traditionelle Katholiken geäußert hat! Wenn Papst Franziskus wirklich eine Einheit mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu fairen Konditionen wünscht, ohne sie für moderne Fehlentwicklungen vereinnahmen zu wollen, dann sollte er stärker auf deren berechtigte Anliegen eingehen. Das wäre im Sinn vertrauensbildender Maßnahmen unbedingt notwendig.

S. 22
„Wenn es keinen Kampf gibt, gibt es kein Christentum.“ – Ein Gespräch mit dem Priester und Patrologen Prof. Dr. Michael Fiedrowicz

Vor kurzem hat der Trierer Theologieprofessor eine Sammlung frühchristlicher Texte über die streitende Kirche vorgelegt. Die KU sprach mit dem Herausgeber über die Absicht und Bedeutung dieses Werkes.
Seit den Anfängen ist das Leben der Kirche ein unablässiger Kampf mit unterschiedlichen Mächten und Gegnern. Die Quellensammlung stellt mit 337 Texten vom 2. bis 8. Jh. systematisch die vier großen Dimensionen der Auseinandersetzung dar: Der Kampf der Martyrerkirche gegen den Totalitätsanspruch des Römischen Weltreiches, die Kontroverse mit glaubensgefährdenden Irrtümern im Innern der Kirche, der geistliche Kampf mit widergöttlichen Mächten im Leben jedes Getauften, schließlich der Widerstand gegenüber der Verführungsmacht des Antichrist und die standhafte Glaubenstreue in der apokalyptischen Bedrängnis am Ende der Zeit.

S. 4
Geistliche Lesung

„Zu unsern wahrhaft treuen Freunden müssen wir die religiösen Bücher

zählen. … Sie stehen uns nach Belieben zur Verfügung, sind gleichsam stets an unserer Seite und zu jeder Stunde hilfsbereit in unsern persönlichsten Anliegen. Ihre Stimme klingt nie verletzend, ihr Rat niemals eigennützig, ihr Zuspruch nie befangen oder verlogen.“

(Hl. Pius X.)

S. 4
Tägliche Engelverehrung

Inmitten der Engel und Heiligen steht der Katholik beim hl. Meßopfer. Die überlieferte Liturgie der Griechen spricht dieses Geheimnis aus: „Die wir die Cherubim im Mysterium abbilden, und die wir der lebenschaffnden Dreiheit den Hymnus des Dreimalheilig singen, lasset uns nun ablegen alle irdische Sorge.“
Engelverehrung ist nicht „nur“ Schutzengelverehrung. Sie ist Teil einer alltäglichen mystischen Erfahrung des Christen im Kultus.

S. 5
Der Papst auf der Couch

Papst Franziskus hat in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ einige Details seiner Biographie preisgegeben. Zwischen 1978 und 1979, noch als Provinzial der Gesellschaft Jesu in Argentinien, habe er sechs Monate lang Woche für Woche sich der Psychoanalyse unterzogen. Er habe die Therapie gemacht, „um einige Dinge zu klären“. Auf das bald erscheinende Buch wird man gespannt sein. Vielleicht ist hier der Schlüssel für das Verständnis des Pontifikates zu finden.

S. 5
An der Peripherie

Der regierende Pontifex wird vom 27. November bis 2. Dezember eine Pastoralreise nach Asien unternehmen. Ziel sind Myanmar (früher Birma oder Burma) und Bangladesch. Der Anteil der Katholiken ist in beiden Ländern sehr gering – er liegt bei einem Prozent oder weniger.

S. 6
Papst dankbar für Kolumbienreise

Papst Franziskus hat „dankbar“ auf seine fünftätige Pastoralreise nach Kolumbien (6.–11. September) zurückgeblickt. Es war die 20. seines Pontifiates. Fast 95% der 49 Millionen Einwohner des Landes sind katholisch. Franziskus war nach Paul VI. (1968) und Johannes Paul II. (1986) der dritte Pontifex, der nach Kolumbien kam.

