Mai 2016

Titelblatt

S. 22
»Amoris lætitia« – Klärungsbedarf zur Vermeidung einer allgemeinen Verwirrung (Msgr. Athanasius Schneider, Weihbischof des Erzbistums Astana)

Den Weg für die mißbräuchlichen Interpretationen scheint sogar Kardinal Christoph Schönborn geebnet zu haben, der während der offiziellen Vorstellung von AL in Rom im Zusammenhang mit den irregulären Verbindungen gesagt hat: „Meine große Freude an diesem Dokument ist, daß es konsequent die künstliche, äußerliche, fein säuberliche Trennung von ‚regulär‘ und ‚irregulär‘ überwindet.“ Eine solche Äußerung vermittelt den Eindruck, daß es keinen klaren Unterschied zwischen einer gültigen und sakramentalen Ehe und einer irregulären Verbindung gebe.

S. 10
Katholiken in MINT-Berufen – Gedanken zu einer Vereinigung unter dem Patronat des heiligen Josef

Was ist die originäre Aufgabe katholischer Laien? Die Antwort ist klar und groß: Es geht um die christliche Weltgestaltung, die Re-Christianisierung des Gemeinwesens, die Verwirklichung des sozialen Königtums Jesu Christi. Das Fundament trägt – klassisch abendländisches Naturrechtsdenken, authentische päpstliche Soziallehre. Eine Berufsvereinigung möchte katholischen Ingenieuren, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Mathematikern helfen, ihre Aufgaben in der Welt zu erfüllen.

S. 18
Deine Schönheit übertrifft alles! – Das „Simbolo della Madonna“ des hl. Gabriel Possenti

Das hier vorgestellte „Simbolo della Madonna“ aus dem Jahr 1860/1861 ist sicher das große Dankeslied unseres Heiligen für das Geschenk seiner Berufung in den Ordensstand. Dieser Text gehört zu den großen Gebeten der marianischen Mystik. Leider ist er in unseren Breiten kaum bekannt. Der hl. Gabriel steht mit diesem „Credo“ an Maria ganz in der Tradition der großen Marienverehrer.

S. 32
Übermensch und Antichrist – Die Aktualität der Endzeitvision des russischen Religionsphilosophen Wladimir Solowjew

Solowjews Überlegungen zum Ende der Weltgeschichte hatte er bereits 1896 in einem Brief an seinen Freund Eugene Tavernier mitgeteilt. Sie widersprechen schon gänzlich dem Optimismus, den er früher einmal geteilt hatte, und können in wenigen Sätzen zusammengefaßt werden: „Der Menschensohn wird nur wenig Glauben auf der Erde vorfinden; das bedeutet, daß die echten Gläubigen nur eine unbedeutende Minderheit sein werden, während der Großteil der Menschen dem Antichrist nachfolgen wird“

S. 3
Warum ist gerade der Monat Mai Maria geweiht?

Wenn auch der Mai nicht die Zeit der Erfüllung ist, so ist er doch der Monat der Verheißungen. Als die Fülle der Erwartung müssen wir aber gerade die allerseligste Jungfrau Maria betrachten.

S. 5
Polen – Eine christliche Nation

Vor 1050 Jahren, am 14. April 966, wurde der erste Herrscher Polens, Mieszko I., getauft. Das gilt historisch als die Geburtsstunde Polens. Präsident Andrzej Duda hielt am 15. April in Posen während einer außerordentlichen Sitzung des polnischen Parlaments eine bemerkenswerte Rede, in deren Mittelpunkt das Christentum stand.

S. 6
Der Papst und der Internationale Karlspreis

Am 6. Mai wurde dem Papst der Karlspreis der Stadt Aachen verliehen. Der Pontifex sprach bei der Zeremonie über die Einigung Europas, seine Gründerväter, über die Armut und die Probleme der Immigration. Stand der Karlspreis in den Anfangsjahren ganz in der Perspektive des christlich-abendländischen Gedankens so hat sich sein Profi in den letzten Jahren verschoben.

S. 7
Auferstehung und Ökumene

Im deutschen Protestantismus hat eine „Osterbotschaft“ des „Landesbischofs“ Gerhard Ulrich, des Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), große Verwirrung ausgelöst. Der Vorwurf aus Kreisen konservativer Lutheraner: Ulrich bezweifle die leibliche Auferstehung Jesu Christi und spreche wie ein Beerdigungsredner: „Solange wir an den Verstorbenen denken, ist er nicht tot.“ Ökumenische Reaktionen aus der katholischen Kirche sind nicht bekannt.

S. 7
Warnung vor „Saudischem Geld“

Der syrisch-katholische Erzbischof von Homs, Msgr. Philippe Barakat, hat den Westen angeklagt, die wahren Hintermänner des Syrien-Krieges nicht zu benennen: „Die europäischen Regierungen kennen die Wahrheit und schweigen, weil sie an das saudische Geld wollen.“

S. 7
Der Glaubenspräfekt als Hermeneutiker

Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller sieht im päpstlichen Schreiben Amoris laetitia keine Abkehr von der bisherigen Lehre. Die Frankfurter Allgemeine kommentierte das am 9.Mai: „Nice try, netter Versuch, könnte man sagen, ein Dokument in eine Richtung drehen zu wollen, welches doch erkennbar so angelegt ist, dass sich ganz verschiedene Auffassungen aus ihm herauslesen lassen sollen.“

S. 8
Prof. Dr. Spaemann: In Richtung eines Schismas

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur CNA hat der deutsche Philosoph Robert Spaemann scharfe Kritik am Papstschreiben Amoris laetitia geübt.

S. 8
Zum Heil der Seelen: Amoris laetitia revidieren

In einer offiziellen Stellungnahme zu Amoris laetitia hat sich der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Msgr. Bernard Fellay, an den Papst gewandt: „Wir bitten den Heiligen Vater in aller Demut, aber auch mit Bestimmtheit, das Mahnschreiben Amoris laetitia zu revidieren.“

S. 42
Die Martyrer Castus und Aemilius – Gefallen, aber wieder aufgestanden

Warum hat sich das Martyrium des Castus und des Aemilius tief in das Gedächtnis der Kirche eingegraben?

S. 44
Was ist Philosophie? (Teil XIX)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der „Ethik“. Es geht um das Mittel zum Ziel: menschliches Handeln.

S. 50
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 44):

Es hat sich bei kämpferischen, zum Fanatismus neigenden Muslimen eingebürgert, aus Propagandagründen, speziell im Internet, ihre eigene Gewaltbereitschaft im Rahmen einer „retorsio criminis“ (sie drehen also den Spieß um!) durch Stellen aus der Bibel zu verteidigen, die angeblich einen ähnlichen kriegerischen Hintergrund hätten.