April 2016

Titelblatt

S. 20
Der gute Pater – Vor 300 Jahren starb der hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort

Der hl. Louis-Marie Grignion de Montfort war ein französischer Volksmissionar, ein geistlicher Schriftsteller und Ordensgründer. Er wurde 1673 geboren und verstarb vor 300 Jahren, am 28. April 1716. 1947 wurde er heiliggesprochen. Seine Lehre von der Ganzhingabe an Maria als dem kürzesten und sichersten Weg zu Jesus wurde von den Päpsten empfohlen

S. 16
Revolution? Ein erster Blick auf das neue Papstschreiben „Amoris laetitia“

Freude der Liebe“: Mit diesen Worten beginnt Papst Franziskus seine „postsynodale Exhortation“ zu Ehe und Familie. Die Veröffentlichung des Päpstlichen Mahnwortes ist eher zurückhaltend aufgenommen worden. Den Progressiven war es nicht fortschrittlich genug. Kein eindeutiges Abrücken von der Lehre war zu erkennen. Aber es gibt viele Stellen, die kirchentreue Katholiken ratlos zurücklassen. Die Interpretationen sind so auch Legion. Die Zahl der Thesen entspricht der der Hermeneuten.

S. 28
Der „Mensch-Gott“ – Fjodor Dostojewskis Auseinandersetzung mit dem „Übermenschen“

Wie Nietzsche hat sich auch Dostojewski mit der Idee des Übermenschen in der atheistisch- antichristlichen Ausprägung auseinandergesetzt: „Kinder Zarathustras“ bzw. „Nietzscheaner“ begegnen in fast allen großen Romanen des Dichters, oft sind es sogar die Hauptfiguren. Durchweg sind es die Rebellen gegen Gott, welche der Wahlspruch vereint: Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt.

Nietzsche verkündigt den Übermenschen, Dostojewski entlarvt ihn.

S. 6
Medienaffiner Papst

Papst Franziskus hat nun auch einen eigenen Instagram-Account. Auf Twitter erreicht der Papst schon seit einigen Jahren in neun Sprachen mehr als 25 Millionen „Follower“.

S. 6
Neuer Nuntius in den USA

Papst Franziskus hat einen neuen Nuntius für die USA ernannt. Der französische Erzbischof Christophe Pierre, bisheriger Vatikanvertreter in Mexiko, folgt auf Erzbischof Carlo Maria Viganò.

Erst unter Präsident Ronald Reagan im Jahr 1984 wurden zwischen den USA und dem Heiligen Stuhl vollständige diplomatische Beziehungen aufgenommen. Washington gilt heute als wichtigste diplomatischer Vertretung des Heiligen Stuhles.

S. 7
Jemen – Martyrer des katholischen Glaubens

Papst Franziskus hat die Ermordung von vier Mutter-Teresa-Schwestern und zwölf weiteren Christen im Jemen als „Akt der Sinnlosigkeit und der teuflschen Gewalt“ verurteilt. Mutmaßliche Dschihadisten hatten in der Hafenstadt Aden am 4. März in einem Seniorenheim insgesamt 16 Katholiken getötet.

S. 7
Papst: Priesterbruderschaft St. Pius X. ist katholisch

Der Heilige Vater empfing am 1. April den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Msgr. Bernard Fellay, zu einer Unterredung im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Papst Franziskus hatte ein privates und informelles Treffen ohne den offiziellen Charakter einer Audienz gewünscht. Es dauerte 40 Minuten und verlief nach Aussagen des Vatikanischen Pressesaales in einem herzlichen Klima. Der Papst habe bestätigt, daß in seinen Augen die Priesterbruderschaft St. Pius X. katholisch sei und daß von einer möglichen Verurteilung keine Rede sein könne. Der Oberste Hirte werde sogar die ordentliche Jurisdiktion der Priester der Bruderschaft, die diese seit dem 8. Dezember 2015 besitzen, ausweiten, auch über das Heilige Jahr hinaus. Der Heilige Vater sei entschieden, die Situation der Bruderschaft auch gegen Opposition zu regularisieren.

S. 8
Mutter Angelica verstorben

Mutter Angelica ist tot. Die Gründerin von EWTN, der größten katholischen Fernsehkette der Welt, starb im Alter von 93 Jahren. Bekannt ist eine Sendung, in der sie ihrem Zorn gegen den Progressismus freien Lauf ließ: „Ich habe die Nase voll von eurer liberalen Kirche, … eurem ichbezogenen Gebet, eurer erdhaften Spiritualität. Ich habe die Nase voll von euren „Aufbrüchen“, denn das erste, was von einem solchen Auf-Bruch zurückbleibt, ist ein Loch, in das wir alle hineinfallen. Ich habe die Nase voll von euren Theologen, die nichts anderes tun als spalten und zerstören… Sie wissen, wie schrecklich schweigsam wir loyalen Katholiken in all diesen Jahren gewesen sind… wir haben eure Ansichten über Gott nun dreißig Jahre lang runtergeschluckt. Ihr habt keinen Gott, kein Dogma, keine Glaubenslehre und keine Autorität. Ich empöre mich über eure Versuche, den Katholizismus der Kleinen, Armen und Älteren zu zerstören. Eure Katechismen sind so verwässert, daß sie nichts anderes mehr besagen als „Liebe deinen Nächsten“. Nein, zuerst muß man Gott lieben!“

S. 8
Neue Internetendung

Der Vatikan lanciert eine neue Internet-Domain mit der Endung „.catholic“. Damit sollen künftig katholische Institutionen die Möglichkeit haben, sich mit dieser Endung im World Wide Web als „katholisch“ zu präsentieren.

