Januar 2015

Titelblatt

S. 22
Ein gefährlicher Kurs - Gedanken zur Theologie und Praxis von Papst Franziskus

Der Papst ist ein Rätsel. Wie kaum ein Vorgänger ist er eine Projektionsfläche für Wünsche und Ängste in der Kirche. Was denkt er? Wohin führt er die Kirche? Kein Mensch kann in den Kopf des Pontifex schauen. Auch seine engsten Mitarbeiter tun das nicht. Allerdings gibt es öffentliche Akte, die jeder Katholik an die Meßlatte des Evangeliums und der Überlieferung legen darf, ja muß. Diese Haltung ist ganz katholisch. Nur diese Haltung ist ganz katholisch.
Ein Essay von Dr. Heinz-Lothar Barth, der sich Gedanken zur Theologie und Praxis von Papst Franziskus macht. Er geht von einer Seligsprechug aus, die nicht stattgefunden hat.

S. 10
Die Schweizergarde im Visier der Medien

Anfang Dezember 2014 brachte der „L’Osservatore Romano“, die Tageszeitung des Vatikans, kurze Notiz, daß der Heilige Vater Oberst Daniel R. Anrig, den Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde, zum 31. Januar 2015 entlassen werde. Die Nachricht veranlaßte nicht wenige Medien zu einem beispiellosen Frontalangriff auf den Oberst und die Garde, der einer wahren Schlammschlacht gleichkam. Manche Presseorgane sprachen sogar von einer bevorstehenden Auflösung der Garde. Die KU sprach hierüber mit dem renommierten deutschen Vatikanisten, dem Theologen und Publizisten Ulrich Nersinger.

S. 16
Widerspruchsvolle Bekenner - Deutsche Bischöfe zwischen 1959 und 1971

Man sollte die Schuld für den Bruch und die Verwüstung, die das Haus voll Glorie entstellt haben, nicht bei den 68ern suchen und auch nicht bei der fortschreitenden Säkularisierung. Man sollte sie im 2. Vatikanischen Konzil selber suchen, und zwar nicht so sehr in den unklaren und mißverständlichen Texten, sondern in der neuen und in der Kirche bis dahin unbekannten Fortschrittsfreudigkeit und Begeisterung für die Einheit der Menschheit, die wie ein Rausch über seine Wortführer gekommen ist. Vor dem Hintergrund dieses gewaltigen geistesgeschichtlichen Dramas, scheint der bienenfleißige Versuch von Joachim Schmiedl, Professor an der philosophisch-theologischen Hochschule in Vallendar, die Stellungnahmen der deutschen Bischöfe zum Konzil aus den kirchlichen Amtsblättern der damaligen Zeit zu eruieren, auf den ersten Blick verfehlt und von tantenhafter Betulichkeit zu sein. Und doch ist die Arbeit aus zwei Gründen sehr aufschlußreich, wenn man nur die Kunst beherrscht, zwischen den Zeilen zu lesen und ihnen auch das zu entnehmen, was eher ungesagt blieb.
Die Dokumente und Berichte zeigen uns, wie die Bischöfe, hin- und hergerissen zwischen tradierter Frömmigkeit und konziliarer Euphorie, zunächst teilweise warnend und zögernd auf die neuen Entwicklungen reagierten, um am Ende ahnungslos für das, was auf die Kirche zukam, vor dem Mainstream der Veränderung um jeden Preis immer mehr zu kapitulieren. Sodann zeigen sie uns auch, daß es einfach nicht wahr ist, daß die Kirche schon vor dem Konzil so sehr am Boden gelegen und an Akzeptanz verloren hätte, daß das Aggiornamento und die ‚Öffnung für die Welt‘ schließlich unausweichlich gewesen seien.

S. 40
Warum Schamgrenzen aufgebrochen werden - Kindesmißbrauch und Umerziehung der Gesellschaft durch sexualpädagogische „Aufklärung“ in der Schule

Über die Abschaffung der Familie zur Veränderung der Gesellschaft: Wer die traditionelle Familie überwinden will, muss Mann und Frau gegeneinander ausspielen und insbesondere ihre Kinder physisch und psychisch aus der familiären Bindung lösen. »Wenn der Fortschritt marschiert, ist der Kollateralschaden Programm.« (Alexander Kissler)

S. 4
Relativismus

In der Theologie gehen einige darauf aus, den Begriff der Dogmen möglichst abzuschwächen. So hoffen sie, daß das Dogma zu einem fruchtbaren Vergleich kommt mit den Glaubenssätzen der von der Kirche Getrennten, um dann so den Weg zu finden, das katholische Dogma und die von ihm abweichenden Ansichten einander anzugleichen. … Die bisherigen Ausführungen zeigen deutlich, daß diese Versuche nicht nur zum sogenannten dogmatischen „Relativismus“ führen, sondern ihn bereits enthalten.

