November 2017

Titelblatt

S. 14
Terror im Kirchenstaat – Der heiße Herbst des Jahres 1867

Vor 150 Jahren fiel Giuseppe Garibaldi mit seinen Freischärlerbanden in den Kirchenstaat ein und versuchte, der weltlichen Herrschaft des Papstes ein Ende zu setzen. In den römischen Provinzen kam es zu blutigen Gefechten; in der Ewigen Stadt selber versuchte man durch Attentate einen Aufstand zu entfesseln. Der päpstliche Staat verfügte jedoch über junge Katholiken aus aller Welt, die sich der Aufgabe verschrieben hatten, die Rechte des Heiligen Vaters zu verteidigen und die Freiheit der Kirche zu sichern. Am 3. November 1867 kam es bei Mentana zu einer Schlacht, die dem Kirchenstaat für drei weitere Jahre ein Überleben sicherte. Die KU sprach mit Ulrich Nersinger, dem wohl besten Kenner dieser Zeit im deutschsprachigen Raum.

S. 26
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Einsprüche des thomistischen Philosophen Edward Feser

Dieser Beitrag des amerikanischen analytischen Thomisten Edward Feser, Professor für Philosophie am Pasadena City College in Kalifornien ist eine hervorragende kritische Auseinandersetzung – oder sollte man sagen, Abrechnung? – mit den „Idealen“ der Französischen Revolution aus naturrechtlicher Sicht.

S. 4
Unsterbliche Seele

Die Kirche hält an der Fortdauer und Subsistenz eines geistigen Elements (des Menschen) nach dem Tod fest. Dieses geistige Element, das mit Bewußtsein und (freiem) Willen ausgestattet ist, besteht (nach dem Tod des Menschen) weiter als das „Ich des Menschen“, dem zwischenzeitlich der ergänzende Teil des Leibes fehlt. Um dieses Element zu bezeichnen, verwendet die Kirche den Ausdruck „Seele“.
(Aus dem Schreiben der Glaubenskongregation zur Eschatologie vom 17. Mai 1979)

S. 4
Vatikanisches Luthergedenken

Das Vatikanische Postamt hat es tatsächlich getan. Zum „Luther-Jubiläum“ gibt es jetzt eine „Luther-Briefmarke“. Papst Pius X. hatte noch einen vom Nebeln des falschen Ökumenismus unverstellten Blick auf das System des Protestantismus. „Der Protestantismus oder die reformierte Religion …ist die Summe aller Irrlehren, die vor ihr waren, nach ihr gewesen sind und nach ihr noch entstehen können, um die Seelen zu verderben.“

S. 5
Ein kranker Papst und eine befremdliche Lüge

Nach einem Pontifikat von nur 33 Tagen starb in der Nacht vom 28. zum 29. September 1978 Papst Johannes Paul I. Da vor der Bestattung in der Krypta der Peterskirche eine Obduktion seines Leichnams unterlassen wurde, kam eine Reihe von Verschwörungstheorien auf, die einen gewaltsamen Tod unterstellten.

S. 5
Französische Seminare vor Schließung?

Die vatikanische Klerus-Kongregation empfiehlt, Priesterseminare mit weniger als 20 Studenten zu schließen. Der Sekretär des Dikasteriums, Erzbischof Jorge Carlos Patron Wong, hat dies nach Meldungen der Zeitung „La Croix“ den französischen Bischöfen nahegelegt.

S. 6
Argentinische Bischöfe wählen Papst-Vertrauten

Msgr. Oscar Vicente Ojea Quintana (geb. 1946) ist neuer Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz. Der 71-jährige Diözesanbischof von San Isidro war von 2006 bis 2009 Weihbischof von Kardinal Jorge Mario Bergoglio im Erzbistum Buenos Aires.

S. 6
Martyrer des Christ-Königs

Am 21. Oktober 2017 wurden in der Basilika „Sagrada Família“ in Barcelona 109 Märtyrer aus dem Claretiner-Orden („Söhne des Herzens Mariens") seliggesprochen. Bei den „109“ handelt es sich nicht um zur selben Zeit ermordete Blutzeugen, sondern um Clarentiner aus verschiedenen Klöstern, die im spanischen Bürgerkrieg für ihren Glauben starben.

S. 7
Von 2019 Kardinälen sind 99 über 80 Jahre alt

Die Kardinäle der heiligen Römischen Kirche erfreuen sich mathematisch betrachtet bester Gesundheit. Dies kann man einer Statistik entnehmen, die Radio Vatikan veröffentlichte.