S. 8
Es wird auch in Europa passieren

„In 20, 30 Jahren wird es in Europa eine muslimische Mehrheit geben. Die Hälfte der europäischen Frauen wird dann einen Hidschāb [Schleier] tragen.“ Dies sagte Mar Dionysos Isa Gürbüz, Diaspora-Bischof der (früher Jakobiten genannten) Syrisch-Orthodoxen in der Schweiz. Er stelle sich die Frage, warum die Golfstaaten keine Flüchtlinge aufnehmen. Laut dem Bischof sei es deren Agenda, Europa zum Islam zu konvertieren. „Was heute im Nahen Osten geschieht, wird auch hier in Europa passieren.“

S. 9
Neue Richter

Papst Franziskus hat zwei neue Richter der ehrwürdigen römischen Rota ernannt. Nach der Apostolischen Signatur ist die Rota das zweithöchste Gericht der katholischen Kirche. In der Praxis ist die Rota überwiegend mit Berufungsverfahren in Ehenichtigkeitsprozessen beschäftigt.

S. 10
Wider die Selbstkomatisierung des Gewissens – Interview mit Martin Lohmann über die „Woche für das Leben“

Vom 9. bis 16. April 2016 fand in Deutschland die „Woche für das Leben“ statt. Diese Initiative der Deutschen Bischofskonferenz wurde 1991 ins Leben gerufen. Seit 1994 wird sie zusammen mit der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ begangen. Das merkt man dem Profil deutlich an. Die Deutsche Bischofskonferenz war hochrangig vertreten. Die Kirchliche Umschau fragte Martin Lohmann, den Vorsitzenden des Bundesverbandes Lebensrecht, der die Eröffnung der Woche für das Leben in Mainz mit einer parallelen Fachtagung begleitete. Interviewpartner Martin Lohmann, der bekannte katholische Zeitungs- und Fernsehjournalist, gilt als ebenso mutiger wie freundlicher Kritiker von Politik und Gesellschaft. Der Theologe und Historiker zählt zu den markanten und analysestarken Köpfen christlicher Prägung im deutschen Sprachraum. Lohmann ist Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) und Sprecher der Christlichen Aktion.

S. 22
Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort – Die falsche und die wahre Andacht zu Maria:

„Ich finde sieben Arten von Verehrern der allerseligsten Jungfrau, die sich einer falschen Andacht hingeben, nämlich 1. die kritisierenden Verehrer; 2. die skrupellosen Verehrer; 3. die äußerlichen Verehrer; 4. die vermessenen Verehrer; 5. die unbeständigen Verehrer; 6. die heuchlerischen Verehrer; 7. die eigennützigen Verehrer. (…)Die wahre Andacht zur allerseligsten Jungfrau

Nachdem wir die falschen Andachten zu Maria dargelegt haben, müssen wir nunmehr die Eigenschaften der wahren Andacht näher bestimmen, nämlich: 1. innerlich, 2. zart, 3. heilig, 4. beharrlich, 5. uneigennützig.“

S. 42
Die hl. Zita (1212–1272) – Von Jesus leben, von Jesus sprechen, nach Jesus verlangen“

Zita ist die Patronin der Dienstmägde. Dienstmädchen? Gibt es das noch? Warum eine Heilige verehren, deren „Patronat“ verwaist ist?

S. 44
Was ist Philosophie? (Teil XVIII)

Was ist Philosophie? Was ist der Mensch? Wozu ist er da? Die KU setzt hier eine Artikelreihe fort, die den interessierten Leser an die großen Fragen des philosophischen Denkens heranführen will. Die Autorin ist eine Ordensfrau aus dem Dominikanerorden, die ungenannt bleibt. In dieser Ausgabe beschäftigt sie sich mit der „Ethik“.

S. 48
Neuevangelisierung: Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 43) – Zur modernen Exegese

In einer Ablehnung des inspirierten Charakters der Bibel und ihrer prinzipiellen Irrtumslosigkeit liegt der Hauptfehler jener Exegese, die im liberalen Protestantismus sich so weit verbreiten und dann auch in die katholische Kirche in der Ära des II. Vatikanums Einzug halten sollte, ohne daß man diese Fehlentwicklung dem Konzil selbst anlasten könnte. Denn in der „Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei verbum“wird solchen Ansätzen noch gewehrt. Im Anschluß an die drei Jesusbücher Papst Benedikts XVI. urteilte Marius Reise über den falschen Zugang zu den göttlich offenbarten Texten, der ja katastrophale Konsequenzen für den christlichen Glauben nach sich zieht, folgendermaßen: „Die Unterscheidung von authentisch und nicht authentisch in den Evangelien, von echt und unecht bei den Worten und Taten Jesu, und der Versuch, durch Abtragen von angeblich sekundären Übermalungen zum wahren Bild des historischen Jesus zu gelangen, hat sich als eindeutiger Holzweg erwiesen. (…) Vielleicht hat ja der Papst doch recht, und der Versuch, dem historischen Jesus ohne den kirchlichen darzustellen, ist nur der Versuch, Hamlet ohne den Prinzen von Dänemark auf die Bühne zu bringen.“