S. 6
Polen und seine Königin

In Tschenstochau schlägt das Herz des polnischen Volkes. Hier wird im Kloster Jasna Góra („Heller Berg“) die wundertätige Ikone der Schwarzen Madonna verehrt, die als Königin Polens angerufen wird. Um das Gnadenbild ranken sich vielfältige Legenden. In diesem Sommer wurde das 300. Jubiläum der Krönung der Ikone durch Papst Clemens XI. feierlich und festlich begangen: Die gesamte Staatsspitze Polens war anwesend. Es ist eine große Gnade für eine Nation, wenn seine Magistrate den Christkönig und seine heiligste Mutter öffentlich verehren.

S. 7
Kommentar: Liturgische Zeitbombe

Die Ära Ratzinger wird abgewickelt. Ein weiteres Beispiel ist das Motu proprio Magnum principium, mit dem der Papst Kanon 838 des neuen Kirchenrechts von 1983 verändert. Von der Sorge, den göttlichen Kultus der Norm der Väter anzupassen, wie dies die Forderung jeder authentischen Reform durch die Jahrhunderte gewesen ist, ist keine Rede. Daher birgt das Franziskus-Schreiben erheblichen Sprengstoff.
Magnum principium wird weitreichende Folgen haben. Die liturgische Revolution der letzten vierzig Jahre wird betoniert. Die doktrinelle Konfusion in den verschiedenen Bischofskonferenzen wird sich auch in einer weiteren Phase der Liturgiereform auswirken. Wir sind auf dem Weg zu regionalen, ja örtlichen „Liturgien“.
Dennoch kann man sicher sein: Die Neue Messe kam über Nacht und sie wird auch über Nacht verschwinden.

S. 8
Katholisches Gotteshaus in Moskau zurückgegeben

Die in Wien ansässige Pro Oriente-Stiftung teilte mit, daß die ehemalige Peter-Paul-Kirche in Moskau an die Katholiken zurückgegeben wird. Das im Jahr 1845 von polnischen Katholiken erbaute Gotteshaus wurde in den 1920er Jahren enteignet und in ein Kino umfunktioniert. Rechtliche Ansprüche auf Rückübereignung, die seit 1990 von den kirchlichen Autoritäten gestellt wurden, wurden bisher von der Stadtregierung abgewehrt. Jetzt scheint der Moskauer Bürgermeister eine außergerichtliche Lösung zu bevorzugen.

S. 8
Wirklinien des Irrtums

Der in Lugano lehrende Dogmatiker und Priester Manfred Hauke hat in der Zeitschrift Theologisches (Juli/August 17), in nuce die theologischen Linien aufgezeigt, die vom 5. Jahrhundert über Luther bis zur modernen Pfingstbewegung reichen: Das Konzil von Ephesus verurteilte im Jahr 431 zwei Irrlehren: die des Pelagianismus und die des Messalianismus. Weniger bekannt ist der Messalianismus. Nach den Messalianern tilgt die Taufe die „Wurzel der Sünde“ nicht. Dies geschehe erst durch das intensive Gebet, bei dem der Heilige Geist sinnlich erfahrbar auf den Beter herabkomme und ihn in einen Zustand versetze, der über die Sünde erhaben ist. Vom antiken Messalianismus reichen geschichtliche Wirklinien zur Erweckungsbewegung des Pietismus und zum englischen Methodismus, die wiederum einen wichtigen Ausgangspunkt bilden für die Pfigstbewegung. Deren Ausbreitung auf den katholischen Bereich im Jahr 1967 wird im laufenden Jahr von manchen Kreises begeistert gefeiert, ungeachtet der damit verbundenen Problematik.

S. 9
Sicherheit im Vatikan

Seit das italienische Fernsehen am 25. August ein Video des „Islamischen Staates“ gezeigt hat, welches Drohungen gegen Christen enthält, sind die Sicherheitswarnungen für den Vatikan diskutiert worden.