S. 7
Laien in Leitungsposition in Kurie

Papst Franziskus hat zwei Laien als Untersekretäre des neuen Dikasteriums „für Laien, Familie und Leben“ bestellt. Untersekretäre gehören zusammen mit Sekretär und Präfekt zur Leitungsebene einer päpstlichen Behörde.

S. 7
Freimütige Kapuzinerpredigt

Der Kapuzinerpater Thomas Weinandy war bis vor kurzem ein Berater der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Er hatte sich im Juli 2017 in einem dreiseitigen Brief an den Papst gewandt: „Bischöfe lernen schnell, und was viele von Ihrem Pontifikat gelernt haben, ist nicht, daß Sie offen für Kritik sind, sondern, daß Sie Kritik übelnehmen. … Viele fürchten, daß sie an den Rand gedrängt werden oder Schlimmeres erfahren, wenn sie ihre Meinung sagen.“ Nach dieser Einleitung über das Klima der Angst in der Kurie formuliert der Theologe weitere Kritikpunkte.
Schon wenige Stunden nach Veröffentlichung des Schreibens im November 2017 wurde der Theologe gezwungen, seine Aufgabe im Büro der Bischofskonferenz der USA niederzulegen.

S. 8
Kardinal warnt vor Schisma

In einem Interview mit der Frank furter Allgemeinen (28.10) hat S. Em. Walter Kardinal Brandmüller die katholische Ehe-Lehre verteidigt. „Wer behauptet, man könne zu Lebzeiten seiner rechtmäßig angetrauten Gattin eine neue Verbindung ein gehen, der ist exkommuniziert, weil dies eine Irrlehre, eine Häresie ist.« Gelte die erneute zivile Heirat nach der Scheidung in der Kirche nicht mehr als Sünde, führe das zu einem Schisma.

S. 8
„Liturgische Texte verwässert“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat sich skeptisch gegenüber dem neuen liturgischen Motu proprio „Magnum principium“ des Papstes gezeigt, daß die Verantwortung für die Übersetzung liturgischer Texte an die nationalen Bischofskonferenzen delegiere. „Das würde die Einheit der katholischen Kirche im Glauben, im Bekenntnis und im Gebet zerstören.“ Der Präfekt der Liturgiekongregation hatte versucht das Motu proprio einschränkend zu interpretieren. Er wurde durch den Papst umgehend in einem beispiellosen Vorgang öffentlich korrigiert.

S. 9
Eines Tages – Ein Roman wider das Vergessen

Als 2014 in Nigeria 276 Schülerinnen von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram aus ihrer Schule entführt wurden, war das Entsetzen groß. Autorin Corinna Turner verlegt die Entführung der Chibok-Schülerinnen nach Europa, um den europäischen Leser aufzurütteln. „Stellt man sich vor, es sei die eigene Schwester oder Tochter, die da entführt wurde, dann sagt keiner so leicht ,Vergiß sie. Das Leben geht weiter‘“, erklärt sie ihr ungewöhnliches Vorgehen. Der Erlös des Romans fließt über KIRCHE IN NOT in Projekte in Nigeria.

S. 10
Bischof gegen islamischen Feiertag

Der Bischof von Fulda, Msgr. Heinz-Josef Algermissen, hat sich gegen die Einführung eines islamischen Feiertages in Deutschland gewandt.

S. 10
Bischof beklagt die Tötung Ungeborener

Msgr. Andreas Laun ist ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Abtreibungsunrecht in der Welt. Mit einer Klarsicht, die den meisten Oberhirten irgendwo zwischen Konzil und Amoris laetitia abhanden gekommen ist, sieht er auch die Folgen der Abtreibungsmentalität voraus. Ein neuer Totalitarismus stehe uns bevor, wenn der Mensch bestimmen kann, wem die Menschenwürde zukommt und wem nicht.

