Dezember 2014

Titelblatt

S. 8
Geschichten oder Geschichte? - Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien und das Weihnachtsfest

In der modern(istisch)en Forschung sind folgende „Weihnachtsthemen“ der Evangelien „umstritten“: Bethlehem als Geburtsort Christi, die Genealogie Jesu, die Herkunft der lukanischen Berichte, das Problem des Zensus und die Jungfrauengeburt. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich dazu ausführlich im dritten Teil seines „Jesus von Nazareth“-Werkes geäußert. Norbert Clasen geht den Argumenten nach.

S. 16
Das innerliche Gebet muß vereinfacht werden - Ein Kartäuser erklärt den Weg zum innerlichen Gebet

Erstmals im Jahre 1894 ist in Paris das Buch „La vie intérieure simplifiée et ramenée à son fondement“ veröffentlicht worden. Herausgeber war der Volksmissionar Pater Joseph Tissot. Der eigentliche Autor blieb zunächst noch unbekannt. Wer dieses Buch zur Hand nimmt und mit seinem Leben durcharbeitet, wird die lebendige, wahre, fruchtbare und furchtlose, aufrichtige und reine Stärke und Liebe Gottes erfahren und mit ihm über die Kräfte der Welt triumphieren. Es bedarf eines großen Heldentums, den schweren Weg zu gehen, mit Tugend und Disziplin. „In Zukunft will ich mich in nichts mehr auf mich stützen. Aber wie gelange ich dazu, daß ich alles nur unter dem Einfluß der Gnade betrachte, will und tue?“ Zur Antwort lesen Sie „Das innerliche Gebet“!

S. 20
Schutz des Sonntags - Dr. Heinz-Lothar Barth warnt vor der Aushöhlung der Sonntagsruhe

Gerade zur Adventszeit, die eigentlich der Besinnung und der geistigen und geistlichen Vorbereitung auf das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus gewidmet sein sollte, begegnen wir Jahr für Jahr mehr denn je einem rastlosen Geschäftstreiben, das selbst vor der Sonntagsruhe nicht Halt macht. Wir Christen müssen uns bei unserem
Einsatz für die prinzipielle Arbeitsruhe am Sonntag – unvermeidliche Ausnahmen hat es natürlich immer gegeben! – auf heftige Abwehr derjenigen Kräfte gefaßt machen, denen wir durch solche Aktivitäten ins kommerzielle Handwerk pfuschen. Der Sonntag aber ist – gerade wenn sein religiöser Charakter geachtet wird – vorzüglich dazu geeignet, einen Gegenpol zu bilden zur modernen Welt mit ihrer extremen Beschleunigung.

S. 46
Das Christentum erwartet die Wiederkunft, nicht die Ankunft des Messias!

In der KU November 2014 hatten wir im Rahmen der hier fortgeführten Artikelserie über den „Konzilskatechismus“ begonnen, uns mit dem Dokument der Vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum im Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen zu beschäftigen, das unter dem Titel „Hinweise für eine richtige Darstellung von Juden und Judentum in der Predigt und in der Katechese der katholischen Kirche“ am 24. Juni 1985 erschienen war. In dem unter der Federführung von Kardinal Willebrands entstandenen Text kommt man dem heutigen Judentum theologisch sehr weit entgegen und betont mehrfach die angebliche Nähe zum Christentum. Der Eindruck einer unstatthaften Harmonisierung zweier völlig inkompatibler Glaubenshaltungen wird im Dokument von Kardinal Willebrands durch die einige weiter sich anschließenden Überlegungen noch verstärkt.
Auf Tatsachen des christlichen Glaubens muß ein vatikanischer Lehrtext wie Kardinal Willebrands’ Dokument aufmerksam machen. Das gilt um so mehr, als er ja gerade das Verhältnis des katholischen Christentums zum (heutigen) Judentum charakterisieren wollte, dem für die Zeit kurz vor dem Ende aller Zeiten eine weitgehende Bekehrung zu Jesus Christus vom hl. Paulus nach göttlicher Inspiration vorausgesagt ist (Röm 11,25–27).