S. 9
Kurienreform: Korrekturbedarf?

Ende September 2013, sechs Monate nach seiner Wahl zum Nachfolger Petri, hatte Franziskus den Kardinalsrat für die Kurienreform eingerichtet. Wie weit ist der Kardinalsrat mit der „Kurienreform“ gekommen? Bischof Marcello Semeraro von Albano, der progressistische Sekretär dieses nicht weniger progressistischen Gremiums, beantwortete diese Frage vor Radio Vatikan: „Ich würde sagen, er hat etwa drei Viertel des Weges geschafft. Bald ist das fertig. Bald kann jedenfalls dem Papst der fertige Vorschlag vorgelegt werden.
Dann hat der Papst die Vorschläge auf dem Tisch, die alle Dikasterien betreffen, und kann entscheiden, wie und wann er sie umsetzen will.“

S. 10
Chur: Bischof geißelt falsches Amtsverständnis

Bischof Vitus Huonder von Chur hat starke Kritik an einem falschen Amtsverständnis des katholischen Priestertums geübt. „Jedes Meßopfer ist das Opfer des Priesters für das Heil der Welt. … In diesem Sinn ist die heilige Messe wirklich sein Opfer, des Priesters Opfer, des einzelnen Priesters Opfer. … Denn es besteht ein Unterschied zwischen dem Opfer des Priesters und dem Opfer des Volkes – dem Wesen und nicht nur dem Grade nach. Der Priester bringt das Opfer kraft seiner Weihe dar, das Volk verbindet sich kraft der Taufe geistigerweise mit dem opfernden Priester.

S. 10
Bürgerliches Magazin sieht Glauben an neue Götter

Die verfaßten christlichen Konfessionen im Kirchensteuer-Traumland Deutschland sind finanziell gesättigt, aber spirituell ausgezehrt. Es ist kein Ruhmesblatt, wenn zu dieser Beobachtung nicht der antiklerikale „Spiegel“, sondern das bildungsbürgerliche Monatsmagazin „Cicero“ kommt. Laut „Cicero“ eifern viele Christgläubige heute neuen Göttern nach, etwa dem Gender-Gott und dem Klima-Gott: „Ihre CO2-Gesamtbilanz kennen die Kirchen inzwischen wohl besser als das Evangelium.“

S. 11
Parlamentarischer Rückblick

Der Deutsche Bundestag hat in der vergangenen 18. Legislaturperiode über 550 Gesetze verabschiedet. Festzustellen ist: Der Schutz des ungeborenen Lebens blieb unbeachtet. In Deutschland wird jedes vierte Kind vor der Geburt getötet. Tragischer „Endpunkt“ der Parlamentszeit war ein eklatanter Bruch des Naturrechts. Mit Stimmen aus allen Fraktionen entschied das Parlament in seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl, daß „homosexuelle Paare“ in Deutschland künftig „die Ehe“ schließen dürfen. Doch das menschliche Gesetz kann sich nicht gegen ein höheres und erhabeneres Gesetz richten, das Naturgesetz nämlich, das vom Schöpfer als eine Norm dem Menschen eingegeben wurde, welche die Vernunft erkennt und genau zu bestimmen sucht, um deren bessere Erkenntnis man sich stets bemühen muß, der zu widersprechen stets böse ist.

S. 11
Professor Dr. Peter Kohlgraf wurde am 27. August im Mainzer Dom zum Bischof geweiht

Schon am 18. April war er von Papst Franziskus ernannt worden, fast ein Jahr nach dem Rücktritt von Kardinal Lehmann im Mai 2016. Der 50jährige ist derzeit der jüngste Bischof an der Spitze eines deutschen Bistums. Mainz gehört zu den ältesten Orten des Christentums in Deutschland.