S. 4
Die Kirche des fleischgewordenen Gottes

Papst Franziskus hat in seiner Neujahrspredigt sich gegen die gewandt, die meinen, den christlichen Glauben ohne Bindung an die Kirche zu leben. Der Glaube sei keine abstrakte Lehre oder eine Philosophie, sondern die Begegnung mit dieser Person. Die Kirche sei der Ort, wo die Menschen Jesus Christus begegnen könnten, denn die Kirche setze Jesu Wirken fort.

S. 5
St. Ansgar: Apostel des Nordens

Das Jahr 2015 ist für die Katholiken im deutschen Norden und in Skandinavien ein Ansgar-Jahr, denn der „Apostel des Nordens“ starb vor 1150 Jahren, am 3. Februar 865, in Bremen.
Der älteste katholische Bischof der Welt ist am Neujahrstag verstorben. Msgr. Gery Leuliet, der ehemalige Bischof des französischen Arras, verschied kurz vor seinem 105. Geburtstag. Der verstorbene Prälat wurde 1933 zum Priester geweiht und 1956 von Pius XII. zum Bischof von Arras ernannt. Er nahm an allen vier Sessionen des II. Vatikanums teil, dessen Reformen der meist in Krawatte auftretende Greis mit Verve verteidigte. Requiescat in pace.

S. 5
Ältester Bischof der Kirche verstorben

Der älteste katholische Bischof der Welt ist am Neujahrstag verstorben. Msgr. Gery Leuliet, der ehemalige Bischof des französischen Arras, verschied kurz vor seinem 105. Geburtstag. Der verstorbene Prälat wurde 1933 zum Priester geweiht und 1956 von Pius XII. zum Bischof von Arras ernannt. Er nahm an allen vier Sessionen des II. Vatikanums teil, dessen Reformen der meist in Krawatte auftretende Greis mit Verve verteidigte. Requiescat in pace.

S. 6
Mafia - Nachäffung des Heiligen

Ein halbes Jahr nach der aufsehenerregenden Mafia-Rede von Papst Franziskus im süditalienischen Kalabrien haben die zwölf Bischöfe der Region die automatische Exkommunikation der Kriminellen bekräftigt. Die Mitgliedschaft bei der Mafia stelle einen „Abfall von Gott“ und eine „Struktur der Sünde“ dar. Die Bischöfe begründen die Kirchenstrafe damit, daß es sich nicht nur um eine kriminelle Organisationen wie jede andere handele, sondern sie instrumentalisiere und mißbrauche katholische Riten und Formeln, um das Heilige nachzuäffen.

S. 7
Dieses Leiden schreit zu Gott

Die Lage für religiöse Minderheiten im Nahen Osten ist ungebrochen dramatisch. Darauf hat das Hilfswerk „Christian Solidarity International“ erneut hingewiesen.
Man dürfe sich nicht scheuen, auch Begriffe wie „Genozid“ in den Mund zu nehmen. Der Massenexodus aus bzw. die Entchristianisierung in muslimischen Ländern läuft ungebremst.

S. 8
Neue Kardinäle

Am Namen-Jesu-Sonntag hat Franziskus zum zweiten Mal in seiner Amtszeit die Kreierung zwanzig neuer Kardinäle für den 14. Februar bekanntgegeben.

S. 46
Der erste Trappist - Eine Buchbesprechung

Die Gestalt des Abtes Armand-Jean le Bouthillier de Rancé (1626-1700), des Initiators einer Mönchstradition, welcher unter dem Namen „Trappisten“ in der Vergangenheit entweder höchster Respekt oder tiefste Verachtung entgegenschlug, ist wenig bekannt. Der Orden der Trappisten ist ein Reformzweig der Zisterzienser, die wiederum aus dem benediktinischen Mönchtum hervorgegangen sind. Urheber und Begründer dieser Reform war nun der Abt des Klosters von La Trappe in der Normandie, der erwähnte Armand-Jean le Bouthillier de Rancé.

S. 50
»Unseren Glauben kann uns niemand nehmen.« Der hl. Martyrer Tryphon

Nach der Überlieferung starb der hl. Tryphon, zusammen mit dem hl. Respicius, in der Verfolgung des Tyrannen Decius (um 250 n. Chr.). Es war die siebte große Verfolgung im Römischen Reich nach Nero und die erste, die das ganze Imperium umfaßte.

S. 52
Was ist Philosophie? Teil IV

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit Platon und Descartes.