S. 12
Pater Ludwig de Ponte SJ (1554–1624) – Ein geistlicher Begleiter für heute

Sein Buch „Meditationen zum gesamten Kirchenjahr“ ist ein Hilfsmittel zum inneren Gebet. In kurzen geistlichen Lesungen für jeden Tag des Jahres bringt er den Gläubigen die Geheimnisse des Lebens Jesu nahe: Seine Menschwerdung, Sein öffentliches Leben, Seine Passion, Auferstehung und Himmelfahrt. Die Heilige Schrift hat P. de Ponte tief durchdacht; sozusagen in jede Einzelheit der heiligen Berichte versucht er einzudringen. Unzählige Gläubige auf der ganzen Welt haben in der Vergangenheit ihr geistliches Leben mit dem von Pater de Ponte dargereichten Betrachtungsstoff genährt. Diese hier anzuzeigende Neuaufgabe folgt einer konzentrierten Bearbeitung und gelungenen Kürzung des Textes.

S. 24
Johann Martin Schleyer – Ein Priester als Gelehrter, Dichter und Verteidiger der Rechte des Heiligen Stuhles

Pfarrer Schleyer schuf Dichtungen, vornehmlich religiöser Prägung, die ihn über die Grenzen seiner Heimat bekannt machten und ihm einen Platz in zeitgenössischen Literaturgeschichten und Anthologien sicherten. In Litzelstetten begann er mit den Arbeiten an einer von ihm konzipierten Weltsprache, dem „Volapük“. Im Jahre 1894 wurde Pfarrer Schleyer auf Vorschlag von Erzbischof Johann Christian Roos, der um die Verdienste, das heiligmäßige Leben und die Papst- und Romtreue des Geistlichen wußte, von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt.

S. 36
Glaubensverkündigung ohne zugrundeliegende Fakten ist wie ein ungedeckter Scheck

Wenn es angeblich der Heiligen Schrift kaum um Geschichte im historischen Sinn geht, so ist die Bibel nur ein literarisches Erzeugnis unter anderen literarischen Produkten. Wo kein historisches Faktum vorliegt, kann auch der Theologe keine Tat Gottes konstatieren. Wenn Gott aber nichts in Raum und Zeit getan hat, so ist die Verkündigung der Kirche – weil ohne zugrundeliegende Fakten – dasselbe wie ein ungedeckter Scheck.

S. 40
Unkonventionelle Utopien – kuriose Retrospektiven: Die genialen Wahrträume des Jean Raspail

Jean Raspail, glühender Monarchist und traditionsverbundener Katholik, ist wie kein anderer berufen, den ungeheuren Kampf irregeleiteter Humanität und verweichlichten Gutmenschentums mit dem sogenannten „Big Other“ darzustellen. Seine Distanz zum Geist der Zeit befähigt ihn zu einer hellsichtigen Vorhersage künftiger Probleme.

S. 44
Pater Jon Svensson SJ – Nonni – zum 160. Geburtstag

Die Erzählungen des isländischen Jesuiten und Kinderbuchautor Jon Svensson über die Brüder Nonni und Manni – das waren Jon Svensson selbst und sein jüngerer Bruder Armann – erschienen in zahlreichen Sprachen und Auflagen und sind immer noch äußerst beliebt bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern.

S. 48
Der heilige Priester Moses

Weil Moses nicht bloß den Heiden, sondern auch den schismatischen und ketzerischen Novatianern ungebrochenen Mutes widerstand, mußte er nach dem Bericht des heiligen Papstes Kornelius in der Decischen Verfolgung das Martyrium erleiden und empfing so eine herrliche Krone.“ So schreibt das Römische Martyrologium, das große Heldenbuch der katholischen Blutzeugen unter dem Datum des 25. November.

S. 50
Warum der Konzilskatechismus nicht hält, was er verspricht (Teil 59) – Luthers Nominalismus und die Folgen

Luther erklärte er jeden Christen zum legitimen und kompetenten Interpreten der Offenbarung. Dies ist die logische Folge seines vom Nominalismus beeinflußten Denkens, das allem Allgemeingültigen die objektive Existenz abspricht: Es trennt den Menschen von jeder realen und wirksamen Beeinflussung durch äußere Objekte, wie sie eine geistliche Instanz nach Art des kirchlichen Lehramtes, aber letztlich auch des ewigen Gottes selbst darstellt, isoliert ihn auf der mentalen Ebene und führt schließlich zum Immanentismus, Subjektivismus, ja Agnostizismus.
Das nominalistisch­subjektivistisch geprägte Denken hatte darum nicht nur Folgen für Luthers Einstellung gegenüber dem Lehramt. Vielmehr lehnte er konsequenterweise auch jede Einwirkung der göttlichen Gnade auf die menschliche Natur und eine dadurch bedingte Veredelung des Menschen ab.