S. 4
Dem Herzen Jesu geweiht

Das Bild des Herzens Jesu, des Herzens, das die Menschen so sehr geliebt hat, soll in eurer Wohnung aufgestellt und verehrt werden als das Bild des allernächsten und meistgeliebten Verwandten. Dieses Bild wird die Fülle seines Segens auf euch und eure Kinder ergießen. … Die Weihe bedeutet ja die vollständige Selbsthingabe an eine Sache oder an eine Person. ... Wer sich aber weiht, muß auch die Pflichten erfüllen, die sich aus einer solchen Hingabe ergeben. Wenn das Heiligste Herz Jesu wirklich in einer Familie herrscht – und sicher muß es überall herrschen –, dann müssen in dieser gesegneten Wohnung die Personen und Dinge von einer Atmosphäre des Glaubens und der Frömmigkeit getragen sein. Weg also aus solch einer Wohnung mit allem, was das Heiligste Herz betrüben könnte! (Pius XII. an junge Ehepaare)

S. 5
Gebet nach Mekka

Die zwei bedeutendsten Bauwerke Istanbuls sind die „Hagia Sophia“ (Heilige Weisheit) und die „Blaue Moschee“. Der Papst hat bei seinem jüngsten Türkeibesuch beide
Orte besucht. Mit gefalteten Händen, gesenktem Haupt und auf Socken stand der Vicarius Christi in der „Blauen Moschee“, der größten Moschee der Millionenstadt neben dem Mufti. Für die türkische Öffentlichkeit und die Weltpresse stand 2014 fest: „Der Papst betet in der Moschee.“ Besonders wurde das abschließende Verneigen Richtung Gebetsnische von den Medien aufgegriffen.

S. 6
Kommandant der Schweizergarde entlassen

Überraschend hat der Papst den mit seinem Schutz betrauten Kommandeur der Schweizergarde entlassen. Der „L’Osservatore Romano“ berichtete darüber in wenigen Zeilen, ohne Dank und Anerkennung.

S. 7
Papst läßt sich von Bischof in Cappa Magna segnen

Seit der nachkonziliaren vatikanischen Annährung an die „Weltorthodoxie“ kam es zu wiederholten päpstlichen Besuchen am Sitz des „Ökumenischen Patriarchen“ in Istanbul. So auch am 30. November 2014. Sichtbar gerührt nahm der römische Pontifex als Beobachter an der überlieferten Liturgie eines Bischofs teil, der sowohl Teile des katholischen Glaubens leugnet als auch nicht in „vollkommener Gemeinschaft“ mit dem Pontifex steht.
Nach der Liturgie wandte sich Franziskus an den Patriarchen, der eine goldene „Cappa magna“ trug: „Ich bitte um einen Gefallen, den Segen für mich und die Kirche von Rom.“ Daraufhin beugte er den Kopf so tief, daß der Patriarch ihm, etwas irritiert, einen Kuß auf das weiße Scheitelkäppchen geben konnte.

S. 7
Koran bei künftiger Königskrönung?

Die englische Staatsprotestantismus war in den letzten Jahren immer die Speerspitze des Zeitgeistigen. Deshalb überrascht der Vorschlag des anglikanischen Bischofs Richard Harries nicht wirklich, bei der künftigen Krönung des britischen Staatsoberhauptes in der Liturgie aus dem Koran vorzulesen. Lord Richard Harries (78) will damit die Integration der Muslime zu befördern.

S. 30
Wer will da nicht Prinzessin werden? - Ein „Englisches Fräulein“ erobert die Kinderherzen

Einst stand Mary Loyolas spiritueller Kinderbuchklassiker „Der König der Goldenen Stadt“ in fast jedem katholischen Haushalt Englands. Nach dem Konzil geriet er weitgehend in Vergessenheit, doch in den vergangenen Jahren erlebte er in den USA eine Renaissance. Nun erscheint diese märchenhafte Einführung ins geistliche Leben
erstmals in deutscher Sprache.

S. 32
Staunende Kinderaugen? - Staubgraue Hinführungen zum Christentum

Hier ist der Ort, die Einsicht, daß das Staunen der Anfang aller Weisheit ist, auf die Kinder anzuwenden, die noch mit offenen Augen und offenem Herzen über alles und jedes zu staunen vermögen. Zwangsläufig bringt es unser Thema mit sich, daß wir damit auch auf die Verwüstungen zu sprechen kommen, welche die Strategie in den Seelen der Kinder anrichtet, die Glaubenswahrheiten für die Zeitgenossen dadurch schmackhaft zu machen, daß man sie ihres geheimnisvollen, übernatürlichen Charakters beraubt und einer Banalisierung unterwirft, die ihre Strategen vornehm als „Entmythologisierung“ bezeichnen. Die Misere beginnt schon beim Erstkommunionunterricht,
in dem bereits die ersten Weichen gestellt werden für den späteren, lautlosen Auszug aus der Kirche.

S. 38
Was ist Philosophie? (Teil III)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt.

S. 44
»Gedicht der Reinheit und des Opfers« - Die selige Laura Vicuña (1891 – 1904)

Wo Größe ist, da ist auch Glanz als das Aufstrahlen dessen, was in Wahrheit ist. Bis ans Ende der Zeit wird dieser Glanz in Gestalt einer unsichtbaren Flammenschrift die Berg-Riesen der Anden umwehen: Laura Vicuña.