S. 12
Irland – Kollaps der Berufungen

Im Studienjahr 2017/2018 werden nur sechs Priesteramtskandidaten in das irische Nationalseminar St. Patrick’s College in Maynooth eintreten. Es ist die niedrigste Zahl von Eintritten seit der Gründung von Maynooth im Jahr 1795. Das traditionsreiche Seminar ist gebäudlich für 500 Seminaristen errichtet worden.

S. 12
Zehn Jahre Motu Proprio – Erwartungen nicht erfüllt

Der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick hat ein ernüchtertes Fazit des Motu proprio Summorum pontifcum gezogen. Das Schreiben von Benedikt XVI., das vor zehn Jahren, am Fest Kreuzerhöhung (14. September), in Kraft trat, hat die Erwartungen des damaligen Papstes nicht erfüllt. Msgr. Dick sagte der Deutschen Tagespost in einem Interview, daß das Motu Proprio Summorum Pontifium nicht wirklich aufgegriffen wurde: „In der Praxis ist es so, daß die Abneigung gegenüber der Form des alten Ritus so stark ist, daß man ihn gar nicht zelebrieren läßt.“

S. 13
Von Christus zur Audienz gerufen

Er war eine der profiliertesten Gestalten des Episkopates in Italien. Manche Journalisten nannten ihn den „italienischen Meisner“, mit dem er in einem letzten Kampf um die Wahrheit eng verbunden war.
Carlo Kardinal Caffrra ist am 6. September 2017 mit 79 Jahren verstorben. Ebenfalls an gebrochenem Herzen, wie ein vertrauter Priester anmerkte. Bis zuletzt übte Kardinal Caffarra öffentlich Kritik an Beschlüssen der beiden Bischofssynoden 2014 und 2015 zur Familie. Er war neben dem jüngst verstorbenen Kardinal Joachim Meisner sowie den Kardinälen Raymond Leo Burke und Walter Brandmüller Unterzeichner von fünf kritischen Fragen („dubia“) an Papst Franziskus. Als eines seiner letzten öffentlichen Worte überlieferte ein Journalist: „Der Herr wird seine Kirche nicht verlassen. Es waren zwölf Apostel am Anfang, so wird der Herr erneut mit wenigen neu beginnen. Denken wir an das Leiden des hl. Athanasius, der von der Kirche und den Menschen allein gelassen wurde, um um der Liebe Christi willen die Wahrheit zu verteidigen. Wir müssen Glauben, Hoffnung und Starkmut haben.“

S. 20
Malta 2017 – Beispiel für die Auflösung der christlichen Zivilisation Europas

Seit Mittwoch, den 12. Juli, ist auch der einstmals „erzkatholische Inselstaat“ (FAZ) Malta nach Deutschland das 15. Land in Europa, das die „Ehe für gleichgeschlechtliche Paare“ eingeführt hat. Bis vor wenigen Jahren galten die Malteser noch als streng katholisch. Am Abend des 12. Juli, nur 16 Jahre nach dem Besuch Maltas 2001 durch Johannes Paul II., als die Straßen der Hauptstadt wie leergefegt waren, weil die Bewohner den Papst sehen und seine Worte hören wollten, feierten tausende mit Regenbogenfahnen geschmückte Menschen den Beschluß ihres Parlaments, der die Einführung der „Homo-Ehe“ auch für den Inselstaat festlegte: Valletta erstrahlte in Regenbogenfarben!
In den 1940er Jahren hat der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer während seiner der der nationalsozialistischen Diktatur eine Kritik des die Schöpfungswirklichkeit vergewaltigenden nihilistischen Freiheits- und Gleichheitsbegriffs für die Nachwelt niedergeschrieben: „Die neue Einheit, die die Französische Revolution über Europa brachte und deren Krisis wir heute erleben, ist die abendländische Gottlosigkeit. (…) Sie ist nicht die theoretische Leugnung der Existenz Gottes. Sie ist vielmehr selbst Religion, und zwar Religion aus Feindschaft gegen Gott. (…) Mit dem Verlust seiner durch die Gestalt Jesu Christi geschaffenen Einheit steht das Abendland vor dem Nichts.“ (Bonhoeffer)

S. 40
Musik ohne Gregor und Cäcilia

Luthers Reformation wäre ohne den kalkulierten Einsatz der Musik nicht denkbar gewesen. Dennoch kann sich die protestantische Kirchenmusiktradition nur schwer auf den Reformator beziehen. Daß Luthers Nachwirkung sich auch auf die heutige Praxis katholischer Kirchenmusik ausgewirkt hat, ist offenkundig.

S. 42
Die Rückkehr des Naturrechts – Ein Hinweis auf eine Neuerscheinung aus den USA

John Lawrence Hill: After the Natural Law – How the Classical Worldview Supports Our Modern Moral and Political Values.
Eines der besten Bücher zum Thema Naturrecht, das in den letzten fünfzig Jahren veröffentlicht wurde! Das Buch ist zugleich eine hervorragende und gut verständliche Einführung in die Philosophiegeschichte, angefangen bei den Vorsokratikern bis hin zur Gegenwartsphilosophie, unter besonderer Berücksichtigung des Naturrechts und der Ethik insgesamt.
Eine deutsche Übersetzung des Buches ist im Verlag Editiones scholasticae für 2018 in Vorbereitung.

S. 46
Mit Gott allein – Das eremitische Leben nach der Lehre des seligen Paul Giustiniani (1476–1528)

Der Orden der Kamaldulenser ist, ähnlich wie der Kartäuserorden, ein Einsiedlerorden mit Elementen des Gemeinschaftslebens. Während es in den Ländern deutscher Sprache fast zu jeder Epoche Kartäuser gab, so waren Kamaldulenser hier niemals vertreten. Erstaunlicherweise gibt es aber seit 2013 eine kleine Gründung im Bistum Hildesheim.
Das vorliegende Buch ist das „theologische Grundlagenwerk zur Spiritualität des kamaldulensischen Eremitentums“.

S. 48
„Geduldig und von großer Erbarmung“ – Der Prophet Jonas, die Heiden und die göttliche Barmherzigkeit

Zu gerne hätte Jona das Scheitern seines Auftrags und das vollständige Verderben der Einwohner von Ninive gesehen. Trotz spricht aus seinen im biblischen Buch überlieferten Worten „Darum wollte ich zuvorkommen mit der Flucht nach Tharsis; denn ich weiß, daß du ein gütiger und barmherziger Gott bist, geduldig und von großer Erbarmung, der das Böse vergibt“ (4,2). Es ist ein Murren aus Neid gegen die fremde Gnade, wie wir es auch aus dem Neuen Testament kennen, z. B. beim Bruder des verlorenen Sohnes (Lk 15,24–32) oder beim Murren über die zur elften Stunde gedungenen Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 15) Aber der Herr belehrt Jonas, und diese Belehrung gehört zur Prophezeiung von der Bekehrung der Heiden. Hier spricht das Alte Testament von der künftigen Kirche aus Juden und Heiden.

S. 50
Neuevangelisierung. Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht – Luthers Rechtfertigungslehre kurz skizziert

Wie bereits früher angekündigt, wollen wir uns jetzt noch einmal ausführlicher mit Luthers Rechtfertigungslehre beschäftigen. Eine etwas vereinfachte, aber im Kern zutreffende Darstellung von Luthers Position findet sich bei Hanns Leiner, Luthers Theologie für Nichttheologen. Das Buch des protestantischen Pfarrers und Dozenten an der Augustana-Hochschule bietet den Vorteil, die reformatorischen Abweichungen von der katholischen Lehre ungeschönt und ohne Rücksicht auf ökumenische Befindlichkeiten darzulegen.